Thematische Übersicht zu Finanzgeschichte mit 49 zugeordneten Begriffen, Definitionen und Beiträgen im wissenschaftlichen Gerhard-Merk-Archiv.
Verwandte Begriffe
Finanzgeschichte untersucht die Entwicklung öffentlicher Finanzen, Finanzprodukte und des Finanzsektors sowie den Wert historischer Zahlungsmittel.
Definition des schwarzen Freitags im Finanzwesen: historische Börsenstürze, der Crash von 1929 und mögliche Zusammenhänge mit Kalendereffekten.
Finanzwissenschaft untersucht die Einnahmen- und Ausgabenwirtschaft öffentlicher Haushalte sowie ihre Wechselbeziehungen mit der Volkswirtschaft.
Definition von Dänengeld und Danegeld: Zwangsabgabe, mittelalterliche Finanzierung und die Einordnung als frühe Steuer Englands.
Hochzeitsgeld bezeichnete historische Heiratsabgaben, Geldgeschenke zur Hochzeit und kommunale Prämien für Eheschließungen unter besonderen Umständen.
Hochzeitstischgeld war eine historische Abgabe auf Hochzeitsfeiern. Erfahren Sie mehr über Regelungen, Hochzeitsgeschenke und soziale Ziele.
Definition der Haushaltsreserve: Warum politische Körperschaften Rücklagen bilden und weshalb solche Reserven historisch nur selten erfolgreich angelegt wurden.
Hallage bezeichnet in älteren Dokumenten eine Abgabe für Waren, die in einem Lagerhaus gestapelt und unmittelbar von dort verkauft wurden.
Definition von Hamegeld: historische Zahlung an den Jäger für das Einfangen flurschädigenden Wildes. Mit Verweisen auf Flurgeld, Hägergeld und Hutgeld.
Grabengeld, auch Landesdefensionsgeld, war eine frühere Abgabe zur Finanzierung des Baus und Unterhalts von Befestigungsanlagen an Grenzen und Städten.
Gnadengeld bezeichnet eine regelmässige Zahlung ohne Rechtsanspruch und historisch eine Unterstützung für mittellose Hinterbliebene von Spekulanten.
Goldschmiede-Scheine waren im 17. Jahrhundert in London ausgegebene Quittungen über hinterlegte Edelmetalle, die als Papiergeld verwendet wurden.
Goldtäuschung bezeichnet einen historischen Bergbaubetrug: Anleger wurden durch verstecktes Gold in tauben Gängen zu Investitionen verleitet.
Definition von Geldkunde: Vermittlung von Kenntnissen über Geldsorten, Münzen, ihre Wechselverhältnisse und Verrichtungen im Zahlungsverkehr.
Definition der sicheren Geldanlage: Schutz vor Kaufkraftverlust, Enteignung und Eingriffen Dritter sowie die Rolle von Gold als Sachwert.
Geldbeutel, Geldbörse und Portemonnaie bezeichneten Aufbewahrungsorte für Zahlungsmittel. Wissenswertes zu historischen Geldbeuteln und ihrer Bedeutung.
Freikaufgeld bezeichnete historische Zahlungen zur Befreiung Höriger sowie zum Loskauf Gefangener und entführter Schiffe von Piraten.
Fondsbörse bezeichnet in der älteren Literatur eine Wertpapierbörse. Der historische Begriff „Fonds“ meinte auch allgemein einen Vermögensgegenstand.
Fischpfennig bezeichnete eine Geldabgabe zur Ablösung von Fischlieferungen oder als Entgelt für Fischfang und Fischzucht in Gewässern.
Definition von Fiskalprokurator und Fiskalpatron: rechtskundiger Beamter zur Eintreibung landesherrlicher Einkünfte in älteren Dokumenten.
Der Lexikoneintrag untersucht die Lasten der Finanzkrise, Vermögensverluste begüterter Anleger und die Folgen für die Mittelklasse.
Der Lexikoneintrag untersucht die Ursachen von Finanzkrisen, insbesondere übermäßige Verschuldung, und erörtert ihre mögliche Vermeidbarkeit und…
Festungsgeld bezeichnete eine historische Umlage für befestigte Ansiedlungen und eine Steuer zur Abwehr der Osmanen. Mit verwandten Abgaben.
Festgeld bezeichnet eine zeitlich gebundene Geldanlage mit festem Zinssatz. Der Lexikoneintrag erläutert weitere finanz- und historisch-rechtliche Bedeutungen.
Definition der Familien-Abgabe: historische Steuer für Privathaushalte, die in Württemberg 1739 wegen praktischer Schwierigkeiten aufgehoben wurde.
Definition der Entzauberungsgebühr: Zahlungen an Personen, die angeblich verhextes Vieh heilten – trotz Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert.
Eisenbahnpleite bezeichnet den ab 1847 einsetzenden Zusammenbruch mehrerer Eisenbahn-Aktiengesellschaften in Europa infolge von Überschuldung.
Eckergeld bezeichnete eine historische Zahlung für das Recht, Schweine zur Mast im Wald weiden zu lassen, meist berechnet nach der Zahl der Sauen.
Bedeutung von Detz, Dätz und Datz: historische Abgabe des zehnten Ertragsanteils und spätere Geldzahlung. Herkunft aus dem Lateinischen.
Definition von Defterdar und Tefterdar: historische Bezeichnung für einen Kassen- oder Rechnungswesensleiter sowie den türkischen Großschatzmeister.
Deperditen bezeichneten in älteren Dokumenten die Einbuße durch Lieferungen von Bauern und Handwerkern unter dem Marktpreis an Militär oder Hof.
Dechergeld bezeichnet in alten Dokumenten eine Abgabe auf Leder. Erfahren Sie, was „Decher“ bei Gerbern und Lederern bedeutet.
Dammgeld bezeichnet eine frühere Umlage zur Finanzierung von Bau und Unterhaltung von Dämmen an Küsten sowie Fluss- und Kanalufern.
Danismus oder Anatozismus bezeichnet in der älteren Literatur Zinswucher und über dem Marktzins liegende Zinssätze bei Finanzgeschäften.
Die Darien-Pleite beschreibt das gescheiterte schottische Kolonialprojekt von 1696, seine Finanzkrise und den Weg zum Act of Union 1707.
Burgwerkgeld bezeichnet eine historische Abgabe zum Bau oder zur Erhaltung einer Burg, insbesondere einer Fliehburg. Siehe auch Festungsgeld.
Brettgeld bezeichnete früher die Zahlung für die Beköstigung eines Stadtwächters oder Burgvogts. Erfahren Sie mehr zur historischen Bedeutung.
Definition von Brotlizent: historische Abgabe auf Weizen, Roggen und Dinkel sowie Pflichten des Mühlenbesitzers gegenüber dem Lizent-Kommissar.
Brandschatzgeld bezeichnet historisch ein Lösegeld gegen Plünderung und Brand sowie eine vertragliche Feuerversicherungszahlung bei Brandschäden.
Bedeat bezeichnete in alten Dokumenten eine hohe Hafengebühr in Konstantinopel und anderen türkischen Häfen; teils auch allgemein ein Hafengeld.
Beichtgeld bezeichnete eine freiwillige, später übliche Geldgabe an den Pfarrer, besonders nach der Osterbeichte, und diente teils als Einkommensquelle.
Beisassgeld bezeichnete eine historische Abgabe für Ortsansässige ohne vollständiges Bürgerrecht, etwa Beisassen, Schutzbürger und Paröken.
Beamtenvereine entstanden ab 1864 im deutschsprachigen Raum. Sie boten öffentlich Bediensteten Darlehen, Versicherungen und Ruhestandsbezüge.
Definition von „Bankbeamter“: historische Bezeichnung für kundennahe Bankangestellte, besonders am Bankschalter, bis etwa 1950 gebräuchlich.
Anzugsgeld bezeichnet eine frühere Geldabgabe für Personen, die sich als Zuzügler in einer Gemeinde oder einem Territorium niederlassen wollten.
Ärariengeld bezeichnet eine nach dem Dreißigjährigen Krieg eingeführte Sonderabgabe auf Handänderungen bei Grund- und Betriebsvermögen.
Definition von Anlehnlosen: eine im 19. Jahrhundert verbreitete Form der Geldbeschaffung deutscher Territorialstaaten, ähnlich einer Losanleihe.
Ankergeld bezeichnete eine Abgabe ausländischer Schiffe beim Anlegen. Der Begriff steht auch für englische Kolonialmünzen mit Ankermotiv.
Ablassgeld bezeichnet die Zahlung zur Wiedergutmachung einer Sünde. Der Lexikonartikel erklärt Begriff, Ablassbriefe und den Zusammenhang mit der Reformation.