Europäische Währungsunion, EWU (European monetary union, EMU)

Die Vereinbarung mehrerer europäischer Staaten, eine gemeinsame Währung in Form des Euro (ISOCode: EUR) einzuführen. Die Währungsunion trat am 1. Jänner 1999 in Form von Giralgeld in Kraft. Nach dreijähriger Übergangszeit wurde der EUR am 1. Jänner 2002 auch in Form von Banknoten und Münzen als offizielles Zahlungsmittel im Eurogebiet eingeführt. – Nach zwölf Jahren EWU hat sich gezeigt, dass sich die zu grossen Unterschiede in den gemäss Vertrag ja den einzelnen Regierungen überlassenen Feldern Wirtschafts- und Finanzpolitik kaum angleichen lassen. Mehr und mehr wurde die EZB damit befasst, eingetretene zerstörerische Fehlentwicklungen (Griechenland-Krise, Irland-Krise) zu meistern.
Hilfspakte wie die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität und der Europäische Stabilitätsfonds mussten von der Gemeinschaft geschnürt werden. So gilt es viel Tatkraft von Gremien aller Art und darüber hinaus auch viel Geld einzusetzen, um die EMU zusammenzuhalten. Das alles könnte erheblich nutzbringender eingesetzt werden, um die Produktivität (productivity: Verhältnis von Faktoreinsatz zu Leistung) des Wirtschaften in den Mitgliedsstaaten und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der EWU zu stärken. – Andererseits hat sich vor allem gelegentlich der Griechenland-Krise deutlich gezeigt, dass die politische Entscheidungsfindung in der EWU mit ihren siebzehn Mitgliedsstaaten viel zu schleppend ist. Hier wird allenthalben eine grundlegende Verbesserung angemahnt. Gelegentlich des Beitritts von Lettland zur EWU zu Jahresbeginn 2014 sollten ursprünglich entsprechende Vorschläge umgesetzt werden, was jedoch nicht geschah. – Siehe Abwertung, fiskalische, Angleichungsautomatismus, Angst, perverse, AnleiheSpread, Disfunktionalität, währungsraumbezogene, Eilbeitritt, Erpressungspotential, Eurogebiet, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Euroraum, Euro-Währungsgebiet, Eurostaaten, Eurozone, EWU-Sprengsatz, EZB-Sündenfall, Fiskalpakt, Friedman-These, Geldvermehrung, währungsunion-interne, Griechenland-Krise, Gruppendruck, Münzunion, lateinische, Münzunion, skandinavische, Opting-out-Vereinbarung, Plan C, Präklusivtermin, Quantitative Easing, Rahmenwerk für die Bonitätsbeurteilungen, Rechnungseinheit, europäische, Rückkehr-Ideologie, Semester, europäisches, Sperrkonto, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Ungleichgewichte, EWU-interne, Währungsraum, optimaler, Transferunion, Umverteilung, zentralbankbewirkte. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Mai 2011, S. 95 ff. (zur Aussenvertretung der EWU; zur internationalen Zusammenarbeit; Rechtsquellen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Februar 2012, S. 18 f. (Drei-PhasenBetrachtung; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Februar 2013, S. 66 f. (Beschlüsse zur Vertiefung der EWU), Monatsbericht der EZB vom August 2013, S. 16 f. (zum Beitritt Lettlands), Monatsbericht der EZB vom Mai 2014, S. 93 ff. (unterschiedliche sektorale Entwicklung in der EWU seit 2008; Übersichten; Vergleiche zu den USA; Literaturverweise).34

Achtung: Das Finanzlexikon ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne die ausdrückliche Einwilligung lediglich zum privaten Gebrauch benutzt werden!
Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
E-Mail-Anschrift: info@jung-stilling-gesellschaft.de
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Ernst_Merk
https://www.jung-stilling-gesellschaft.de/merk/
https://www.gerhardmerk.de/

Sidebar