Der auf dem Markt zu zahlende Geldbetrag für international gehandelte Grundwerkstoffe (Rohwaren). In ihren Veränderungen wirken sich Rohstoffpreise auf die Preise für Vorleistungsgüter (intermediate inputs) aus. Weil diese aber im Eurogebiet rund dreissig Prozent im Erzeugerpreisindex ausmachen und über kurz oder lang auf den HVPI durchschlagen, so werden sie von der Zentralbank genau beobachtet. – In der Verarbeitenden Industrie (manufacturing industry) gesamthaft versucht man zwar, Erhöhungen der Rohstoffpreise möglichst aufzufangen. Dazu diesen vor allem Mittel wie – Senkung der Produktionskosten, – Verwendung von Substituten, – Änderung der Rezepturen oder – Einsparungen im Verwaltungsbereich. – Markenartikler (brand owners) haben mit in der Regel sehr hohen Investitionen in Werbung und Verkaufsförderung (sales promotion) starke, preisunelastische Marken (price-inelastic trademarks) aufgebaut. Hier führt eine Preiserhöhung um ein Prozent zu einem Nachfragerückgang von bei weitem weniger als ein Prozent. Die damit erlangte Preissetzungsmacht (price-setting power) erlaubte es in der Vergangenheit den jeweiligen Unternehmen, gestiegene Preise vor allem bei Agrarrohstoffen sofort durch höhere Endproduktpreise anzugleichen; häufig genug sogar überkompensierend (over-compensating: they raised the prices more than to offset the higher costs associated with the raise of raw material prices). – Siehe Agrarpolitik, Biotreibstoffe, Cost-PushInflation, Erdöl-Lebensmittel-Zusammenhang, Erdölpreis, Finanzialisierung, Inflation, weltweite, Klima-Inflation, Kohlendioxid-Inflation, Konjunkturdiagnose, Protein-Inflation, Rohstoffblase, Zwei-Säulen-Prinzip, Zweitrunden-Effekte. – Vgl. den Anhang “Statistik des Euro-Währungsgebiets”, Rubrik “Preise, Produktion, Nachfrage und Arbeitsmärkte” im jeweiligen Monatsbericht der EZB (aufgeteilt mit und ohne Energiepreise), Monatsbericht der EZB vom März 2004, S. 47 ff. (Bedeutung der Rohstoffpreise für die Geldpolitik), Monatsbericht der EZB vom Januar 2008, S. 91 (Nachfrage der Schwellenländer lässt Rohstoffpreise steigen und wirkt auf den HVPI ein), Monatsbericht der EZB vom September 2008, S. 21 (Schwankungen der Rohstoffpreise in Abhängigkeit von Spekulanten: Übersicht), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2008, S. 37 ff. (Trends bei den Rohstoffpreisen; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2008, S. 15 ff. (von der EZB ausgewiesene Indizes, Übersichten), Monatsbericht der EZB vom März 2009, S. 17 f. (auffallende Abwärtsbewegung 2008; Übersicht), Jahresbericht 2008 der EZB, S. 65 ff. (Entwicklung während der Finanzkrise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom März 2010, S. 16 f. (Erdölmarkt 2000-2009; Übersichten), Jahresbericht 2010 der EZB, S. 60 f. (Rohstoffpreise und HVPI; Aufschlüsselung der Auswirkungen auf einzelne Sektoren; viele Übersichten; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Januar 2011, S. 13 ff. (Marktzustand und Aussichten; Preise seit 2006; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2011, S. 52 ff. (Grundsätzliches und Aktuelles zu den Ansteckungswirkungen; Übersichten), Jahresbericht 2011 der EZB, S. 53 ff. (Übertragungseffekte auf andere Sektoren der Wirtschaft; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2013, S. 59 ff. (sehr ausführliche Darstellung; viele Übersichten; Literaturverweise), Monatsbericht der EZB vom Juli 2014, S. 15 ff. (Rohstoffpreise seit 1999; Einfluss auf die Inflation; Übersichten; Literaturhinweise).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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