Staatsverschuldungs-Druck (public debt pressure)

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Eine hohe Staatsverschuldung in der Eurozone macht die Regierungen überempfindlich in Bezug auf Zinsschritte der Zentralbank. Denn wie sich finanzmathematisch nachrechnen lässt, belastet eine auch nur geringe Anhebung der Leitzinsen den Schuldendienst der öffentlichen Haushalte weit höher als die vollzogene nominelle Zinserhöhung. – Das jedoch fordert Auseinandersetzungen der Schuldnerstaaten (at various levels: Regierungen, Parlamente, Presse, Gesellschaft) mit der Zentralbank heraus. In der öffentlichen Wahrnehmung ist dann unversehens nicht mehr der ausserordentlich hohe eigene Schuldenstand das Übel, sondern die auf Geldwertstabilität und damit auf die Bewahrung der Masstabeigenschaft des Geldes ausgerichtete Politik der Zentralbank. Erfahrungsgemäss setzt nunmehr ein Trommelfeuer (barrage) gegen die Zentralbank ein. Letzten Endes werden Falken dann über Nacht (between nightfall and daybreak) durch Personen ersetzt, die eher geneigt sind, eine Inflation zuzulassen. – Siehe Ausgabenquote, öffentliche, Blame game, Defizitquote, Euro-Krise, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Geld, sittliches, Geldeigentumsrecht, Geldpolitik, Geldvertrauen, Geldwertstabilität, Inflations-Steuer, Nettogläubiger, Nominalwertprinzip,
Poltergeist, Schuldenbremse, Schuldenquote, Semester, europäisches, SiebenprozentGrenze, Solidarität, finanzielle, Staatsschuld, Staatsverschuldung, konsummindernde, Staatsschulden-Rückführung, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Verschuldungsquote, öffentliche, Transferunion, Weginflationierung, Zahltag-Grundregel, Zinsautonomie. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom März 2010, S. 95 (Erwägungen zur Finanzpolitik: vier schwerwiegende Folgen hoher Haushaltsdefizite), Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 17 ff. (Staatsschulden wirken auf fast alle volkswirtschaftlichen Grössen ein; ausführliche Darstellung), Vgl. Monatsbericht der EZB vom März 2013, S. 92 ff. (Wachstumshemmung hoher Staatsverschuldung; Übersichten; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Mai 2013, S. 93 ff (eingehende Analyse des Schuldenstandes der Mitglieder der Eurozone; Übersichten; Literaturverweise).

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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Staatsverschuldungs-Druck (public debt pressure)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/staatsverschuldungs-druck-public-debt-pressure/ (Stand: 15.10.2022).

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