Allgemein ein Dokument, das irgend eine Verpflichtung des Ausstellers gegenüber dem Inhaber belegt (which evidences an ownership claim in, indebtedness of, or other outstanding financial obligations of the issuer). – Anteilsschein am Fonds einer Kapitalverwaltungsgesellschaft. – Aktien-Zertifikat: Banken stellen über ausländische, nicht an der heimischen Börse zugelassene Aktien Bescheinigungen aus, sie machen diese dadurch am inländischen Markt und in heimischer Währung handelbar. – Zeugnis als Urkunde, als Garantieschein (guarantee document), das die Richtigkeit wie Gewicht oder Feingehalt eines Produktes etwa eines Goldbarrens bestätigt. – Zugeteilte Bescheinigung über eine Menge an Schadstoffausstoss (Verschmutzungszertifikat; tradable emission permit: certificate concerning NOx-emission), die beim Emissionsrechte-Handel im Rahmen der Massnahmen zur Umweltpolitik vermarktet werden kann. – Im Optionshandel erwirbt man mit einem Zertifikat eine Forderung, die auf einem oder mehreren Basiswerten beruht oder deren Wert sich aus mehreren Indikatoren bildet. Sie sind verbrieft und haben eine beschränkte Laufzeit. Einzelne Formen sind – IndexZertifikate: sie spiegeln einen Gesamtmarkt wider und gründen oft auf einen offiziellen Aktienindex etwa dem Dax, – Regionen-Zertifikate: sie werden aus Indizes oder Aktienkursen von Gesellschaften in bestimmten Regionen, etwa Osteuropa oder pazifischer Raum, zusammengestellt und – Basket-Zertifikate: sie setzen sich aus einer Auswahl nationaler oder internationaler Gesellschaften einer bestimmten Branche, etwa Biotechnologie, oder aus Indizes, oder aus Obligationen oder aus anderen Basiswerten zusammen. – Die Rückzahlung erfolgt am Ende der Laufzeit (upon maturity; bei Verfall) und beträgt bei einem Index-Zertifikat einen bestimmten Betrag pro Indexprozent und bei Regionen- sowie Basket-Zertifikaten die Differenz zwischen Marktwert bei Verfall und Ausübungspreis. – Inzwischen gibt es eine sehr grosse Zahl verschiedener Arten von Zertifikaten, die teils auf professionelle Investoren, teils auch besonders auf Privatanleger zugeschnitten sind. Deren Akzeptanz sank im Zuge der Subprime-Krise zunächst, zumal viele dieser Papiere in ihrer Gestaltung und damit letztlich in ihrem Risikogehalt nur schwer durchschaubar waren. Immerhin aber wurden aber bereits im Jahr 2009 mehr als 500’000 (!!) Zertifikate neu aufgelegt: gut 2’000 je Handelstag. Die Zahl der im Handel in Deutschland befindlichen Zertifikate betrug zu Jahresbeginn 2013 etwa 970’000 Stück. Begünstigt wurde dieser Anstieg auch durch vereinfachte Zulassungsregeln. Die Emittenten von Zertifikaten müssen auf Grundlage eines Rahmenprospektes der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nur die endgültigen Bedingungen der jeweiligen Zertifikate zusenden; einer gesonderten Genehmigung bedarf es nicht. – Siehe Airbag-Zertifikat, Basket-Zertifikat, BonusZertifikat, Diskont-Zertifikat, Express-Zertifikat, Garantie-Zertifikat, Hebel-Zertifikat, Indexfonds, Marke, Outperformance-Zertifikat, Partizipations-Zertifikat, Produkte, strukturierte, Quanto, Sprint-Zertifikat, Strategie-Zertifikat, Themen-Zertifikat, Twin-Win-Zertifikat, Zertifikateschneider. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2008, S. 21 (Definition der Zertifikate im Sinne von ; Transparenzprobleme), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2013, S. 47 (Zertifikate im Besitz der Privathaushalte aufgeschlüsselt).
Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/