Regelmässige Offenmarktgeschäfte, die von der EZB in Form von befristeten Transaktionen durchgeführt werden. – Längerfristige Refinanzierungsgeschäfte werden im Wege von monatlichen Standardtendern mit in der Regel einer Laufzeit von drei Monaten ausgeführt, und zwar als Zinstender mit vorab angekündigtem Zuteilungsvolumen. Im Jahresdurchschnitt 2006 betrug der Anteil der Deutschen Bundesbank an den Refinanzierungsgeschäften mit den Banken ungefähr fünfzig Prozent aller Geschäfte im Euroraum, das heisst: die Deutsche Bundesbank wikkelte ein genau so hohes Volumen ab wie allen nationalen Zentralbanken des Eurosystems zusammen. – Darüber hinaus bietet die EZB in Einzelfällen besondere Fazilitäten auf diesem Wege an, wie etwa im Frühherbst 2007 angesichts einer Krise der Sicherheiten mit dadurch bedingter Verknappung der Liquidität. – Der Zinssatz für die normalen Geschäfte ist in Deutschland der Basiszins im juristischen Sinne gemäss § 1 des Diskontsatz-Überleitungs-Gesetzes vom 9. Juni 1998. – Besondere Refinanzierungsgeschäfte der Zentralbank. So bot die EZB im Juni 2014 Langfristkredite über ein Zeitfenster von vier Jahren an, man nannte es “Gezielte längerfristige Refinanzierungsgeschäfte, GLRGs” (targeted longerterm refinancing operations TLTROs), und zwar zum zu dieser Zeit äussert niedrigen Leitzins, praktisch zum Nullzins. Offenbare Absicht dieser Massnahme war es, Kapitalströme nach Südeuropa umzuleiten, um dort die Wirtschaft anzukurbeln. Die offizielle Begründung der EZB sprach von “Massnahme zur Verbesserung des Funktionierens des geldpolitischen Transmissionsmechanismus”. – Indessen gilt als sicher, dass die Zuleitung von immer mehr Geld allein keineswegs zu den in den Staaten der Südfront dringend benötigten Anlageinvestitionen führt. Voraussetzung dafür sind vielmehr günstige Erwartungen der Unternehmen. Diese herbeizuführen liegt aber in der Hand der nationalen Wirtschaftspolitik dieser Staaten. Grundsätzlich kann nicht über längere Zeit hinweg mehr verbraucht als hergestellt werden. Die so entstandene und teilweise noch anwachsende hohe Staatsverschuldung muss dort zurückgeführt und die Wettbewerbsfähigkeit durch entsprechende Massnahmen gestärkt werden. – Siehe Finanzkrise, Krise der Sicherheiten, Liquiditätspool, Notfall-Liquiditätshilfe, Repo-Geschäft, SonderRefinanzierungsfazilität, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Subprime-Krise. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom März 2003, S. 17 ff., Jahresbericht 2007 der EZB, S. 106 ff. (LRGs während der Subprime-Krise), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2008, S. 26 (Übersicht der Geschäfte 1999 bis 2008), Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 37 ff. (Auswirkungen des ersten längerfristigen Refinanzierungsgeschäftes mit einjähriger Laufzeit), Monatsbericht der EZB vom März 2012, S. 43 ff. (Auswirkungen der Refinanzierungsgeschäfte mit dreijähriger Laufzeit), Monatsbericht der EZB vom Juli 2013, S, 31 ff. (vorzeitige Rückzahlungen; viele Übersichten).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/
Passende Formel
Gewichtete Kapitalkosten (WACC)
Eigen- und Fremdkapitalkosten zu einem Unternehmenszinssatz zusammenführen.
Variablen: E Eigenkapital; D Fremdkapital; rE Eigenkapitalkosten; rD Fremdkapitalkosten; s Steuersatz.
Anwendung: Als Diskontierungszinssatz für Unternehmens- und Investitionsbewertungen.