Vollgeld (fully reserve-backed money)

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Grundsätzlich kann eine Bank in weitem Rahmen Kredite vergeben und damit neues Geld schaffen. Denn ein Darlehn zahlt sie aus, indem sie die entsprechende Summe dem Kunden auf seinem Konto gutschreibt. Der Kunde zahlt mit dem bereitgestellten Betrag Rechnungen und bringt damit dieses Geld, das zuvor nicht gab, in Umlauf. Dieser Vorgang ist die Geldschöpfung der Banken. – Weil diese nun angeblich der hauptsächliche Grund ökonomischer Verwerfungen und Krisen sei, so müsse die Geldschöpfung durch Banken nach Meinung der Vertreter eines Vollgeldsystems untersagt werde. Diesen Vorschlägen zufolge darf nur noch eine einzige Stelle, nämlich die Zentralbank, Geld schöpfen. Die Banken müssen diesen Forderungen zufolge ganz einfach alle Kredite, die sie einräumen, zu hundert Prozent mit Zentralbankgeld decken; die Zentralbank also eine Mindestreserve vom hundert Prozent festsetzen. Nach den Befürwortern dieser radikalen Umgestaltung des Geldwesens sind damit nur Vorteile verbunden, die in der entsprechenden Literatur gebetsmühlenartig wiederholt werden (vor allem werden genannt — much better control of abrupt increases and contractions of bank credit and, by this, of the supply of bank-created money, which is assumed to be the major source of business cycle fluctuations; — complete exclusion of bank runs; — reduction of the public debt on a dramatic scale; — massive decline of private debt and last not least – an inflation rate of zero). – Indessen bleibt die Frage letztlich immer unbeantwortet, ob in einem Vollgeldsystem vorteilhafter, also mit einem höheren Grad an Sicherheit als bei der Kreditvergabe jetzt, darüber entschieden wird, dass Geld als Anspruch auf knappe Ressourcen in die beste Verwendung fliesst, sprich: dem “besten Wirt” (to the most favourable allocation of resources) zugeteilt wird. Bedauerlicherweise sind die Überlegungen zum Vollgeld schon sehr nahe an einen Glaubenskrieg gekommen – mit allen einen solchen kennzeichnenden unschönen Begleitumständen. Das macht es schwer, einzelne Gedanken aus dem Vollgeldsystem – etwa: nach bestimmten Gesichtspunkten gestaffelte Mindestreserve-Sätze für Kredite der Banken – sachlich zu erörtern. — Siehe Banking Theorie, Chicago-Plan, Currency Theorie, Free Banking, Geld, privates, Geldsystem, Parallelwährung.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Vollgeld (fully reserve-backed money)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/vollgeld-fully-reserve-backed-money/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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