Im Normalfall refinanziert sich eine Zweckgesellschaft über von ihr ausgegebenen Verbriefungspapiere; man spricht dann auch von Asset Backed Commercial Paper-Conduit (ABCPConduit). – Daneben gibt es Anlagevehikel, die sich zusätzlich durch die Begebung von Papieren auf dem Markt Liquidität verschaffen. In der Regel handelt es sich dabei um – im einzelnen verschieden ausgestaltete, oft mit einer Gewinnbeteiligung versehene – Schuldtitel mit einer Fristigkeit bis zu drei Jahren. In diesem Falle spricht man auch von einem Structured Investment Vehicle (SIV). – Gelegentlich der Subprime-Krise hat sich gezeigt, dass beide Formen der Finanzierung rasch in eine Klemme geraten können. Verbriefungspapiere waren plötzlich nicht mehr nachgefragt. Weil es weltweit zu einer Liquiditätsklemme (liquidity squeeze) kam, so konnten auch die Structured Investment Vehicles keine Papiere mehr am Markt unterbringen. Die Inhaber entsprechender Schuldtitel – praktisch Banken, Hedge-Fonds, Pensionsfonds und Versicherungen – standen vor der Wahl, entweder Verluste zu buchen oder der Zweckgesellschaft auf die eine oder andere Weise Liquidität zuzuführen. – Siehe Finanz-Alchemie, Insourcing, International Business Company, Kreditzusage, unwiderrufliche, Luftpapiere, Master-Conduit, Papiere, toxische, Structured Investment Vehicle, Zitronenhandel, Zweckgesellschaft-Konsolidierung, Zweckgesellschaft-Zuordnung.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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