Die Balassa-Samuelson-Hypothese erklärt, weshalb produktive Volkswirtschaften häufig ein höheres gesamtwirtschaftliches Preisniveau aufweisen. Hohe Produktivität im Sektor handelbarer Güter ermöglicht dort hohe Löhne. Weil dieser Sektor mit dem Bereich nicht handelbarer Güter um Arbeitskräfte konkurriert, steigen auch dort die Löhne. Da sie bei nicht handelbaren Gütern weniger durch Produktivitätsvorteile ausgeglichen werden, erhöhen sich insbesondere Dienstleistungspreise. Ein höheres allgemeines Preisniveau bedeutet deshalb nicht automatisch eine schlechtere internationale Wettbewerbsfähigkeit; entscheidend sind vor allem Preise handelbarer Güter und die zugrunde liegende Produktivität.
Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht – Juli 2026 , 28.07.2026 , PDF-S. 16. https://publikationen.bundesbank.de/caas/v1/media/1000490/referenceDoc/0c7ffdf36931c503b9df759a24dbc29e.