Durch entsprechend programmierte Rechner in Millisekunden ausgelöste Kauf- und Verkaufsaufträge an der Börse. Das für diesen Zweck jeweils eingesetzte Programm nennt man Arbitrage Trading Programme, APT; manche nennen entsprechende Computerprogramme auch Robotrader – Der Hochfrequenzhandel kann – extreme Kursbewegungen an den Märkten verursachen und verstärken. So kam es am 6. Mai 2010 an der Börse zu Neuyork zu einem durch Fehler in APTs ausgelösten sog. Flash Crash. Innert nur von Minuten verloren dadurch einzelne Aktien die Hälfte und mehr ihres Wertes. Solche Kursstürze können Unternehmen, die auf Kapitalzufuhr angewiesen sind, in grosse Schwierigkeiten bringen. – Gut neunzig Prozent der durch Hochfrequenzhändler getätigten Aufträge werden schnell danach wieder unausgeführt gelöscht; man spricht hier von Quote-Stuffing-Taktik. Die so entstehende sehr hohe Annullierungsrate führt zu einer starken Abweichung zwischen der angezeigten Liquidität des Marktes und dem tatsächlichen Handelsumsatz. Um diese rasche Arbitrage zu behindern, gibt es verschiedene Vorschläge. So soll ein Hochfrequenzhändler dazu verpflichtet werden, einmal ins System gestellte Kurse, zu denen er kaufen oder verkaufen will, für eine bestimmte Zeit offen zu halten. Auch eine Begrenzung der Umsätze der Flash Trades an der jeweiligen Börse wurde in Erwägung gezogen. – Solange aber nicht weltweit einheitliche aufsichtliche Regeln eingeführt und ein Abwandern der Geschäfte auf Plattformen ausserhalb der Börsen verboten wird, dürfte dem Hochfrequenzhandel kaum beizukommen sein. Dabei muss man wissen, dass im Frühjahr 2011 bei Aktien der Anteil des Umsatzes über HFH an der Börse in Neuyork bei etwa siebzig Prozent lag und bereits bei über vierzig Prozent an den deutschen Börsen. Zur gleichen Zeit lag der Umsatz des HFH auf den Devisenmärkten weltweit bei knapp fünfzig Prozent. – Die grundsätzliche Kritik am HFH zielt darauf ab, dass der Markt den Preis eines Vermögensgegenstandes normalerweise zeitnah den grundlegenden Änderungen (fundamental changes) des Wertes anpasst. Es ist indessen nicht einsichtig, wie HFT-Algorithmen, deren Entscheidungen lediglich auf den Einträgen des Orderbuches (Skontros) in den letzten Sekunden beruhen, diesem Ziel der Preisanpassung dienen können. Ein Pakethandel (block trading) von 10’000 Aktien zwischen zwei grossen Investoren führt sicherlich zu einer echten Preisfindung am Markt. Das blitzschnelle hundertfache Hin- und Herschieben von 100 Aktien zwischen zwei HFT-Algorithmen ist hingegen nach den Grundsätzen ökonomischer Vernunft kein Beitrag zur Preisfindung und zur Markteffizienz (market efficiency) und damit zur gesellschaftlichen Aufgabe des Marktes, die knappen Mittel dem besten Wirt zuzuführen. – Siehe Algorithmushandel, Bid-ask-Spread, Devisenhandel, computerisierter, Geisterstunde, Index-Arbitrage, Quote-Stuffing-Taktik, Up-Tick-Rule. – Vgl. Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 69 f. (Regulierung des HFT), Finanzstabilitätsbericht 2011, S. 76 f. (der HFH nimmt an den Börsen eine immer bedeutenderen Anteil ein; Gefahr des schlagartigen Versiegens der Liquidität bei ungünstigen Marktbedingungen; Pläne zur Regulierung des HFH), Jahresbericht 2011 der BaFin, S. 90 f. (Bericht über den Hochfrequenzhandel; Leitlinien der ESMA), Jahresbericht 2012 der BaFin, S. 64 (Regulierungsbemühungen auf weltweiter Ebene), Jahresbericht 2013 der BaFin, S. 35 f. (Erlaubnispflicht durch das Hochfrequenzhandelsgesetz vom Mai 2013) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin, Kapitel “Internationales”.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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