Wechselkurs-Effekt, realer (real exchange rate effect)

Auch in: FR

Wenn in einem einheitlichen Währungsraum wie im Euro-Währungsgebiet einzelne Regionen eine niedrigere Inflationsrate aufweisen als der Durchschnitt, dann verbessert sich die preisliche Wettbewerbsfähigkeit dieses Gebietes, was konjunkturbelebend wirkt. Man spricht dann auch von einem Stabilitäts-Bonus (stability bonus). Dieser gleicht die zwangsläufig damit verbundenen höheren Realzinsen in etwa aus. – Bei der Einschätzung der Wirkung des realen Wechselkurseffektes muss man überdies auch berücksichtigen, dass sich der Vorteil niedrigerer Inflationsrate im Zeitablauf anhäuft. Die Wirkungsstärke des möglicherweise dämpfenden Realzinseffektes dagegen bleibt in jeder Periode mehr oder weniger gleich. – Siehe Inflationsdifferenzen, Realzinsargument. – Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Mai 2008, S. 42 f. (Zusammenhang zwischen preislicher Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 38 f. (Veränderung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit innert der EWU-Staaten seit 1999), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 93 ff. (unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit einzelner EU-Mitgliedsstaaten; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2010, S. 41 ff. (Wechselkursentwicklung während der Finanzkrise; Übersichten; Berechnungen).

Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/

Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Wechselkurs-Effekt, realer (real exchange rate effect)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/wechselkurs-effekt-realer-real-exchange-rate-effect/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

15 Seitenaufrufe dieser Seite