Estland-Streit (Estland debate)
Zu Jahresbeginn 2011 wurde Estland als siebzehntes
Mitglied in die Europäische Währungsunion aufgenommen. Dem war eine heftige Debatte (violent debate) vorausgegangen. Die EZB sprach sich gegen den frühen Beitritt Estlands aus. Denn das Land war nach dem Platzen einer Immobilienblase in eine Rezession gestürzt; die Wirtschaftsleistung brach 2009 um fast vierzehn Prozent ein, und die Inflationsrate war auf über zehn Prozent hochgeschnellt. Das nur 1,7 Mio Einwohner zählende Land wurde aber durch die Einführung des EUR vom Wechselkurs-Risiko gegenüber seinen wichtigsten Handelspartnern Schweden, Finnland und Deutschland befreit. Davon wieder versprach man sich mehr Investitionen aus dem Ausland und grössere Stabilität für die Volkswirtschaft, weil der EUR die Furcht vor einer Abwertung der estnischen Krone (EEK) beseitigte. Freilich war die EEK seit ihrer Einführung 1992 in einem festen Verhältnis zunächst zur DEM und dann zum EUR gebunden. Insoweit war Estland schon vor dem Beitritt in die Europäische Währungsunion mit dieser verzahnt. – Siehe Opting-outVereinbarung. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Januar 2011, S. 17 ff. (ausführliche Darstellung; Tabelle mit Vergleichszahlen Euroraum/Estland; Beurteilung für die zukünftige Lage in Estland), Monatsbericht der EZB vom Februar 2011, S. 17 ff. (Finanzsektor in Estland; Übersichten), Jahresbericht 2010 der EZB, S. 142 (viele Informationen und Daten zum Beitritt Estlands).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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