Im engeren Sinne Zentralbankgeld, bei der EZB auch Basisgeld genannt. – Im weiteren Sinne Zentralbankgeld plus Devisen plus sofort einlösliche Geldmarktpapiere; die beiden letzten Posten werden dann “potentielle Liquidität” (potential liquidity) genannt. – In Bezug auf Finanzmärkte die Möglichkeit, – Wertpapiere oder andere Werte (financial assets) – leicht, rasch und zu möglichst geringen Spesen – zu kaufen/verkaufen oder – in Bargeld bzw. – in einen anderen Vermögensgegenstand umzuwandeln (the ease and rate with which an asset can be converted into a medium of exchange). – In einer anderen Bedeutung versteht man unter Liquidität die Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens und damit auch einer Bank, den fälligen Zahlungsverpflichtungen termingerecht und betragsgenau nachkommen zu können (the ability of a firm to meet its payment obligations on time without being forced to raise new funds). – Diese wird unter normalen Bedingungen als bankaufsichtlich gegeben angesehen, wenn – die vom jeweiligen Meldestichtag an gerechnet – in einem Monat zur Verfügung stehenden Zahlungsmittel – die während dieses Zeitraums zu erwarteten Zahlungsabflüsse mindestens decken. Beurteilt wird dies anhand einer monatlich zu meldenden Liquiditätskennzahl, die als Quotient der verfügbaren Zahlungsmittel zu den abrufbaren Zahlungsverpflichtungen im jeweils ersten Laufzeitband ermittelt wird, und die mindestens 1,0 betragen muss. – In der Betriebswirtschaftslehre auch Mass für die Geschwindigkeit, mit welcher sich die Aktiva im Vergleich zu den Passiva in der Bilanz umschlagen (the speed at which assets turn over compared with liabilities). – Von Wertpapier-Analysten aufgestellte Berechnungsansätze, wie vor allem die Qick Ratio. – Aufsichtsrechtlich vorgeschriebene Rückstellungen (provisions) einer Bank oder Versicherung, im Zuge von Basel-II im einzelnen festgelegt. – Von der Liquidität ist die Solvenz zu unterscheiden. Diese bedeutet, dass – eine Wirtschaftseinheit laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, – aber wegen Überschuldung und damit fehlender Kreditwürdigkeit auch keine neue Mittel aufnehmen kann. – Siehe Acid Ratio, AnleiheSpread, Barmittel, Bankgrösse, Bargeld lacht, Basel-III, Börsenliquidität, CAMELS, Endogenitäts-Prinzip, Flüssigmachung, Geldmarkt-Segmente, Finanzkraft, Geldschöpfung, Liquiditätsbereitstellung, Liquiditätsbudget, Liquiditätsdeckungsziffer, Liquiditätsgrad, Liquiditätsgrad der Schuldner, Liquiditätspuffer, Liquiditätsposition, Liquiditäts-Koeffizient, Liquiditätsprämien-Theorie, Liquiditätsquote, M1, Monetäres Finanzinstitut, Qick Fix, Qick Ratio, Risikofähigkeit, Solvabilität, Solvency-II, Solvenzaufsicht, Unternehmensfinanzierung, Zentralbankgeld, Zahlungsmittelfonds, Zwischenparken. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2007, S. 16 f. (höhere Liquiditäts-Präferenz führt zu einer höheren Bargeldquote), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2009, S. 28 f. (Geldmarktsteuerung und Liquiditätsbedarf), Monatsbericht der EZB vom Juni 2010, S. 24 ff. (Unterschiedliche Liquiditätsbegriffe ([“Konzepte”, wie dort steht: gutes Deutsch müsste man halt können!]), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2010, S. 26 ff. (Geldmarktsteuerung und Liquiditätsbedarf), Jahresbericht 2010 der BaFin, S. 56 (neue Anforderungen an die Liquidität im Zuge von Basel-III).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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