An der Devisenbörse ein Marktteilnehmer, der per Termin Devisen erwirbt/veräussert in der Erwartung, dass der Kassakurs der gewählten Währung bei Fälligkeit höher/niedriger sein wird als der vertraglich festgelegte Terminpreis. – Bei der Terminspekulation kann der Spekulant weitgehend ohne Mitteleinsatz arbeiten. Denn sieht man von Kosten und Sicherheitsleistungen (provisions of a security; Unterlegung) ab, so gleichen sich – das Erfüllungsgeschäft des Spekulanten aus dem Terminabschluss sowie – das bei Terminfälligkeit getätigte gegenläufige Kassageschäft bis auf die eingetroffene (realisierte; realised) Gewinn- bzw. Verlustsumme aus. Die Transaktionskasse des Spekulanten wird also nur in Höhe eines allfälligen Verlustes beansprucht. Das Potential der Terminspekulation ist daher ungleich grösser als jenes der Kassa-Spekulation. – Der Kauf von Waren heute, aber zur Lieferung zu einem späteren Termin. Dadurch ist es möglich, – dass sich Produzenten und Verarbeiter von Rohstoffen gegen Preisrisiken absichern. Dies mindert die mit der Rohstoffproduktion verbundene Unsicherheit und führt im Regelfall dazu, dass sich das Angebot an Rohstoffen erhöht und die Preise sinken sowie – auf den Märkten Transparenz zu gewinnen. Denn die Kontrakte sind standardisiert und haben eine Signalfunktion auch für die entsprechenden Kassamärkte und die ausserbörslichen Terminmärkte. – In den USA verfügte die zuständige Aufsichtsbehörde zu Jahresbeginn 2012 eine Mengenbegrenzung auf dem Warenterminmarkt; diese bezieht sich auf achtundzwanzig Rohstoffe, unter anderem auch Weizen, Zucker und Gold. Wichtigste Bestimmung ist dabei die Mengenbegrenzung der Kontrakte, die eine Entität – wie Händler, Bank, Warentermin-Investmentfonds (commodity pool) – halten darf. Die neue Rechtsetzung soll verhindert, dass einzelne Marktteilnehmer über Derivate einen Zugriff auf mehr als einem Viertel der kurzfristig lieferbaren Menge eines Rohstoffs erhalten. – Siehe Absicherung, Agribulk, Aufsaugphase, Call, Fontange, Differenzgeschäft, Fixing, Hebel, Indemnität, Kassaspekulant, Option, Option, nackte, Position, ungedeckte, Put, Rendite, implizite, Risiko, Rohstoffpreisrisiko, Rohstoff-Terminvertrag, Sicherheiten, Spekulant, Spekulation, Stockjobber, Terminhändler, kapitalkräftige, Terminspekulant, Vertretbarkeit, Warentermin-Kontrakt. – Siehe Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juni 2012, S. 34 f. (zum Einfluss der Terminspekulation auf dem Erdölmarkt).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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