Altersquotient auch Alterslastquote (aging quotient)

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Das Verhältnis zwischen Bürgern im Alter von 65 Jahren und älter zu Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahren). – In Euroland wird sich das Verhältnis von derzeit (Jahr 2010) etwa 25 Prozent auf über 50 Prozent im Jahr 2050 verändern. Damit zeichnet sich eine beachtliche Steigerung der Belastungen der aktiven Erwerbsbevölkerung (active labour force) zur Versorgung der Rentner ab. Das stellt sowohl die umlagefinanzierten als auch die kapitalgedeckten Systeme (funded and pay-as-you-go systems) der Rentenversicherung vor grosse Probleme Dies könnte sich (wegen des darin enthaltenden sozialpolitischen Konfliktpotentials) ungünstig auf den Wert des EUR auswirken. – Im einzelnen gilt es zu sehen, dass – zunächst eine Verknappung von jungen und mobilen Arbeitskräften eintritt, was – wachstumshemmend wirkt, insofern ältere Arbeitskräfte eine geringere Risikobereitschaft auszeichnet und für diese auch eine geringere Beweglichkeit (reduced mobility) hinsichtlich Arbeitsort und Fortbildung kennzeichnend ist, während – die alterungsbedingten Belastungen der öffentlichen Haushalte höhere Steuern nach sich ziehen muss, was die Marktpreise verzerrt. – Mit der Verknappung des Faktors Arbeit sinkt auch die Grenzproduktivität des Kapitalstocks; damit werden Investitionen weniger lohnend; aber auch – das Kapitalangebot wird beeinflusst, weil das Sparen der Privathaushalte in alternden Gesellschaften rückläufig ist; denn – empirisch gesichert gilt, dass zwar die Sparneigung mit zunehmendem Alter steigt, bevor die Ersparnisse im Alter schliesslich aufgelöst werden; auf diese Weise wird über den Lebenszyklus gesamthaft eine Konsumglättung (smoothing effect of consumption) erreicht, während die Ersparnis einen buckelförmigen (boss-shaped) Verlauf zeigen. Dies zusammen – dürfte auf eine Abnahme des Wachstums des Produktionspotentials bewirken. – Weil nun aber in den USA bei weitem günstigere Verhältnisse herrschen (dort wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2050 um 130 Millionen Menschen wachsen), tätigen viele Anleger sehr langfristige Engagements bereits jetzt in USD; immer mehr auch in INR. – Die Gefahr ist hoch, dass alterungsbedingte Mehrausgaben die Politik über kurz oder lang zu Steuererhöhungen veranlassen, was wiederum eine Inflation (CostPush-Inflation) bewirken kann. – Siehe Alterung, Alterungs-Effekt, Arbeitskräftepotential,
Currency-Swing, Demographieverfestigung, Entsparen, Frauenarbeitsquote, JapanSyndrom, Kapitalflucht, Methusalem-Syndrom, Nachhaltigkeit, Risikoaversion, RücklagenVerzehr, Schattenverschuldung, Stagnation, säkulare, Steuerquote, Überalterung, Vergreisung. – Vgl. Jahresbericht 2004 der EZB, S. 58 ff. (hier auch Prognosen bis 2050), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2006, S. 51 ff. (Projektion bis 2050, unterteilt auch nach einzelnen Ländern; S. 52: Vergleich Euro-Währungsbiet zu USA), Finanzstabilitätsbericht 2013, S. 19 (die ungünstige demographische Entwicklung birgt Gefahren für Einrichtungen der Altersvorsorge)

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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Zitieren

Merk, G. (Hrsg.): „Altersquotient auch Alterslastquote (aging quotient)“. In: Finanz- und Wirtschaftslexikon. https://www.gerhardmerk.de/altersquotient-auch-alterslastquote-aging-quotient/ (Stand: 15.10.2022).

Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie an: info@ekrah.com

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