Kerninflation (core inflation)

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Das dauerhafte Ansteigen der Preise. Herausgerechnet werden vorübergehende (sektorspezifische bzw. sprunghafte, erratische; erratic) Preisbewegungen, wie vor allem der Erdölpreis; oft auch Headline-Inflation genannt. – Freilich führte das Ausscheiden bestimmter Bestandteile aus dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (was immer wieder vorgeschlagen wird) dazu, dass dieser für die Geldpolitik so wichtige Index als Masstab für die Preisänderungen unbrauchbar würde. So haben Energiepreise und unverarbeitete Nahrungsmittel (zwei Bestandteile, die in der Kerninflation meistens fehlen) im HVPI ein Gewicht von über zwanzig Prozent. Es wird (durchaus überzeugend) vorgetragen, dass die Verbraucher nicht mit “Kern-Geld” ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern etwa steigende Erdölpreise ganz aus ihrem Einkommen bezahlen müssen. – Andererseits wird die Berechnung der Kerninflation damit gerechtfertigt, dass so der Trend im Harmonisierten Verbraucherpreisindex klarer erkennbar wird (the prices for food and energy tend to fluctuate sharply, as was seen in earlier decades; this volatility is then passed on into the general price index, in turn making it difficult to interpret the overall direction, the trend). – Siehe Basiseffekt, Energie-Inflation-Zusammenhang, ErdölLebensmittel-Zusammenhang, Geldmenge, Geldmengen-Fetischismus, Inflation, Lug-undTrug These, Nahrungsmittel, Ölpreis, Preisstabilität, Protein-Inflation, Quantitätstheorie, Rohstoffpreise, Schocks, strukturelle. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2001, S. 55 ff.; Monatsbericht der EZB, vom Juni 2002, S. 38 ff., Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2005, S. 24 ff., Monatsbericht der EZB vom September 2007, S. 66 ff. (Einfluss der Nahrungsmittelpreise auf den HVPI; Übersichten), Monatsbericht vom Dezember 2007, S. 62 ff. (Nahrungsmittel im HVPI, nach Ländern aufgegliedert), Monatsbericht der EZB vom März 2008, S. 66 ff. (Kerninflation 1999-2007; Übersichten; Fragen der Messung), Monatsbericht der EZB vom September 2008, S. 13 ff. (Anstieg der Nahrungsmittelpreise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Juni 2009, S. 61 ff. Messgrössen für die Kerninflation im Eurogebiet; Querschnittsverteilung; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Juni 2010, S. 60 ff. (Preise für Agrarrohstoffe und Nahrungsmittel seit 2007; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2013, S. 66 f. (Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt und in der EU; Übersicht; Tendenz zum Gleichlauf), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2013, S. 68 ff. (tiefgehende Analyse zur Messung der Kerninflation). Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2014, S, 13 ff. (Bestimmungsgründe der Nahrungsmittelpreise).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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Inflationsrate

\[\pi_t=\frac{P_t-P_{t-1}}{P_{t-1}}\cdot100\]

Die prozentuale Veränderung eines Preisindex zwischen zwei Perioden bestimmen.

Variablen: π Inflationsrate in Prozent; P Preisindex.

Anwendung: Für Verbraucherpreisindex, BIP-Deflator und andere Preisindizes.

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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Kerninflation (core inflation)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/kerninflation-core-inflation/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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