Finanzmarktstabilisierungsanstalt, FMSA und Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (German financial market stabilisation authority)

Die Subprime-Krise vom Sommer 2007 weitete sich auch in Deutschland im Herbst 2008 zu einer Finanzkrise aus, weil – wider Erwarten sehr viele deutsche Institute hohe Bestände an toxischen Papieren hielten, – ob dessen das gegenseitige Vertrauen der Banken dahinschwand und daher – der Interbankenmarkt trotz aller Bemühungen der EZB praktisch austrocknete. – Der deutsche Staat errichte daraufhin im Oktober 2008 im Zuge Finanzmarktstabilisierungsgesetzes einen Unterstützungsfonds (gesetzlicher Name: Finanzmarkt-Stabilisierungsfonds, Firmenname: Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, SoFFin, populärer Name: [staatlicher] Rettungsfonds; special fund financial market stabilisation) in Höhe von rund 500 Mia Euro, um der Systemkrise zu begegnen. Zwecks Gewährung der in einem entsprechenden Gesetz festgelegten Hilfen errichte man die FMSA in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Frankfurt am Main, und siedelte diese bei der Deutschen Bundesbank an. – Hauptziel des SoFFin ist es – mit Hilfe umfangreicher Garantien allfälligen Refinanzierungsschwierigkeiten von Instituten am Interbankenmarkt zu begegnen und – deutsche Banken erforderlichenfalls mit neuem Eigenkapital zu versorgen. Mit beiden Massnahmen sollte ein funktionierender längerfristiger Interbankenmarkt wiederhergestellt werden. Die ebenfalls im Stabilisierungspaket enthaltene Möglichkeit des Ankaufs toxischer Papiere wurde demgegenüber von vornherein als diesen Zielen untergeordnet angesehen. – Kritisiert wurde, dass der Staat hier die schwächsten Institute aufpäpple, statt diese in die Insolvenz gehen und dann vielleicht unter das Dach gesunder Banken wandern zu lassen. – Siehe Ausschuss für Finanzstabilität, Bankbasierung, Bilanzbereinigung, Bad Bank, Carry Trades, Einzelfallentscheidung, First-Mover-Bonus, Kernaufgabe, bankliche, Letztsicherungsvorkehrung, Quantitative Easing, Restrukturierungsfonds, Retterei, Rettungspaket, Staatsfonds, Stabilitätsfonds, europäischer, Systemkonflikt, finanzmarktlicher, Tarnkappen-Politik, Tina, Zombiebank. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Dezember 2008, S. 81 ff. (grundsätzliche Darlegungen zu Rettungspakten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 8 f. (Eckwerte des Stabilisierungsprogramms der Bundesregierung), Geschäftsbericht 2008 der Deutschen Bundesbank, S. 88 (Übersicht der Massnahmen).

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Merk, G. (Hrsg.): „Finanzmarktstabilisierungsanstalt, FMSA und Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (German financial market stabilisation authority)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/finanzmarktstabilisierungsanstalt-fmsa-und-bundesanstalt-fur-finanzmarktstabilisierung-german-financial-market-stabilisation-authority/ (Stand: 15.10.2022).

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