Papiergeld – seltener auch Münzen -, das bei Knappheit an Zahlungsmitteln besonders in Kriegszeiten und bei galoppierender Inflation ersatzweise von Städten, Kreisen, Provinzen und anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, selbst auch von Banken und Firmen, ausgegeben wird. Zur Zeit der Hochinflation in Deutschland im Frühjahr 1923 waren 1’723 (!!) Druckereien damit beschäftigt, neue Geldscheine herzustellen, deren Wert aber oft schon bei Ankunft in den ReichsbankNiederlassungen gesunken war, und die deshalb an Ort und Stelle mit neuem Wertaufdruck überstempelt (marked) werden mussten. – Im engeren Sinne zwischen 1914 und 1924 in Deutschland ausgegebenes Papiergeld, das unter sehr unterschiedlichen Bezeichnungen – wie Anweisung, Aushilfskleingeld, Bon, Kupon, Depotquittung, Ersatzwertzeichen, Fabrik-Kassenbon, Garantieschein, Geldschein, Girokarte, Gutschein, Interimskassenschein, Karte, Kassenschein, Kleingeld, Kleingeldersatzschein, Kreditschein, Kriegsgeld, Kriegsschein, Marke, Notgeldschein, Notgeldzwischenschein, Notgutschein, Platzanweisung, Quittung, Restbetrag, Rückvergütungssammelschein, Scheck, Gutschrift, Schein, Notgeld, Spareinlage, Sparmarke, Sparschein, Stadtkassenbon, Warengutschein, Wechselgeldwertmarke Wechselschein, Zettel und andere Benennungen – in den Zahlungsverkehr eingespeist wurde. – In älteren Dokumenten auch Geld oder geldnahe Vermögenswerte für den Fall einer unvorhergesehenen finanziellen Zwangslage; auch heute oft in Bezug auf einen Privathaushalt neben Notgeld auch Notgroschen, Notpfennig (nest egg), Spargroschen und Sparpfennig (savings for rainy days) genannt (money saved particularly as a reserve fund for use in emergencies or retirement; a bank account or other form of investment which regularly increases in value by virtue of interest accrued or additional deposits made). – Siehe Behelfsgeldschein, Ersatzgeld, Ersatzmünzen, Geldmangel, Inflation, galoppierende, Kassenschein, Notreserve, Obsidional-Münzen.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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