Ansteckungswirkungen (contagion effects)

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Wenn nicht anders definiert die Gefahr, dass ein systemisches Risiko durch Übertragung der Schwierigkeiten bei einem strudelnden Institut auf andere Banken und auf den Finanzmarkt gesamthaft entspringt. – Unmittelbare Ansteckungswirkungen (direct contagion effects) entstehen dabei aufgrund von (by reason of) vertraglichen Beziehungen zu insolventen Instituten. Sie machen Abschreibungen auf Forderungen gegenüber dem zahlungsunfähigen Institut notwendig, oder es erfolgt ein Ausfall des Versicherungsschutzes bei Credit Default Swaps. – Mittelbare Auswirkungen (indirect contagion effects) infolge von sinkenden Vermögenspreisen werden durch Panikverkäufe ausgelöst. Sie führen zu einem übersteigerten Preisverfall, insbesondere bei illiquiden Wertpapieren. Über marktpreisnahe Bewertungsvorschriften kann sich dies in hohen Wertberichtigungen niederschlagen, wie gelegentlich der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise geschehen. – Bei informationsgetriebenen Ansteckungseffekten (information driven contagion effects) kommt es zu einem Abzug von Einlagen, wenn Investoren die Erwartung hegen, dass bestimmte Banken in ähnliche Anlagen investiert haben wie problembehaftete (problematic) Institute. Auslöser eines Abzugs kann auch schon die Vermutung sein, dass die betreffenden Institute zu problembehafteten Teilen des Finanzsystems Kreditbeziehungen unterhalten. – Siehe Bankenkrankenhaus, Fair Value, Finanzmarkt-Zusammenbruch, Kombinationseffekt, Krise der Sicherheiten, Mark-to-Model-Ansatz, Marktwert, Massiv-Verkäufe, Monetisierung, Prozyklizität, Risiko, Verkehrswert, Vermögenswert, eingebundener, Wertpapierbestände, Zeitwert, Zyklik. – Vgl. Finanzstabilitätsbericht 2013, S. 29 ff: (Darlegung verschiedene Ansteckungskanäle).

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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Ansteckungswirkungen (contagion effects)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/ansteckungswirkungen-contagion-effects/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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