Harmonisierter Verbraucherpreisindex, HVPI (harmonised index of consumer prices, HICP)

Preisindex, zusammengesetzt aus den Lebenshaltungskosten-Indizes (cost-ofliving indexes; Indizes der Konsumentenpreise) der einzelnen Mitgliedstaaten des Eurosystems. Er wird bei den geldpolitischen Zielen der EZB weitgehend als Massgrösse zugrundegelegt. Weil in jedem Mitgliedsland im Eurogebiet für die Berechnung etwa 700 Dienstleistungen (rund vierzig Prozent) und Waren ermittelt werden, gründet sich der HVPI auf rund 1,7 Mio Einzelpreisen; und es kommt ihm daher eine sehr hohe Repräsentanz zu. – Der Index wird von Eurostat berechnet und hinsichtlich der Erhebungstechnik, Abgrenzung, Gewichtung und anderer Merkmale ständig verbessert. Der HVPI liegt für den Zeitraum ab 1995 vor. – Der HVPI gewichtet die Güter allein an ihrem Anteil an den Ausgaben eines durchschnittlichen Privathaushalts gesamthaft. Er kann nicht im besonderen etwa auf Einkommensbezieher mit niedrigem Einkommen Rücksicht nehmen. Bei diesen Privathaushalten weisen in der Regel die von Preissteigerungen besonders betroffenen Güter des täglichen Bedarfs (victuals; Lebensmittel; cigarettes; Zigaretten) einen sehr hohen Prozentsatz auf. Für die unteren Einkommensbezieher bringt es daher nichts, wenn etwa Mobiltelephone, Laptops oder Parfüm billiger werden. – Siehe Ausrichtung, einzielige, Basiseffekt, Baupreisindex, Beschaffungs-Umschichtungen, Bio-Aufschlag, Energiepreise, Güterkorb, HVPI-Buckel, Inflation, Inflation, gefühlte, Kerninflation, Qualitätsänderungen, Preisindex der Lebenshaltung, Produktneuheiten, Substitutionsverhalten Wohnraum, selbstgenutzter, Zwei-Säulen-Prinzip. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Oktober 1999, S. 39 ff., Monatsbericht der EZB vom Dezember 2000, S. 30 ff., Monatsbericht der EZB vom April 2001, S. 47 f., Monatsbericht der EZB vom Mai 2001, S. 42 ff., Monatsbericht der EZB vom Juni 2001, S. 42 f. (hier Aufschlüsselung der Entwicklung seit 1999), Monatsbericht der EZB vom August 2002, S. 43 ff. (hier auch Erklärungen zur PreisniveauKonvergenz), Monatsbericht der EZB vom April 2003, S. 29 (neues GewichtungsSchema), Monatsbericht der EZB vom September 2003 (Analyse der Ursachen der Volatilität), Jahresbericht 2003 der EZB, S. 16 ff. (grundsätzliche Darlegung). – Der laufende Stand und die Entwicklung (ab 1995) des HVPI ist im Teil “Statistik des EuroWährungsgebiets”, Rubrik “Preise, Produktion, Nachfrage und Arbeitsmärkte” des jeweiligen Monatsberichtes der EZB (breit aufgeschlüsseltkommentierend) wiedergegeben. Das aktualisierte Gewichtungs-Schema findet sich im Monatsbericht der EZB vom März 2002, S. 39 (dort auch über die Anwendung zusätzlicher Harmonisierungsregeln ab Jänner 2002). Über Auswirkungen der Umstellung auf den EUR auf den HVPI siehe den Jahresbericht 2001 der EZB, S. 37 f. Über den Einfluss von Steuern und administrierter Preise auf den Index siehe Monatsbericht der EZB vom Januar 2004, S. 32 ff. Über den Einfluss der volatilsten Komponente im HVPI, nämlich des Ölpreises, vgl. Monatsbericht der EZB vom Januar 2005, S. 35 ff., wegen weiterer Komponenten vgl. Jahresbericht 2004 der EZB, S. 44 ff., Monatsbericht der EZB vom Juli 2005, S. 61 ff. (ausführliche Erläuterung; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom März 2006, S. 56 ff. (verbesserte Verfahren bei der Berechnung), Monatsbericht der EZB vom März 2007, S. 54 ff. (saisonale Einflüsse; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Mai 2007, S. 76 f. (Qualität des HVPI), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2008, S. 34 ff. (Neugewichtung, S. 39: Sample der Waren und Dienstleistungen), Monatsbericht der EZB vom September 2008, S. 13 ff. (Anstieg der Nahrungsmittelpreise; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 41 f. (Veränderung der HVPI innert der EWUStaaten seit 1999), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2009, S. 43 f. f. (Bewegung des HVPI während der Finanzkrise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom November 2009, S. 50 ff. (Steuern und HVPI), Monatsbericht der EZB vom Juni 2010, S. 60 ff. (Priese für Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel im HVPI 2007-April 2010), Monatsbericht der EZB vom April 2011, S. 40 ff. (methodische Änderungen der Erfassung und ihre Auswirkungen; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2011, S. 52 ff. (Auswirkungen von Veränderungen der Weltmarktpreise auf den HVPI; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Januar 2012, S. 48 ff. (der Anstieg der Erdölpreise [über fünf Prozent jährlich seit 1999] und der indirekten Steuern sind die Hauptursachen der Preissteigerung; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Februar 2012, S. 59 ff. (Preissteigerungen seit 1999 aufgeschlüsselt; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom März 2012, S. 70 f. (Änderung indirekter Steuern auf die Verbraucherpreise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom April 2012, S. 42 ff. (Neugewichtung), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2013, S. 66 f. (Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt und in der EU; Übersicht; Tendenz zum Gleichlauf), Monatsbericht der EZB vom Februar 2014, S. 56 ff. (Basiseffekte und ihre Auswirkgen; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom März 2014, S. 64 ff. (Einfluss der Dienstleistungspreise auf den HVPI; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom April 2014, S. 45 ff. (Messprobleme), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2014, S, 13 ff. (Bestimmungsgründe der Nahrungsmittelpreise).

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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Harmonisierter Verbraucherpreisindex, HVPI (harmonised index of consumer prices, HICP)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/harmonisierter-verbraucherpreisindex-hvpi-harmonised-index-of-consumer-prices-hicp/ (Stand: 15.10.2022).

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