Laufzeitenrisiko (maturity risk)

Bei einem von der Bank eingeräumten Festzinsdarlehn die Gefahr, dass sich der Zinssatz bis zum Abruf der Fazilität durch den Darlehnsnehmer erhöht; sich die kreditgewährende Bank also zu einem höheren Zins im Interbankenmarkt, oder bei der Zentralbank) refinanzieren muss, als sie dem Kunden in Rechnung gestellt hat. Dieses Risiko gilt es durch entsprechende Vorkehrungen zu decken, etwa durch Drohverlust-Rückstellung (provisions for contingent losses) oder über einen Zinsswap. – Die Gefahr, welche von Zinsänderungen auf den Kurs einer Anleihe ausgeht. Vereinfacht gesagt birgt diejenige von zwei Anleihen eines Emittenten mit sonst gleicher Ausstattung das grössere Risiko, welche die längere Restlaufzeit (remaining term to maturity) aufweist. Denn dieses Papier unterliegt noch über einen längeren Zeitraum hinweg dem Zinsänderungsrisiko. Der Kurs wird daher im allgemeinen niedriger notieren und stärkeren Schwankungen (Oszillationen; oscillations: fluctuations above and below a mean value) bei eintretenden Änderungen der Zinsen ausgesetzt sein. Nach einer Faustregel (rule of thumb on the stock exchange) entspricht die Kursschwankung der Änderung des Zinsniveaus mal Restlaufzeit (remaining term to maturity) in Jahren. – Siehe Anleihe, Duration, Eventualschaden, Kreditzusage, unwiderrufliche, Liquiditätsprämie, konditionsfixierende, Variabel verzinslicher Schuldtitel, Zinsswap.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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