Den Banken zu einem niedrigen Zinssatz von der Zentralbank im Zuge deren Geldpolitik zur Verfügung gestelltes Zentralbankgeld. In der Regel wird daran die Erwartung geknüpft, dass die Banken ihrerseits bereitwilliger in der Kreditgewährung an ihre Kundschaft werden. – Ist jedoch die Investitionsneigung (inducement to invest) bei den Unternehmen und die Konsumneigung (marginal propensity to consume) bei den Privathaushalten minim, so wird das billige Geld in höher verzinsliche Anlagen im Ausland angelegt. – Andererseits werden florierende Unternehmen teure Arbeit durch jetzt billiger gewordenes Kapital ersetzen, was insonders in den NiedriglohnSektoren (low-wage sectors) einer Volkswirtschaft zur Arbeitslosigkeit führt. – Schliesslich lehrt die Finanzgeschichte eindeutig, dass billiges Geld über kurz oder lang in spekulative Blasen und letztlich in eine Inflation mündet. – Ganz sicher begründet gilt auch die Feststellung, dass durch billiges Geld die Strukturprobleme (structural deficits) einer Volkswirtschaft nicht gelöst, und die Mängel an Wettbewerbsfähigkeit (a country’s competitiveness deficit) allein so nicht behoben werden können. – Siehe Bausparvertrag, übersparter, Carry Trades, Dreijahrestender, Finanzinvestition, Geld, billiges, GeldmarktOperationen, Geldüberversorgung, Krise, zentralbankbewirkte, Niedrigzinspolitik, Nullzins, Quantitative Easing, Renditejagd, Tarnkappen-Politik, Zinsallokations-Funktion, Zinsanreiz, Zinsdifferenzgeschäft, Zinssatz, niedrig gehaltener.
Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/