In den USA lange Zeit verbreitete Form der Darlehnsgewährung an Privathaushalte zum Zwecke des Erwerbs eines Wohnhauses. – In den ersten beiden Jahren ist dabei der Zins auf einem sehr niedrigen Stand festgeschrieben, – in den folgenden achtundzwanzig Jahren ist er flexibel, und – auf die Tilgung wird einige Jahre hindurch völlig verzichtet (Freijahre; redemption holidays). – Die landesweit den Markt bestimmenden US-Hypothekenbanken Federal National Mortgage Association (FNMA, meistens “Fannie Mae” genannt) sowie die Federal Home Loan Mortgage Corporation (FHLMC, meistens “Freddie Mac” genannt) – beide mit einer unausgesprochenen Staatsgarantie im Rücken und dem politischen Auftrag, privates Wohneigentum US-weit zu fördern – gaben unbekümmert solche Darlehn. Andere Hypothekenbanken schlossen sich allein schon aus Gründen des Wettbewerbs dem an. – Diese Verträge waren ein entscheidender Grund dafür, dass im Sommer 2007 zu starken Verwerfungen (severe distortions, strong turbulences) auf dem Immobilienmarkt in den USA kam, deren Auswirkungen aufgrund von entsprechenden Verbriefungspapieren im Portfolio der Institute in der ganzen Welt die Subprime-Krise auslöste, die sich dann im Herbst 2008 zu einer weltweiten Finanzkrise ausweitete. – Siehe Ballon-Kredit, Darlehnhaftung, beschränkte, Erstraten-Verzugsklausel, Home Mortgage Disclosure Act, Jingle Mail, Kreditkarten-Fiasko, Kreditvergabe-Grundregel, Ninja Loans, Papiere, toxische, SubprimeWohnraumfinanzierung, Wohneigentum, Zinsstundung, Zitronenhandel. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2007, S. 18 ff. (Auswirkung der Subprime-Krise auf die einzelnen Sektoren des Finanzmarktes), Monatsbericht der EZB vom August 2009, S. 18 ff. (rechtliche Unterschiede zwischen den Hypothekenmärkten im Eurogebiet und den USA), Monatsbericht der EZB vom September 2010, S. 12 ff. (in den USA kommen Fannie Mae und Freddy Mac unter staatliche Zwangsverwaltung).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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