Zeitwertbilanzierung (fair value accounting, FVA)
Die Bewertung sämtlicher Finanzinstrumente nach ihrem Zeitwert. – Aus Sicht des bilanzierenden Unternehmens stellt der Zeitwert in der Regel den möglichen Verkaufspreis (exit price) für den betreffenden Vermögenswert dar. – Die Zeitwertbilanzierung beruht grundsätzlich auf der gedanklichen Voraussetzung stets liquider Märkte für alle nach dem Zeitwert angesetzten Posten. Als Nebenbedingung gilt, dass bei einzelnen Veräusserungsvorgängen erzielte Werte auch dann zutreffen, wenn der Gesamtbestand eines Finanzinstruments aus dem Portfolio am Markt zum Kauf/Verkauf angeboten wird. Dies wirft eine ganze Reihe schwieriger Einzelprobleme auf. So zeigte sich im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise, dass bis dahin hoch liquide (highly liquid) Märkte plötzlich austrockneten, dass also ein Käufer für Vermögenswerte zu keinem Preis zu finden war. – Siehe Ansteckungswirkungen, Audit, Bewertbarkeit, Bewertung, Darstellung, glaubwürdige, Full Fair ValueStandard, Gegenpartei, zentrale, Inventarwert, Kombinationseffekt, Mark-to-Model-Ansatz, Marktwert, Prozyklizität, Transparenz, Verbindlichkeit, Vermögenswert, eingebundener, Zyklik. – Vgl. Jahresbericht der EZB 2001, S. 158, Monatsbericht der EZB vom Februar 2004, S. 77 ff., Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 29 f., Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 108 (Prudential Filter bei der Eigenmittelbewertung), Jahresbericht 2009 der BaFin, S. 121 (Zeitwertbilanzierung von Finanzinstrumenten nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz [BilMoG] vom Mai 2009).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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