Immobilienblase (housing bubble)

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Das – rasche, starke Ansteigen der Preise für bebaute – manchmal werden auch baureife und unbebaute Böden einbezogen – Grundstükke, – welches mit gewöhnlichen Verhältnissen von Angebot und Nachfrage (ordinary conditions of supply and demand) auf dem Immobilienmarkt nicht zu erklären ist, und – das somit auf vorübergehende spekulative Käufe (temporary speculative buying) hindeutet, – denen über kurz oder lang plötzliche Verkäufe grossen Umfangs folgen werden. – Um Immobilienblasen zu mindern, müssten weltweit die Eigenkapitalanforderungen für Immobilienkäufer erhöht werden; genauer: indem man Beleihungsgrenzen festlegt, die abhängig von der Geschwindigkeit sind, mit welcher die Immobilienpreise in einem bestimmten Zeitraum zugenommen haben. Solche Grenzwerte sollten entweder unmittelbar durch alle Aufsichtsbehörden der Welt eingeführt werden oder mittelbar über Vorschriften zur risikogewichteten Unterlegung an die kreditgebenden Banken. Bei gleichgerichteter Politik in allen Ländern liesse sich so die Liquidität mindern, über die Käufer den Vermögenspreisboom (asset price boom) anheizen. – Freilich lehrt die Finanzgeschichte, dass bei rauschhaften Erwartungen (euphoric expectations) auf Gewinn und Reichtum sich gerade kleine Anleger durch nichts und von niemandem bremsen lassen; Blasen also immer wieder auftreten werden. – Zinserhöhungen der Zentralbank halten Immobilienspekulanten erfahrungsgemäss kaum zurück. Eine solche Politik würde aber viele Bereich der Wirtschaft hart treffen, die auf erschwingliche Kredite zur Verbesserung oder Erweiterung ihrer Kapazitäten angewiesen sind. Die Behinderung dieser Investitionen muss sich über kurz oder lang auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirken. Das wiederum hat Folgen vor allem für die Beschäftigung. – Siehe Aktienblase, Ausrichtung, vermögensorientierte, Bauinvestitionen, Bauland, Betongold, Blase, spekulative, Börsenpreis, BoomBust-Zyklus, Carry Trades, Complacency, Deflation, schlechte, Dotcom-Blase, ErstratenVerzugsklausel, Gewerbeimmobilien, Goldpreis, Hindsight, Home Mortgage Disclosure Act, Hypothekenschulden, Immobilienkredit-Beschränkung, Immobilien-Sicherheiten, Leerstandsquote, Marktkenntnis, zentralbankliche, Mietrendite, Mortgage Equity Withdrawal, Niedrigzinspolitik, Nullzins, Real Estate Investment Trust, Repression, finanzielle, Rückkoppelungsschleife, Panikverkäufe, Portfolio-Umschichtung, Subprime-Krise, Unterlegung, Vermögenseffekt, Wohneigentum, Zinsallokations-Funktion, Zinsanreiz, Zinsdifferenzgeschäft, Zinssatz, niedrig gehaltener. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 2005, S. 53 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2007, S. 15 ff. (Zusammenhang zwischen Immobilienmarkt und Geldnachfrage; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom September 2010, S. 60 ff. (Immobilienmarkt in der Eurozone seit 1997; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom November 2010, S. 75 ff. (lehrbuchmässige Darstellung von Vermögensblasen), S. 96 f. (Geldnachfrage und Immobilienvermögen), Finanzstabilitätsbericht 2011, S. 43 f. (Immobilienmarkt in Deutschland stabil; Übersichten), S. 67 ff. (ausführliche Abhandlung mit vielen Übersichten; Vergleiche mit den USA; bleibende Unsicherheiten), Finanzstabilitätsbericht 2013, S. 17 (Preise für Wohnimmobilien steigen; Gefahren).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Immobilienblase (housing bubble)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/immobilienblase-housing-bubble/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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