Marktdisziplin (market discipline)

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Die wirkenden Kräfte des frei ablaufenden Tauschverkehrs – Angebot, Nachfrage, Preis -, durch welche das Verhalten eines jeden Marktteilnehmers bestimmt wird (the forces in a market based on free exchange which tend to determine the activities of each market participant). – In Bezug auf den Finanzmarkt das Verhalten einer Bank, die Öffentlichkeit über ihr Kapital, über eingegangene Risiken und die Kapitaladäquanz umfassend und eindeutig zu unterrichten mit dem Ziel, günstige Bedingungen bei der Beschaffung neuen Fremdkapitals oder frischen Eigenkapitals an den Primärmärkten zu erreichen (direct market discipline; unmittelbare Marktdisziplin). In der Regel werden Rating-Agenturen bonitätsschwache Banken erkennen und entsprechend herabstufen. – Der Einfluss von Einleger, Gläubiger und Aktionären auf das Risikoverhalten einer Bank (indirect market discipline; mittelbare Marktdisziplin). Um einen entsprechenden Druck wirksam werden zu lassen, sollte die Einlagensicherung auf Kleinanleger beschränkt sein. Einflussreiche Gläubiger der Bank – wie nicht versicherte Einleger oder Inhaber hochverzinslicher nachrangiger Titel – müssen damit zu rechnen haben, dass sie ihre Depositen im Falle eines Bankzusammenbruchs verlieren. – Siehe BankaktionärsInteressee, Basel-II, Crash, Handelsoffenlegung, Londoner Verfahren, Marktkräfte, Marktmechanismus, Marktwirksamkeits-Annahme, Mezzanin-Kapital, Moral Hazard, Rangfolge-Theorie, Offenlegungspflichten, Risikoprofil, Risikopuffer, Single Master Liquidity Conduit, Überlauf-System, Zwangswandelanleihe. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Februar 2005, S. 57 ff. (ausführliche Darstellung; wichtige Definitionen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2005, S. 73 ff. (lehrbuchmässige Darstellung; viele Literaturhinweise).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Marktdisziplin (market discipline)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/marktdisziplin-market-discipline/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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