Kindergarten-Argument (kindergarten argument)

In Bezug auf die EU und im besonderen auf die EWU bezogen die Forderung, dass sich die EU-Kommission bzw. die EZB – ausser im Falle von Naturkatastrophen – nicht fürsorglich um die Angelegenheiten der Mitglieder kümmern sollte. In Schieflage geratene Staaten müssten ihre ökonomischen Verhältnisse selbst regeln. Es sollte ihnen nicht von aussen vorgeschrieben werden, wie sie das zu erreichen trachten oder – falls sie das nicht wollen – ob sie die EU bzw. die EWU verlassen. Bedingt gewährte Hilfen (conditional aids) empfinden die Bürger der betroffenen Länder als Einmischung von aussen, wie sich im Falle der Griechenland-Krise deutlich zeigte. Die Folge ist, dass die Bereitschaft sinkt, Fehlentwicklungen (deficiencies) im eigen Land zu ändern, und dass im Bewusstsein vieler Bürger die Helfer am Ende gar noch als die Verursacher der Ungleichgewichte empfunden werden. — Siehe Ausstieg, Ausstiegsrisiko, Bailout, Bankenrettung, Blame Game, Blutzoll, Buyer of last resort, Disease Management, Ein-Stimmen-Prinzip, Europayer, Europäische Währungsunion, Grundfehler, EWU-Sprengsatz, Exit, EZB-Sündenfall, Friedman-These, Geldkuh, Grexit, Gruppendruck, Hegemon, milder, Neuro, Notausstieg, Pflichtwandelanleihe, Plan C, Rettungseuropäer, Rettungspaket, Rettungsroutine, Rückkehr-Ideologie, Strukturreformen, Subsidiaritätsprinzip, Tina, Transfer, verschleierter, Transferunion, Troika, Zinsglättung.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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