Allgemein die Neigung der Marktteilnehmer zur Übernahme eines Risikos (the amount of capital an investor is willing to lose in order to generate a potential profit). Im Blickpunkt der Zentralbanken steht dabei im besonderen die Risikoneigung von Banken als Schritt im Transmissionsprozess der Geldpolitik (risk taking channel). – Auf Finanzmärkten die Vorliebe von Anlegern, Engagements mit hoher Verlustgefahr einzugehen. Eine sinkende Risikoneigung führt zu höheren Finanzierungskosten, weil die Renditeforderung der Anleger trotz gleich bleibenden Risikos steigt. – Siehe Anlagenotstand, Eventualschaden, Herdenverhalten, KatastrophenAnleihen, Performancedruck, Positionierung, Risikoanleger, Risikoaversion, Risikokultur, Risikotoleranz, Risikovermeidungs-Politik, Risikopuffer, Risikoscheu, Risikoteilung, Safe Haven Flows, Single Hedge-Fonds, Terror-Papiere, Wahrnehmungsverzerrungen, Zitterprämie. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2005, S. 91 ff. (ausführliche Darstellung; auch Indikatoren zur Messung der Risikoneigung werden vorgestellt), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom November 2007, S. 44 f. (PortfolioUmschichtungen als Mass für Risiko-Einschätzung der Anleger), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom August 2008, S. 40 f. (Bestimmungsgründe des Risikoappetits; Formeln; Übersichten; Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom August 2008, S. 96 ff. (Risikobereitschaft in ihrer Wirkung auf den geldpolitischen Transmissionsprozess; Literaturhinweise).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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