Ein Zweitrundeneffekt liegt vor, wenn ein ursprünglicher Preisschock nicht auf seine unmittelbaren Preiswirkungen beschränkt bleibt, sondern sich in höheren Löhnen, angepassten Inflationserwartungen oder einer veränderten Preissetzung fortpflanzt. Nach dem Bericht treten lohnbezogene Zweitrundeneffekte in Deutschland typischerweise mit größerer Verzögerung und vor allem bei gleichzeitig höherer gesamtwirtschaftlicher Nachfrage auf. Inflationserwartungen können sich dagegen aufgrund jüngerer Erfahrungen mit hohen Inflationsraten schneller anpassen.
Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht – Mai 2026 , 21.05.2026 , PDF-S. 110. https://publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/994554/referenceDoc/1848f70c0a75eca85670941b7b2518f9.