Übernachfrage, volkswirtschaftliche (exaggerated macroeconomic demand)

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Ein Zustand, bei dem die heimische Endnachfrage (domestic final demand) die heimischen Produktionsmöglichkeiten übersteigt. Das führt im Inland CETERIS PARIBUS zur Inflation. Es kommt gleichzeitig zu einem Anstieg der Importe; und der Wechselkurs der betreffenden Währung muss dadurch sinken. – Wird der Produktionsengpass – nicht innert einiger Zeit durch Erweiterungsinvestitionen (additional investments in expansion) im Inland aufgebrochen oder – ist solches nicht möglich, weil sich die Nachfrage auf in der eigenen Volkswirtschaft nicht zu produzierende Güter richtet, dann gerät die Zahlungsbilanz dieses Landes immer mehr ins Ungleichgewicht. Am Ende muss die heimische Währung abgewertet werden, wenn man von Importzöllen oder gar Einfuhrverboten absieht. – Findet die beschriebene volkswirtschaftliche Übernachfrage innert einer Währungsunion statt, dann steigt die Staatsverschuldung des betreffenden Mitglieds. Das hat, wie sich sehr deutlich im Falle der Griechenland-Krise zeigte, Folgen für sämtliche Teilnehmer des Währungsgebietes. Diese müssen am Ende auf die eine oder andere Weise für die übermässige Staatsverschuldung des betreffenden Mitglieds einstehen. – Siehe Abwertung, Bail-out, Differentialzoll, Euro-Bonds, Europäische Schuldenagentur, Europäischer Stabilitätsmechanismus, Europäischer Währungsfonds, Eventualschuld, EWU-Sprengsatz, EZB-Bilanz, Finanzstabilität, Japanisierung, Überkonsum, Zwangsenteignung.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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https://www.gerhardmerk.de/

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Passende Formel

Punktpreiselastizität der Nachfrage

\[\varepsilon_{Q,P}=\frac{dQ}{dP}\cdot\frac{P}{Q}\]

Die relative Nachfragereaktion auf eine marginale Preisänderung messen.

Variablen: Q Nachfragemenge; P Preis; dQ/dP Steigung der Nachfragefunktion.

Anwendung: Für Preisentscheidungen, Nachfrageanalyse und Umsatzwirkungen.

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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Übernachfrage, volkswirtschaftliche (exaggerated macroeconomic demand)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/ubernachfrage-volkswirtschaftliche-exaggerated-macroeconomic-demand/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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