Leistungsbilanz-Defizit (deficit on current account)

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Grob gesagt (roughly speaking): in einem Staat wird mehr verbraucht als produziert; es wird mehr Geld ausgegeben als vorhanden ist, und ausgeglichen wird dieses Ungleichgewicht durch Kapitalzuflüsse von aussen. Über mehrere Jahre sich hinziehende Defizite in der Leistungsbilanz deuten im Regelfall – Ausnahmen sind beispielsweise Kriege oder Naturkatastrophen (natural disasters) auf einen unwirtschaftlichen (inefficient. the scarce resources do not reach the most favourable allocation) Einsatz der Produktionsfaktoren hin. – Ist die gesamtwirtschaftliche Ersparnis in einer Periode kleiner als die Investition, so gibt der negative Saldo der Leistungsbilanz die Ersparnislücke an. Diese muss notwendigerweise im Ausland über einen Abbau dort befindlicher Guthaben oder eine Verschuldung gedeckt werden. – Der weltweit verflochtene Finanzmarkt erlaubt es Volkswirtschaften mit hoher Wachstumskraft, sich zur Finanzierung des Wachstums im Ausland zu verschulden, also mehr Investitionen zu tätigen als durch die eigene Sparleistung möglich ist. Die dadurch bewirkte Erweiterung und Verbesserung des Kapitalstocks schafft – ökonomisch sinnvoller Einsatz des aufgenommenen Kapitals vorausgesetzt – in den Folgeperioden eine Zunahme des Wachstums. Die Verzinsung und Abzahlung der im Ausland aufgenommenen Schulden kann damit ohne Einschränkung des Konsums geleistet werden. – Siehe Anpassung, symmetrische, Griechenland-Krise, Wachstumsunterschiede, währungsrauminterne. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2010, S. 17 ff. (Grundsätzliches zu LeistungsbilanzDefiziten; Übersichten; Literaturhinweise), S. 63 f. (Wirkung von Leistungsbilanz-Defiziten in der Finanzkrise), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2011, S. 50 ff. (Leistungsbilanzdefizite im Rahmen der EU- Überwachung), Monatsbericht der EZB vom Januar 2013, S. 45 ff. (Belastung der Leistungsbilanz durch Erdöleinfuhren im Eurogebiet, nach Ländern aufgegliedert).
Leitbildfestlegung und Zielvorstellung (values statement): In Bezug auf eine Bank die jedem Mitarbeiter vorgegebenen Auflagen, die sein Verhalten im Institut (inhouse) und im Verkehr mit der Kundschaft (in dealing with customers) prägen sollten. Eine solche Unternehmenskultur (corporate culture) ist zumeist durch schriftlich festgelegte Grundsätze umschrieben, wie etwa Ehrlichkeit, Kundenfreundlichkeit, Kulanz und Redlichkeit; sie kann sich auch auf Äusserlichkeiten wie Corporate Fashion erstrecken (a bank’s standards that reflect its culture by classifying fundamental rules concerning conduct and behaviour in all business related matters, quite often including corporate fashion and beyond that). – Siehe Banker-Stammtisch, Behavioural Branding, Corporate Governance, Dress Code, Silodenken, Tenu-Schlamper.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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Passende Formel

Eigenkapitalquote

\[EKQ=\frac{Eigenkapital}{Gesamtkapital}\cdot100\]

Den Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme messen.

Variablen: Eigenkapital bilanzielles Eigenkapital; Gesamtkapital Bilanzsumme.

Anwendung: Für Stabilitäts-, Bonitäts- und Finanzierungsanalysen.

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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Leistungsbilanz-Defizit (deficit on current account)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/leistungsbilanz-defizit-deficit-on-current-account/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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