Rechenverfahren, um Trendveränderungen auf dem Finanzmarkt zu erkennen. Die errechneten Bänder umhüllen den Kursverlauf des Basiswertes wie Aktie, Index oder Option mit einem wechselnden Abstand. – Oberhalb und unterhalb eines gleitenden Durchschnitts – wird jeweils eine Linie gezogen, – deren Entfernung zu der Durchschnittslinie in der Grundeinstellung – die zweifache Standardabweichung des beobachteten Zeitraums beträgt. Der Abstand der Bänder voneinander – und von dem gleitenden Durchschnitt – ist somit abhängig von der aktuellen Schwankungsbreite des Basiswertes. – Über drei Viertel aller Kurse liegen statistisch betrachtet innerhalb der Bollinger Bänder und bei der einfachen beziehungsweise zweifachen Standardabweichung. Es ist zu beobachten, dass die Kurse sich jeweils von einem zum anderen Band bewegen. In Trends erreichen die Kurse meist nicht das jeweils andere Band, sondern schwanken nur zwischen der gleitenden Durchschnittslinie -von der aus sie berechnet werden – und dem oberen Band (entry band: in Aufwärtstrends) bzw. unteren Band (exit band: in Abwärtstrends). Dadurch lassen sich Einstiegsgelegenheiten und Kursziele ableiten. Ein Ausbruch des Kurses aus der durch die Bänder erzeugten Umhüllung lässt dagegen eine Fortsetzung des Trends in die Ausbruchsrichtung erwarten. – Inwieweit die Bollinger Bänder als Start- oder Ausstiegssignale in ein Engagement gesehen werden dürfen, ist höchst umstritten. Gleichwohl hat sich dieses Verfahren in der Praxis als ziemlich verlässliches Mittel zur Verdeutlichung von Volatilitäten erwiesen. – Siehe Aktienmarkt-Volatilität, Analyse, technische, Basislinie, Börsen-Ausreisser, Charts, Fibonacci-Folge, Fortschritt-Rückschritt-Zahl, Geldmarkt-Volatilität, Hausse, Hausse nährt die Hausse, High Flyer, Histogramm, Kartierung, Kursbereich, gehandelter, Kursausbruch, Modellunsicherheit, Random-Walk-Hypothese, Runup, Strichdiagramm, Unterstützungslinie, Widerstandlinie.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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