Geoökonomische Fragmentierung
Geoökonomische Fragmentierung bezeichnet eine Abnahme wirtschaftlicher Integration und multilateraler Zusammenarbeit, die mit einer stärkeren Ausrichtung von Handels- und Finanzbeziehungen an geopolitischen Präferenzen einhergeht. Produktionsnetzwerke, Kapitalströme und Zahlungsbeziehungen verlagern sich dabei eher zu politisch nahestehenden Staaten, während Verflechtungen zwischen geopolitischen Lagern relativ an Bedeutung verlieren. Der Bericht grenzt dies von einem vollständigen Rückbau internationaler Beziehungen ab: Bislang zeige sich der Prozess eher in selektiven geografischen Verschiebungen.
— Aktualisierung vom 21.08.2026: Geoökonomische Fragmentierung bezeichnet die zunehmende Aufteilung internationaler Wirtschafts- und Handelsbeziehungen entlang geopolitischer und sicherheitspolitischer Linien. Wirtschaftliche Entscheidungen werden dabei stärker durch politische Zugehörigkeit, strategische Abhängigkeiten und die Absicherung kritischer Industrien geprägt. Unternehmen diversifizieren oder regionalisieren Lieferketten und organisieren Produktion vermehrt innerhalb politisch enger verbundener Ländergruppen. Diese Entwicklung kann die internationale Arbeitsteilung und Spezialisierung einschränken und verschärft damit den Zielkonflikt zwischen wirtschaftlicher Effizienz und Widerstandsfähigkeit.
Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht – Juli 2026 , 28.07.2026 , PDF-S. 68. https://publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/1000490/referenceDoc/0c7ffdf36931c503b9df759a24dbc29e.
Die von Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk begründete Sammlung wird seit Herbst 2014 von Professor Dr. Dr. h.c. Eckehard Krah redaktionell fortgeführt und um neue Begriffe ergänzt. Sollten Sie Fehler entdecken oder sonstige Hinweise haben, schreiben Sie mich an: info@ekrah.com
Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht – April 2026 , 22.04.2026 , PDF-S. 76. https://publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/990912/referenceDoc/354d4402d0641ef4a100fffeb30b2b19.
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