Kobra-Effekt (Kobra effect)

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Eine geldpolitische (allgemein: eine wirtschaftspolitische) Massnahme muss allfällige mittelbare Anreizwirkungen (subsequent incentive effects) auf die Marktteilnehmer bedenken. Es könnte sonst nämlich das angestrebte Ziel in das Gegenteil verkehrt werden. – Die britische Kolonialverwaltung in Indien wollte die höchst gefährlichen Brillenschlangen (spectacled cobra, Indian cobra: a snake of tropical Africa and Asia) begrenzen. Für jede gefangene Kobra zahlte die Behörde daher eine Belohnung in Bargeld. In der Folge züchtete man im grossen Stil Kobras, um diese zwecks Empfang der Prämie bei der zuständigen Dienststelle abzuliefern. – Als jedoch das Kopfgeld wegen dieses Missbrauchs nun wieder aufgehoben wurde, setzten die Züchter ihre Schlangen aus; denn diese waren für sie ja jetzt wertlos geworden. Dadurch vervielfachte sich schlussendlich die Zahl dieser Giftschlangen. – Siehe Geldpolitik, vorausschauende, Moral Hazard, Round Tripping, Zinseinfrierung.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Kobra-Effekt (Kobra effect)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/kobra-effekt-kobra-effect/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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