Sonderausgaben des Staates, um die Nachfrage in einzelnen Branchen bzw. in der Volkswirtschaft gesamthaft anzuregen. Das hierzu eingesetzte Geld muss entweder – aus anderen Aufgabengebieten (Ressorts; portfolios, departments) abgezogen oder – über Schuldenaufnahme des Staates aufgebracht werden. Weil in beiden Fällen kaum übersehbare verteilungspolitische Nebenwirkungen (distributive incidental consequences) – und oft sogar über mehrere Generationen hinweg – entstehen, so gelten Konjunkturprogramme heute als Mittel im äussersten Falle. – Die in vielen Lehrbüchern vorgetragene Meinung, dass der Staat gezielt mehr Geld zur Belebung der Binnenwirtschaft ausgibt, um die zu diesem Zweck aufgenommenen Schulden später über üppig fliessende Steuern zurückzuerhalten, konnte bis anhin nicht belegt werden. Statt dessen verpufften die meisten Programme (Strohfeuer-Effekt; straw fire effect), derweil sich staatlichen Schuldenberge wachsend zementierten. – Siehe Finanzakzelerator, Fiskalpolitik, Kobra-Effekt, Konjunkturdiagnose, Krisen-Vorschatten, Rettungsroutine, Rückprall-Effekt. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2009, S, 61 (hier auch zur Frage der richtigen Einschätzung einer Schieflage), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2009, S. 24 (staatliche Investitionen veranlasst durch die Finanzkrise; ausführliche Darstellung).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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