Wenn nicht anders definiert, so versteht man darunter die Bestände an Gold, welche die Deutsche Bundesbank gleichsam als Eigentum des deutschen Volkes verwaltet. Nicht hinzugezählt werden die Vorräte an Gold im Besitz von Privathaushalten und Unternehmen. Dies ist auch kaum möglich, weil verlässliche Zahlen über die Höhe dieser Goldhorte fehlen, und die Schätzungen sehr weit auseinandergehen. – In Zusammenhang mit der Diskussion um einen Europäischen Währungsfonds verlangten Politiker von der Deutschen Bundesbank, ihre Goldreserven in diese geplante Behörde einzubringen. Die EZB erstellte im Herbst 2011 ein Rechtsgutachten, in dem die Frage geprüft wurde, ob der EZB Zugriff auf die Goldbestände der Deutschen Bundesbank zustehe. Hintergrund war die Absicht, alle Goldbestände der Mitglieder des Euroraums in eine Zweckgesellschaft einzubringen, die so zusätzliche für Mittel für die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität bereitstellen könne. Das liefe darauf hinaus, dass der von deutschen Bürgern erwirtschaftete Goldschatz zur Deckung der Staatsschulden in Griechenland, Italien, Zypern und anderen Mitgliedsstaaten aufkommen müsse. Für den Fall aber, dass die EWU scheitert und Deutschland zu einer eigenen Währung zurückkehren müsse, wäre die Deutsche Bundesbank dann ihrer wichtigsten Möglichkeit beraubt, diese neuen Zahlungsmittel auf den internationalen Devisenmärkten zu verteidigen. Über die Verwendung des deutschen Goldes entscheidet jedoch allein der Vorstand der Deutschen Bundesbank und nicht die Bundesregierung, und auch der Deutsche Bundestag hat hier – im Gegensatz zu oft vorgetragener anderer Meinung – keinerlei Mitsprachrecht. – Zu Jahresende 2012 verwaltete die Deutsche Bundesbank grob 3’500 Tonnen Gold im Marktwert von gut 132 Mia. EUR. Etwa fünf Tonnen werden pro Jahr für die Prägung von Goldmünzen verkauft. – Weniger als zwei Prozent der deutschen Goldreserven lagerte – aus Sicherheitsgründen: denn man rechnete aufgrund von Geheimdienstnachrichten im Ost-West-Konflikt damit, dass im Kriegsfall Deutschland bis zum Rhein von sowjetischen Truppen besetzt werde, und Frankreich bei Überschreiten des Rheins seine taktischen Atomwaffen (force de dissuasion nucléaire de la France) einsetzen werde – bei der Deutschen Bundesbank, der Hauptteil befand sich im Verwahr der US-Zentralbank in Neuyork. Ab 2013 holte die Deutsche Bundesbank ihr Gold jedoch aus den Depots in den USA, England und Frankreich nach und nach zurück und liess die Barren grösstenteils umschmelzen, damit sie den Anforderungen des London Good Delivery Standard genügen. – Siehe Bail-out, Goldopfer, Goldreserve, Neuro, Rückkehr-Ideologie, Solidarität, finanzielle, Transferunion. – Vgl. Geschäftsbericht 2012 der Deutschen Bundesbank, S. 130 f. (Goldbestände der Deutschen Bundesbank seit 1951; Fragen der Lagerung; bis 2020 soll die Hälfte des physischen Goldes in Frankfurt lagern), Geschäftsbericht 2013 der Deutschen Bundesbank, S. 19 (neues Lagerstellen”Konzept” [deutsche Sprache müsste man gelernt haben!]).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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