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Von der Wirkkraft der Geister

veröffentlicht am


Eine nachtodliche Belehrung in der Innenstadt von Mannheim durch den
hochgeachteten, lebenserfahrenen und bis anhin unvergessenen Herrn

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817),
der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,
seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsübergang ab 1803 Badischer Hofrat,
durch Verleihung ab 1809 Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat;

lebzeitig bis 1803 Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Marburg/Lahn dort auch Lehrbeauftragter für operative Augenheilkunde an der Medizinischen Fakultät; davor bis 1787 Professor für angewandte Ökonomik – mit Einschluss der Vieharzneikunde – an der Universität Heidelberg und vorher seit 1778 in gleicher Bestellung an der Kameral Hohen Schule zu Kaiserslautern;

weiland Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld, dortselbst auch Arzt für Allgemeinmedizin, Geburtshilfe, Augenheilkunde und seit 1775 auch behördlich bestellter Brunnenarzt sowie Lehrender in Physiologie; der Kurpfälzischen Ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Königlichen Sozietät der Wissenschaften in Frankfurt/Oder, der Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste zu Kassel, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch von 1781 bis zum Verbot sämtlicher Geheimgesellschaften im kurpfälzisch-bayrischen Herrschaftsgebiet durch Erlass vom 22. Juni 1784 aus München der erlauchten Loge
\“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied

Mit englischer Hülfe geflissentlich aufgeschrieben sowie gemeinen Nutzens zu Gut ins World Wide Web gestellt, dabei alle Leser beständiger gÖttlicher Verwahrung und getreulichen englischen Schutzes innigst empfehlend
von

Achtnicht Aufdenhohn
zu Lichthausen, Grafschaft Leisenburg*

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Markus-Gilde, Siegen

Die gewerbliche Nutzung des Textes bedarf der schriftlichen Einwilligung der löblichen
Markus-Gilde, Postfach 10 04 33, 57004 Siegen (Deutschland).

mailto:merk@vwl.wiwi.uni-siegen.de


Zusammentreffen mit Jung-Stilling in Reichenburg


Zu Mannheim1 ging ich durch die Stadt.
Da sah ich vor dem Herschel-Bad2
Ich meinte erst, ich träume wohl! –
Jung-Stilling3 sagen Lebewohl
Zu einem edlen jungen Herrn,
Der sichtlich diesen Tagen fern.

Der Auftritt liess mir keine Ruh;
Beherzt schritt ich auf Stilling zu.
Der winkte freundlich mich heran,
Gab herzlich mir die Hand sodann.


Vielfache Bezüge zu Reichenburg


\“Herr Hofrat4 Jung: in Mannheim sie!?
Kein Trugbild meiner Phantasie?
Verzeihen sie die Wissbegier:
Weshalb sind sie denn heute hier?“ —

\“Mein lieber Stillings-Freund5: die Stadt
Bezug in vieler Hinsicht hat
Zu meinem Diesseits-Lebenslauf:
Es ward mir Gutes hier zuhauf!

(1) Karl Theodor mir Sitz verlieh
Schon früh bei der Akademie.6
Der Hofrats-Titel4 folgte dann,
Wiewohl ich darauf gar nicht sann.7

(2) Gesellschafts-Mitglied ich auch war
Der ‚Teutschen‘ hier, die hochachtbar
Zu jener Zeit gewesen ist,
Wie ihr, Herr Achtnicht, ja wohl wisst.8
Mit meinem Freund, dem Pfarrer Mieg,
Ich jeweils in die Kutsche stieg;
Von Heidelberg hierher ich fuhr:
Ich schätzte hoch Literatur.9

(3) Die erste Stelle als Jurist
In Mannheim früh geworden ist
Dem lieben Jakob, meinem Sohn,
Mit neun und zwanzig Jahren schon.10
Nach Rastatt ward er dann versetzt,
Das Herz ihm an der Murg verletzt.11
Zurück nach Mannheim ihn man rief,
Wo er als treuer Christ entschlief.12

(4) Insonders Mannheim stand sehr nah
Zeitlebens auch Amalia.
Bemüht in dieser Stadt blieb sie,
Dass Frauen-Bildung wohl gedieh.13

Die Töchter, die erzog sie hier
In Geist und Herz zu GOttes Zier,
An Bildung übertrafen weit
Die Männer, die zu jener Zeit
Oft wenig Takt und Wissen hatten,
Drum standen alleweil im Schatten
Der Gattin, die im Mittelpunkte
Des Hauses, der Familie prunkte.

Beinebens, Achtnicht, diese Stadt
Längst ganz und gar vergessen hat
Den Geistes-Funken, der hier sprühte:
Wie Frauen-Bildung frisch erblühte.
Ach GOtt! Ihr kennt ja diese Leute:
Für ihre Grossen blind noch heute.

(5) Christinens Mann befördert ward:
In Mannheim war ein neuer Start.
So kam zur ältren Schwester sie,
Zum lieben Bruder auch allhie.14

(6) Mein Enkel Schwarz blieb – hochgeschätzt –
In Mannheim Pfarrer bis zuletzt.15
Er sorgte drum, dass mehr Kultur
Das niedre Bürgertum erfuhr.
Mit seinen Tanten16 tat er viel,
Für Bildung, feinen Lebens-Stil
Auch unter Mannheims Protestanten,
Die ihn als Menschenfreund erkannten.
Doch heut ist er schon längst vergessen,
Wie dieser Stadt es angemessen.“


Wo weilt Jung-Stilling jetzt?


\“Herr Hofrat Jung! Wo sind sie jetzt,
Das sie ins Geister-Reich versetzt?
Kann jeder denn, so wie just sie
Zurück, wenn er es will, nach hie?“ –

\“Mein Stillings-Freund! Legt hier zugrunde
Die ‚Theorie der Geister=Kunde’.17
Ihr findet dort es so beschrieben,
Wie euch es frommt zu glauben nieden.“ –

\“Herr Hofrat! Ich las dazu neulich,
Dies Werk sei misslich und abscheulich.
Zu Basel traf besagtes Buch
Der Prädikanten harschen Fluch,18
Weil Papstes-Lehren es verbreite,
Die Frommen in die Irre leite.“ –

\“Für Basels Kirche bleibt die Schrift
Ein Zeichen für das schlimme Gift
Des Neides und der Ketzersucht,
Die dort emportrieb arge Frucht!
Mir wurden Dinge unterstellt,
Die jenes Buch gar nicht enthält.
Drum musste ich zur Feder greifen,
Um solchen Anwurf abzustreifen.19


Wirken Verstorbener auf Menschen nieden


Gewiss bleibt, lieber Achtnicht, doch,
Dass auch Verstorbne wirken noch
Auf ihre Lieben hier auf Erden –
Wenn GOtt will, dass sie tätig werden!
Nur selten freilich kommt es vor,
Dass jemand tritt durchs Jenseits-Tor
Ganz so, wie er auf Erden war,
Zeigt dergestalt sich Menschen dar.

Auch sind sehr Wenige es nur,
Die sehn den Geist in Leib-Figur.
In beiden Fällen GOttes Gnade
Muss walten in speziellem Grade.
Meist wirkt ein Geist nur auf den Willen,
Doch unbemerkt und bloss im Stillen.“20


Verbindung zwischen Eltern, Kinder und Enkel


\“Herr Hofrat! Wirken Eltern bloss
Auf ihre Kinder, die nun gross?
Geht Einfluss über lange Zeiten?
Kann Ungeborne man schon leiten?“ –

\“Das Letzte schier unmöglich ist!
Vom andern ihr ja manches wisst.
Dass wir hier sprechen, klar doch zeigt,
Wie Zeit sich auch nach rückwärts neigt,21
Wenn GOttes Gnade dies lässt zu
Und jemand solches Nutzen tu.

Zur andren Frage kann ich sagen,
Das wirkt derzeit, in diesen Tagen,
Mein Förderer Karl Friederich22
Auf seinen Nachfahrn fürsorglich.23
Hier freilich auch der Glücksfall steht,
Dass jener Nachfahr im Gebet
Mit GOtt verbunden ist als Christ;
Geöffnet drum der Botschaft ist,
Die ihm Karl Friedrich schickt nach hie –
Und GOtt dazu die Huld verlieh.“


Reformierter Glaube und GOttes Boten


\“Herr Hofrat! Widerspricht das nicht
Dem Glauben reformierter Sicht?
Ich hörte jüngst: wahr sei kein Gran:
Nur Blendwerk, Trugbild, hohler Wahn,
Viel Gaukelspiel, Schnurrpfeiferei,
Auch leerer Dunst und Kniffelei.“ –

\“Dass wir hier stehen: ist das Trug?
Beweis scheint mir das doch genug!
Auch habe in den Sulzer-Briefen
Ich abgegrenzt mich zu den Tiefen
Des Aberglaubens und der Mären
Samt aller Esoterik-Lehren.24
Was findet ihr vom Geistern dort,
Entspricht in allem GOttes Wort.


Niemand ist Geistwesen gegenüber verpflichtet


Kein Mensch auf Erden ist verpflichtet,
Dass Bitten, Flehgebet er richtet
Zu Engeln oder andren Geistern,
Dass diese Dinge für ihn meistern.

Nur GOtt allein der Herrscher ist!
Wir sind ihm nah durch JEsu CHrist.
Direkter kann kein Zugang sein,
Als durch den Menschensohn allein.25

Doch alles dies schliesst aus mitnichten,
Dass Geister Dienste auch verrichten
In GOttes Auftrag, wie die Bibel
An vielen Stellen macht plausibel.26


Zwei Richtungen gilt es klar zu unterscheiden


Lasst wiederholen nochmals mich,
Weil wichtig ausserordentlich
Und meist der Durchblick daran kränkt,
Dass man die Richtung hier vermengt.

Zwei Dinge gilt es klar zu trennen.
Zum ersten, Geister zu berennen,
Dass dieses oder jenes sie
Verrichten für den Menschen hie.

Dies nutzlos ist, weil selbst aus sich
Kein Geist kann handeln willentlich.
Dazu tut sich hier Argwohn da;
Denn GOtt ist jedem immer nah.
Es Mittler deshalb nie bedarf,
Die unsre Kirche drum verwarf.

Zum zweiten aber muss man sehen,
Was bisher klärlich ist geschehen:
Der HErr schickt Menschen Geister zu
Auf dass sich GOttes Willen tu
Durch sie; auf SEin Geheiss jedoch:
Und dies geschieht ja täglich noch!


Leugnung der Existenz von Engeln im Protestantismus


Mein Stillings-Freund: es tut mir weh,
Wenn weitum ich heut leugnen seh
Der Engel Dasein grade dort,
Wo man betont in einem fort,
Die Bibel sei der Born, der Hort,
Aus dem sich GOttes Botschaft künde,
Woraus sich rechter Glaube gründe,
Und wo man schreit: ’nur Schrift allein
Darf Richtschnur rechten Glaubens sein.‘

Ja, lesen denn die Lieben nicht,
Was klar die Schrift von Engeln spricht?
Was treibt sie an, keck zu behaupten,
Dass Engel ‚reinen Glauben’ raubten?

Geht es denn schlimmer noch und dreister
Als nennt man Engel ‚Abergeister’?
Wenn dartut man sie ungeniert
Als Götzen, nun ‚depotenziert’,27
Um dann im nächsten Atemzug
Laut zu posaunen aberklug:
‚Die Bibel – und nur sie allein –
Darf Mass der Christen-Lehre sein!’

‚SCRIPTURA SOLA’28 – welch ein Hohn
Wenn man sich aussucht, was davon
Derzeit ins eigne Weltbild passt,
Doch andres abwirft als Ballast;
Dazu fanatisch noch greift an,
Als ‚Aberglaube’ tut in Bann,
Was GOtt von Engeln in der Bibel
Uns lehrt, entfaltet so penibel.

Oft schiebt man so auch unverfroren
Die Engel zu den \“Redaktoren\“
Und sagt, es gälte zu bewahren
Das Wort des HErrn vor Kommentaren.29


Jung-Stilling verabschiedet sich


Doch nun, Herr Achtnicht, seid nicht böse,
Wenn ich mich schnell von dannen löse.
Just gab man einen Auftrag mir,
Der führt weit weg mich gleich von hier.30

Dankt täglich GOtt, der euch gesandt
Auf Erden in das Siegerland,
Wo GOttes Wort und Calvins Lehr
Vergehen nu und nimmermehr.31
Gehabt euch wohl! Grüsst jeden dort,
Dem Stillings Schriften sind ein Hort.“


Niederschrift und Ausarbeitung der Botschaft


Urplötzlich war die Stelle leer;
Auch keinen sah ich rings umher.
Ein Rudel junger Leute kam
Und Richtung auf die Halle2 nahm.
Der Lärm der Stadt mich voll umfing,
Derweil auch ich ins Schwimmbad ging.
Dort nahm ich in dem Vorraum Platz,
Schrieb teils in Stichwort, teils in Satz,
Was Stilling mir just mitgeteilt,
Dass im Gedächtnis es verweilt.

Am Abend im Hotel kam nah
Mir huldvoll Engel Siona.32
Er bat um meine Niederschrift.
Der Engel griff zu einem Stift.
Zunächst er das, was ich notierte,
In rechte Folge disponierte.
Dann reimte er in Windeseile
Schön jambisch33 eine jede Zeile.

Siona sagte daraufhin:
\“Herr Achtnicht, es ist von Gewinn,
Wenn diese Botschaft ihr komplett
Stellt möglichst bald ins Internet.
Doch bitte fügt noch Noten an,
Dass jedermann verstehen kann,
Was möchte diesmal bringen nah
Vom Himmel her Ohephiah.34
Ich will dabei euch unterstützen,
Mit Winken aus dem Jenseits nützen.\“

Der Engel tat, was er versprach,
Wie leicht mag jeder prüfen nach.
Gedankt sei hierfür sehr dem Engel,
Doch zeige mich man aller Mängel.


Meckerer mögen sich selbsten kritisieren


Doch jene, die sich regen auf,
Zerbersten schier in Wut-Geschnauf,
Weil ihr beschränkter, karger Geist
Allein um das, was irdisch kreist:
Beschimpfen Siona als Meister
Verdammter, böser Lügengeister,
Die nennen Achtnicht frech Kumpan
Des Teufels: diesem untertan:

Die tuen selbst sich bestens gut,
Wenn richten ganz sie Zorn und Wut
Mit voller Kraft geflissentlich
Flugs auf ihr selbstbewusstes Ich.

Erwartet hat nie Dankeslohn
Hienieden Achtnicht Ihrenhohn,
Bei dem keimt stark in letzter Zeit
Verlangen nach der Ewigkeit.


Anmerkungen, Quellen und Erläuterungen


* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen); –  durch Erbfolge ab 1743 Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg, heute Stadt im Bundesland Hessen); –  im Zuge der territorialen Neuordnung Deutschlands durch den Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); –  nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 an bis heute Bestandteil im Kreis Siegen-Wittgenstein des Regierungsbezirks Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf).

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den Entwicklungsverlauf; leider auch in der Zweitauflage ohne Register.

Lichthausen = bei Jung-Stilling die ehemalige selbständige, durch den Bergbau geprägte Gemeinde Littfeld im vormaligen Fürstentum Nassau-Siegen; seit 1. Januar 1969 Teil der Stadt Kreuztal im Kreis Siegen-Wittgenstein. – Durchflossen wird der Ort von der rund 13 Kilometer langen Littfe, einem wasserreichen Zufluss in den rund 24 Kilometer langen Ferndorfbach, der seinerseits ein rechten Nebenfluss der Sieg ist und im Zentrum von Siegen-Weidenau in die Sieg mündet.

Die Littfe ihrerseits wird im Ortsgebiet von Littfeld von Osten durch den Heimkäuser Bach (offizieller Name im Gewässerverzeichnis des Landes NRW: Die Heimkaus, 4,7 Kilometer lang) und von Westen durch den Limbach (2,1 Kilometer lang) gespeist.

Der Name Littfeld leitet sich ab aus dem keltischen Wort \“Let\“ für \“Lehm\“. Die in vielen Gewässernamen der Gegend vorzufindende Endsilbe \“-phe\“ ist die sprachlich abgeschliffene Form von \“apha“ = der Bach.

Aus Littfeld kam die Mutter Johanna Dorothea Fischer (1717-1742) von Jung-Stilling; dort wirkte auch sein Patenonkel Johann Heinrich Jung. – Siehe zu dieser herausragenden Persönlichkeit Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung (1711-1786). Ein Lebensbild. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989.

Im wirtschaftsgeschichtlich in vieler Hinsicht bemerkenswerten Siegerland ist der hochintelligente und vielseitig begabte Jung-Stilling (siehe Anmerkung 3) geboren, herangewachsen und dort hat auch seine ersten beruflichen Erfahrungen als Köhlergehilfe, Schneider, Knopfmacher, Vermessungs-Assistent, Landarbeiter, Dorfschulmeister und Privatlehrer gesammelt.

1 Stadt am Einfluss des Neckars in den Rhein; bei Jung-Stilling auch \“Reichenburg“ genannt. Mannheim war von 1720 bis 1777 Residenzstadt der Kurpfalz; sie kam durch den Reichsdeputationshauptschluss (siehe Anmerkung 4) im Jahr 1803 zu Baden (mit der Hauptstadt Karlsruhe) und entwickelte sich dank ihrer günstigen Lage zu einem wichtigen Industriestandort.

Heute gehört Mannheim mit etwa 330 000 Einwohnern als kreisfreie Stadt zum Bundesland Baden-Württemberg der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Stuttgart). Der Rhein und die Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz trennt Mannheim von der \“Schwesterstadt\“, dem benachbarten Ludwigshafen mit ungefähr 170 000 Bewohnern.

2 Hallenbad im innerstädtischen Quadrat U 3, benannt nach seinem Stifter, dem jüdischen Kaufmann und Stadtrat Bernhard Herschel (1837–1905) und seiner Ehefrau Karoline, geb. Aberle (1844–1904).

Das Mitte November 1920 in Betrieb genommene Hallenbad mit seiner prächtigen neobarocken Aussenfassade und der im Inneren vorherrschenden aussergewöhnlichen Architekturformen galt bei seiner Eröffnung als eine der grössten Badeanstalten in Deutschland.

Architekt war der durch insgesamt 122, das Stadtbild von Mannheim bis heute prägende Bauten unvergessene, in Stettin geborene Stadtbaudirektor Richard Perrey (1866–1937). – Siehe den reich illustrierten Band von Volker Keller: Richard Perrey in Mannheim. Erfurt (Sutton) 2005 (Die Reihe Archivbilder).

3 Hofrat Professor Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit (= Philosophie) und Arzneikunde (= Medizin) Doktor. Dieser wurde in letzter Zeit wiederholt auf Erden gesehen. Siehe die entsprechenden Erscheinungsberichte aufgezählt bei Bleibfest Stillingtreu: Wundersame Begegnung an der Sal. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 2000, S. 51 ff. sowie die Download-Files unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

Siehe auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992. – Die \“Lebensgeschichte\“ erschien in vielen Ausgaben. Jedoch genügt nur die von Gustav Adolf Benrath besorgte Version den Anforderungen sowohl des Lesers (grosser Druck, erklärende Noten, Register) als auch des Wissenschaftlers (bereinigter Original-Text; wichtige Dokumente zur Lebensgeschichte)

In kürzerer Form orientiert über das Leben von Jung-Stilling auch Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989. Mehr die innere Entwicklung schildert Otto W. Hahn: \“Selig sind, die das Heimweh haben\“. Johann Heinrich Jung-Stilling: Patriarch der Erweckung. Giessen, Basel (Brunnen) 1999 (Geistliche Klassiker, Bd. 4).

Siehe zum Wiedereintritt Verstorbener in diese Welt Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so, also mit Eszett). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987), S. 220 ff.

Dieses Werk von Jung-Stilling wurde seit seinem Erstdruck in vielen Ausgaben veröffentlicht und auch ins Englische, Schwedische, Niederländische und (noch 1862) Französische übersetzt; siehe die Zusammenstellung bei Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie Siegen (J. G. Herder-Bibliothek) 1993 (Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 28).

4 Jung-Stilling erhielt als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Heidelberg durch Erlass des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724/1742-1799) vom 31. März 1785 die Ernennung zum \“Kurpfälzischen Hofrat\“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anmerkung 3), S. 427. – Jung-Stilling hatte dem Wittelsbacher Kurfürsten 1772 seine medizinische Doktorarbeit gewidmet und ihm die Dissertation im März 1772 auch persönlich bei Hofe zu Mannheim überreicht. Diese trägt die Aufschrift \“SPECIMEN DE HISTORIA MARTIS NASSOVICO-SIEGENENSIS\“; sie beschäftigt sich mit der Geschichte des Eisenerzeugung im Fürstentum Nassau-Siegen. – Mars = hier: FERRUM, QUIA ROMANIS OLIM FERREUS MARS FUIT; siehe zur älteren Metall-Lehre übersichtlich, in drei Thesen geordnet Anton Lütgens: METALLORUM NATURAM ET DIFFERENTIAS EXPLICANS DISSERTATIO PHYSICA. Kiel (Barthold Reuther) 1707.

Das mit dem Hofrats-Titel verbundene gesellschaftliche Ansehen war zu jener Zeit beträchtlich. Es gewährte dem Träger manche Bevorzugungen, so auch (was Jung-Stilling als reisenden Augenarzt ganz besonders zum Vorteil gereichte) an den damals noch allerwärts anzutreffenden Schlagbäumen, Wegschranken, Posten, Schildwachen, Stadttoren, Überfuhren, Fähren, Brücken sowie an den zu jener Zeit auch innerlands recht zahlreichen Maut- und Grenzstationen.

Der Friedensvertrag von Campo Formio (7 km südwestlich von Udine in Venetien) vom 17. Oktober 1797 zwischen Napoléon und Kaiser Franz II., bestimmte in Artikel 20 den Rhein als die ewige Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Dies wurde im Frieden von Lunéville (südöstlich von Nanzig [französisch: Nancy] gelegen; ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen) am 9. Februar 1801 bestätigt.

In Artikel 6 heisst es genauer: \“S. M. l’Empereur et Roi, tant en Son nom qu’en celui de l’Empire Germanique, consent à ce que la République française possède désormais (= von nun an) en toute souveraineté et propriété, les pays et domaines situés à la rive gauche du Rhin, … le Thalweg (= Fahrt-Rinne für die Schiffahrt) du Rhin soit désormais la limite entre la République française et l’Empire Germanique, savoir (= und zwar) depuis l’endroit (= von der Stelle an) où le Rhin quitte le territoire helvétique, jusqu’à celui où il entre dans le territoire batave.\“

Eine ausserordentliche Reichsdeputation, eingesetzt am 7. November 1801, beriet daraufhin zu Regensburg (seit 1663 der Tagungsort des Immerwährenden Reichstags) über die Entschädigung an deutsche Fürsten, die (links der neuen Staatsgrenze zu Frankreich gelegene) Gebiete an Frankreich abtreten mussten.

Durch besondere günstige Umstände (bald traten noch verwandtschaftliche Beziehungen zu Frankreich hinzu: sein Enkel und Thronfolger Karl [1786/1811–1818] heiratete zu Paris am 7./8. April 1806 Stéphanie de Beauharnais [1789–1860], die 17jährige Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte) vergrösserte Karl Friedrich von Baden (1728/1746–1811) bei dieser Gelegenheit sein Gebiet um mehr das Vierfache; die Bevölkerung stieg von ungefähr 175’000 auf fast 1 Million Bewohner. Die pfälzische Kurwürde (das Recht, den Kaiser mitzuwählen) ging auf ihn über; Karl Friedrich wurde damit 1803 vom Markgrafen zum Kurfürsten erhoben. – Wenig später rückte er durch den Rheinbundvertrag vom 12. Juli 1806 nach Artikel 5 gar zum Grossherzog (Grand Duc) mit dem Titel \“Königliche Hoheit\“ auf und erhielt nach dem gleichen Vertragsartikel die Vorrangstellung unter den Rheinbundfürsten zugewiesen.

Mit dem Übergang der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (so auch der alten Residenz- und Universitätsstadt Heidelberg, der neuen [seit 1720] Residenzstadt Mannheim [mit dem grössten Barockschloss in Deutschland] und der Sommerresidenz Schwetzingen [mit dem kurfürstlichen Lustschloss samt 76 Hektar grossen Schlossgarten, Moschee, Badehaus und Theater]) an das Haus Baden durch den Regensburger Reichsdeputationsschluss vom 25. Februar 1803 wurde gemäss § 59, Abs. 1 (\“Unabgekürzter lebenslänglicher Fortgenuss des bisherigen Rangs\“) der \“kurpfälzische\“ DE JURE PUBLICO automatisch nunmehr zum \“badischen\“ Hofrat.

Anfang April des Jahres 1808 wird Jung-Stilling als Berater des Grossherzogs von Baden (\“ohne mein Suchen\“, wie er selbst betont) zum \“Geheimen Hofrat in Geistlichen Sachen\“ ernannt. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 404.

Beim Eintritt von Jung-Stilling in den Himmel kommt ihm Karl Friedrich von Baden freudig entgegen und heisst ihn in der Seligkeit als Bruder herzlich willkommen. – Siehe hierzu und überhaupt zum Übergang von Jung-Stilling in das Jenseits des näheren (unbekannte Verfasserin): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergesslichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 27.

Jung-Stilling stand nach seinem, aus eigener Initiative gewählten Abschied von der Universität Marburg ab 1803 im Dienste des Hauses Baden. – Siehe hierzu Gerhard Schwinge: Jung-Stilling am Hofe Karl Friedrichs in Karlsruhe, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, Bd. 135 (1987), S. 183 ff., Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795-1816 und ihres Umfelds. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1994, S. 219 ff. (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 32) sowie zum Verhältnis zwischen beiden Persönlichkeiten auch Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 237 ff. (Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 1).

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Karl Friedrich galt in Karlsruhe gleichsam als Übermensch. Als gelegentlich eines Trauer-Gottesdienstes der katholische Stadtpfarrer Dr. Thaddäus Anton Dereser (1757-1827) nicht in den übertriebenen Lobgesang für den Verstorbenen einstimmen wollte, sondern am Rande einer Predigt auch die teilweise rohe und schamlose Ausplünderung der katholischen Einrichtungen unter seiner Herrschaft ansprach, musste er Karlsruhe unverzüglich verlassen.

Siehe zur Person von Dereser kurz die Broschüre von Joseph Gass: Der Exeget Dereser. Eine geschichtliche Studie. Strassburg (Le Roux) 1915 (mit einem Portrait von Dereser) sowie Franz Xaver Münch: Der äußere Lebensgang des Aufklärungstheologen Thaddäus Anton Dereser. Bonn (Dissertation der Katholisch-Theologischen Fakultät) 1929 (auszugsweise im Druck), Bartolomé Xiberta: Artikel \“Dereser, Thaddaeus a Sancto Adamo\“, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 3. Berlin (Duncker & Humblot) 1967, S. 605 sowie Karl-Friedrich Kemper: Artikel \“Dereser, Thaddaeus a Sancto Adama\“, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Bd. 32 (2003), Spalte 222-229.

Siehe zu den unterdrückenden obrigkeitlichen Massnahmen gegen die katholischen Bürger unter der Regierungsgewalt der badischen Grossherzöge auch (Franz Joseph Mone [1796-1871]): Die katholischen Zustände in Baden, 2 Bde. Mit urkundlichen Beilagen. Regensburg (Manz) 1841/1843 sowie Carl Bader: Die katholische Kirche im Großherzogthum Baden. Freiburg (Herder) 1860. – Sehr einseitig und unsachlich zur Predigt von Dereser auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen) 2002, S. 485.

Als Beispiel der bei Hofe zu Karlsruhe genehmen Trauerreden katholischer Geistlicher seien erwähnt –  Bernhard Boll: Trauerrede bey der kirchlichen Todten-Feyer seiner königlichen Hoheit Karl Friedrichs, Großherzogs zu Baden, Herzogs zu Zähringen, gehalten in der Haupt- und Münsterpfarrkirche zu Freyburg den 1. July 1811. Freiburg (Wagner) 1811 (der Zisterzienser und Münsterpfarrer zu Freiburg Bernhard Boll (1756-1836) wurde 1827 erster Erzbischof von Freiburg); –  [Gerhard Anton Holdermann]: Beschreibung der am 30ten Juny und 1ten July 1811 zu Ratsatt Statt gehabten Trauer-Feyerlichkeit nach dem Hintritte unsers (so!) höchstseligen Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Rastatt (Sprinzing) 1811. Holdermann (1772–1843) war katholischer Pfarrer zunächst in Heidelberg und bis 1829 in Rastatt.

Als elektronische Ressource im Rahmen der \“Freiburger historischen Bestände–digitalisiert\“ ist einsehbar –  die in lateinischer Sprache vorgetragene, an Lobpreisungen überladen-theatralische Rede von Johann Kaspar Adam Ruef (1748-1825): JUSTA FUNEBRIA SERENISSIMO DUM VIVERET AC CELSISSIMO PRINCIPI DIVO CAROLO FRIDERICO MAGNO DUCI BADARUM … DIE 22 JULII 1811 IN TEMPLO ACADEMICO PIISSIMA ET GRATISSIMA MENTE PERSOLVENDA INDICIT JOANNES CASPARUS RUEF. Freiburg (Herder) 1811. – Ruef war Professor des katholischen Kirchenrechts an der Universität Freiburg, Oberbibliothekar und (wie Jung-Stilling seit 1806) Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat.

Gleichsam als Heiligen sehen den Verstorbenen –  Aloys Wilhelm Schreiber: Lebensbeschreibung Karl Friedrichs Großherzog von Baden, 1728–1811. Heidelberg (Engelmann) 1811 (Schreiber [1761–1841]) war seit 1805 Professor für Ästhetik in Heidelberg und ab 1813 bis zu seiner Pensionierung Hofgeschichtsschreiber in Karlsruhe)

Vgl. auch –  Gedächtnißreden bey dem Tode Sr. K. Hoheit des Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Gehalten von den Pfarrern der drey christlichen Confessionen zu Mannheim. Mannheim (Schwan) 1811 (Brochure), in der sich der reformierte, lutherische und katholische Geistliche an Lob auf den verstorbenen Karl Friedrich offenkundig überbieten.

Geradezu bescheiden wirken demgegenüber andere Predigten, wie etwa –  [Christian Emanuel Hauber]: Kurze Abschilderung Sr. Königlichen Hoheit Carl Friedrichs Grosherzogs (so!) von Baden. Karlsruhe (Macklot) 1811 (Brochure); –  Theodor Friedrich Volz: Gedächtnißpredigt auf den Höchstseeligen Großherzog von Baden Karl Friedrich, gehalten den 30. Junius 1811 in der Stadtkirche zu Karlsruhe. Karlsruhe (Müller) 1811 (Brochure). Volz [1759-1813]), in Jena 1778 bereits promoviert, bemüht sich erkennbar um die im Rahmen des Anlasses mögliche Sachlichkeit.

Aufgebläht, schwulstig und völlig kritiklos sind auch viele der zahlreichen Zentariums-Reden auf Karl Friedrich von Baden, wie –  Karl Joseph Beck: Rede bei der akademischen Feier des hundertsten Geburtsfestes des Hochseligen Großherzogs Karl Friedrich zu Baden … Gehalten von dem derzeitigen Prorector der Albert-Ludwigs-Hochschule. Freiburg im Breisgau (Wagner) 1828. Karl Joseph Beck (1794-1838) war Mediziner und Stifter des \“Corps Rhenania\“ in Freiburg.

Überspannt auch –  Friedrich Junker: Lobrede auf Carl Friedrich, ersten Großherzog von Baden. Bei der Säcularfeier der Geburt des unvergleichlichen Fürsten den 22. November 1828 gesprochen in Mannheim. Mannheim (Schwan & Götz) 1829 (Brochure); Junker hatte sich als Interpret des Philosophen Epiktet sowie als Schriftausleger einen Namen gemacht.

Fast schon als Halbgott stellt den badischen Herrscher dar –  Karl Wilhelm Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn: Gemälde über Karl Friedrich den Markgrafen, Kurfürsten und Großherzog von Baden. Ein Beitrag zur Säkular-Feier der Geburt des unvergeßlichen Fürsten. Mannheim (Schwan und Götz) 1828 (Drais [1761–1851] gilt als der Erfinder des Fahrrads (Laufrads, \“Draisine\“); sein Vater war badischer Oberhofrichter und Karl Friedrich sein Taufpate).

Weithin unkritisch gegenüber den augenfälligen Schattenseiten der Regierung von Karl Friedrich neuerdings auch Annette Borchardt-Wenzel: Karl Friedrich von Baden. Mensch und Legende. Gernsbach (Katz) 2006. Dasselbe gilt für die Doktorarbeit von Gerald Maria Landgraf: \“Moderate et prudenter\“. Studien zur aufgeklärten Reformpolitik Karl Friedrichs von Baden (1728-1811), als Download-File bei dem URL <http://epub.uni-regensburg.de/10710/>. Für die Schikanen gegen die katholische Bevölkerung und das dadurch hervorgerufene Leid vieler Menschen hat Landgraf kein Wort übrig.

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Bei nachtodlichen Erscheinungen wird Jung-Stilling gewöhnlich mit \“Herr Hofrat\“ angeredet, seltener mit \“Herr Geheimrat\“; siehe die in Anmerkung 1 genannten Berichte. Auch Siona, Schutzengel von Jung-Stilling, nennt diesen Dritten gegenüber \“Hofrat Jung\“. – Der Titel ist hier gleichsam als ein fester Bestandteil des Namens (ADJUNCTIO NOMINIS, wie etwa \“Apostel Paulus\“ oder \“Kaiser Karl\“) zu verstehen, und n i c h t als ehrenvolle Benennung (TITULUS HONORIS, wie er zu Lebzeiten Jung-Stillings mit der Verleihung beabsichtigt war).

\“Stilling\“ ist ein individueller Beiname (APPELLATIO PROPRIA; der Sinn dieser Namenszulegung ist beinebens bis heute noch nicht eindeutig und befriedigend erklärt) und wirkt sehr vertraulich.

Ein jeder Christ, der in die Seligkeit eingeht, empfängt von GOtt einen neuen Namen, siehe Offenbarung 2, 17 sowie (Johann Heinrich Jung-Stilling:) Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen (so!) Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1799, S. 89. – Der besondere Name, mit dem Jung-Stilling im Jenseits beschenkt wurde, ist Ohephiah (= der GOtt liebt). Siehe [Christian Gottlob Barth:] Stillings Siegesfeyer. Eine Scene aus der Geisterwelt. Seinen Freunden und Verehrern. Stuttgart (Steinkopf) 1817.

5 Stillings-Freund meint –  Gönner, Förderer, später –  Verehrer und Anhänger (\“Fan\“: dieses heute gebräuchliche Wort vom lateinischen FANATICUS = begeistert, entzückt) oder zumindest –  eifriger Leser der Schriften von Jung-Stilling. Der Ausdruck stammt von Jung-Stilling selbst. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 3), S. 213, S. 441, S. 513, S. 536, S. 566. – Auf der anderen Seite gibt es aber auch leider bis heute   \“Stillings-Feinde\“, siehe ebendort, S. 316.

6 Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz (1724/1742-1799) berief Jung-Stilling nach dessen eigenen Angaben im März 1772 zum korrespondierenden Mitglied der \“Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften“ in Mannheim; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anmerkung 3), S. 287.

Freilich ist Jung-Stilling in den erhaltenen Mitgliederlisten der Akademie nicht aufgeführt. Siehe dieses Verzeichnis bei Peter Fuchs: Palatinatus Illustratus. Die historische Forschung an der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften. Mannheim (Bibliographisches Institut) 1963, S. 566 f. (Forschungen zur Geschichte Mannheims und der Pfalz; Neue Folge, Bd. 1).

7 Anlässlich der Verlegung der Kameral Hohen Schule von (Kaisers)Lautern nach Heidelberg und die Angliederung als Staatswirtschafts Hohe Schule an die Philosophische Fakultät im Jahre 1784 erhielt Jung-Stilling im März 1785 den Titel eines \“Kurpfälzischen Hofraths“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 3), S. 427 sowie S. 688 (\“Den Hofratstitel gab mir der Kurfürst von der Pfalz ganz aus eigener Bewegung, und ganz umsonst, ich hatte so etwas nie verlangt und nie erwartet. Der Kurfürst liebte mich sehr und wollte mir dadurch eine Gnade erzeigen“).

8 Die \“Teutsche Gesellschaft\“ war 1775 gegründet mit dem Ziel, die (zeitgenössische) deutsche Literatur zu fördern. – Siehe Ludwig Häusser: Geschichte der rheinischen Pfalz in ihren politischen, kirchlichen und literarischen Verhältnissen. Pirmasens (Richter) 1970, S. 946 f. (Neudruck der 2. Aufl. Heidelberg [Mohr] 1856) sowie die an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg eingereichte Dissertation von Elisabeth Liebler: Die Kurpfälzische Deutsche Gesellschaft in Mannheim. Freiburg im Breisgau 1921 (als Mikrofiche der UB Freiburg aus dem Jahr 1997 erhältlich).

9 Kirchenrat Professor Johann Friedrich Mieg (1744–1819), Pfarrer an der Heiliggeistkirche in Heidelberg, war ein sehr guter Freund von Jung-Stilling. In seinem kinderlosen Haus lebte seine Tochter (aus zweiter Ehe) Elisabeth (Lisette, 1786–1802), die Mieg wie seine eigene Tochter hielt. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anmerkung 3), S. 428, S. 738, S. 565, S. 752.

Unter dem Namen \“Epictet\“ war Kirchenrat Mieg einer der führenden Köpfe der Illuminaten; siehe Wilhelm Kreutz: Die Illuminaten des Rheinisch-Pfälzischen Raums und anderer außerbayrischer Territorien. Eine \“wiederentdeckte\“ Quelle zur Ausbreitung des radikal aufklärerischen Geheimordens in den Jahren 1781 und 1782, in: Francia – Forschungen zur Westeuropäischen Geschichte, Bd. 18/2 (1991), S. 117, S. 120 f. Jung-Stilling dürfte das wohl gewusst haben; siehe hierzu Gerhard Schwinge: Affinität und Aversion. Jung-Stillings Verhältnis zum Freimaurertum und zum Illuminatenorden, in: Erich Mertens (Hrsg.): Auf den Spuren von Jung-Stilling. Studien zu Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817). Freundesgabe für Alfred Klose zum 70. Geburtstag. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1998, S. 53, S. 61.

Vergessen ist Mieg heute weithin als Linguist, der sich für die Förderung der Muttersprache auch bei den (zu seiner Zeit noch oft Latein oder Französisch bevorzugenden) Zeitgenossen nachhaltig einsetzte. – Siehe seine klar geschriebene und argumentativ überzeugende Abhandlung: Ueber das Studium der Sprache, besonders der Muttersprache. Abhandlung in der Kurpfälzischen teutschen Gesellschaft in denen Jahren 1779–1781 vorgelesen von ihrem Mitglied Johann Friedrich Mieg. Frankfurt am Main (Eßlingersche Buchhandlung) 1782.

Dass Kirchenrat Mieg mit der deutschen Sprache sehr gut umzugehen wusste, bezeugen mehrere seiner Reden; siehe etwa: Johann Friedrich Mieg: Jubelrede, bei der Feier der fünfzigjährigen Regierung unsers gnädigsten Churfürsten und Herrn, Carl Theodors, Churfürsten von der Pfalz und Baiern. Uiber Psalm. LXI.7.8.9 in der heiligen Geist-Kirche den 31. Dezember 1792 vorgetragen. Heidelberg (Klingelhöfer) 1792 (Brochure). Kirchenrat Mieg zeigte sich auch gelegentlich einer nachtodlichen Begegnung in Heidelberg; siehe <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stillingf>; dort auf \“Verfremdete Kirche\“ gehen.

10 Jung-Stillings Sohn aus erster Ehe Jakob Jung (1774–1846) wurde vom Grossherzog (damals noch Kurfürst) Karl Friedrich von Baden im Jahre 1803 als Wirklicher Justizrat nach Mannheim berufen; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 3), S. 591 f. sowie auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe (Anmerkung 4), S. 315, 317 f.

11 Jakob Jung erhielt im Jahr 1816 das Amt eines Hofgerichtsrats in Rastatt (beiderseits der Murg, 22 Kilometer südwestlich von Karlruhe gelegen). Er verlor zwei seiner schon erwachsenen sechs Kinder durch eine langwierige Krankheit. – Siehe Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 79 f. (Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 1).

12 Als Oberhofgerichtsrat wurde Jakob Jung nach Mannheim zurückversetzt, wo er auch starb. Er war unter anderem auch Präsident des am Allerheiligentag 1839 in Neckargemünd gegründeten \“Evangelischen Missionsverein im Großherzogthum Baden\“ (ab 1850 \“Evangelischer Verein für Äußere Mission im Großherzogthum Baden\“); siehe anonyme Verfasserin: Amalie Jung und das Großherzogliche Fräulein=Institut in Mannheim. Ein Lebens= und Charakter=Bild. Weimar (Böhlau) 1873, S. 70, S. 141 sowie ohne Verfasser: Bericht von der Entstehung des evangelischen Missionsvereins im Großherzogthum Baden. Heidelberg (Winter) 1840.

13 Jung-Stillings Tochter (aus dritter Ehe) Amalia (Malchen, 1796–1860) wurde Leiterin das von Karlsruhe im Jahr 1816 nach Mannheim verlegten Graimbergschen Pensionats für höhere Töchter.

Siehe hierzu unbekannter Verfasser: Die Gründung des Instituts der Frau von Graimberg in Karlsruhe 1810, in: Mannheimer Geschichtsblätter. Monatsschrift für die Geschichte, Altertums- und Volkskunde Mannheims und der Pfalz, Bd. 26 (1925), № 2, Sp. 45–46 sowie (Hahn, Sophie Anna Franziska von:) In Gutshäusern und Residenzen. Denkwürdigkeiten der Freifrau Sophie von Hahn geb. de Graimberg, hrsg. von Otto von Taube. Hannover-Döhren (Hirscheydt) 1964.

Jung-Stillings \“Seelen\“–Tochter (aus zweiter Ehe) Carolina (Linchen, 1787–1821) war zuvor Leiterin dieser Anstalt. – Siehe Max Geiger: Aufklärung und Erweckung (Anm. 11), S. 550 und S. 560 (Amalia) sowie S. 181 f. und S. 609 (Carolina). – Vgl. auch Christine Jung-Heddaeus: Aus den Papieren einer Tochter Jung-Stilling’s. Barmen (Langewiesche) 1860, S. 26 ff.

14 Christine Jung (aus dritter Ehe, Tinchen, 1799–1869) heiratete 1820 den Kanzleirat Eberhard Friedrich Heddäus; siehe Max Geiger: Aufklärung und Erweckung (Anm. 11), S. 142 sowie Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung. Eine literatur- und frömmigkeitsgeschichtliche Untersuchung seiner periodischen Schriften 1795–1816 und ihres Umfelds. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 1994, S. 364 (Register) (Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, Bd. 32).

15 Wilhelm Heinrich Elias Schwarz, der erste Enkel von Jung-Stilling, wurde 1793 in Marburg/Lahn geboren (aber nicht im Hause des Grossvaters, wie oft zu lesen ist; vielmehr wurde er dort zwei Tage nach der Geburt im Hause von Jung-Stilling durch den Professor \“für Theologie nach lutherischem Lehrbegriff\“ und Direktor des Predigerseminars Leonhard Johann Carl Justi, 1753–1800, getauft). Er war das erste Kind der Eheleute Friedrich Heinrich Christian Schwarz und Hanna Jung; siehe zu ihm auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 3), S. 630 sowie Gerhard Schwinge: \“freundlich und ernst\“. Friedrich Heinrich Christian Schwarz. Theologieprofessor und Pädagoge in Heidelberg von 1804 bis 1837 und die Heidelberger Gesellschaft seiner Zeit. Heidelberg (verlag regionalkultur) 2005, S. 75 ff. (Archiv und Museum der Universität Heidelberg. Schriften, hrsg. von Werner Moritz, Bd. 11).

Wilhelm Heinrich Elias Schwarz studierte in Heidelberg Theologie, promovierte 1816 in diesem Fach mit einer Dissertation über Lehrunterschiede der Konfessionen und Sekten in Bezug auf die Königsherrschaft Christi (COMMENTATIO IN QUA ET PROTESTANTIUM ET CATHOLICORUM DE REGNO CHRISTI DOCTRINAM SYMBOLICAM, ET QUASNAM HAC IN RE SECTAE FANATICORUM PRAECIPUAE RECENTIORUM TEMPORUM SIBI FINXERINT OPINIONES …) und wirkte zunächst in Weinheim (Bergstrasse), sodann ab 1831 als Pfarrer an der Trinitatis-Kirche im innerstädtischen Quadrat G 4 in Mannheim. Auch betätigte er sich erfolgreich auf verschiedenen sozial-karitativen Feldern.

Stillings erster Enkelsohn fühlte sich dem Erbe des Grossvaters besonders verpflichtet und gab nach dessen Tod auch seine Gedichte heraus. Er predigte und schrieb auch (so etwa: Die Verheissung Isaaks. Besuchungen, Frankfurt am Main [Hermann] 1818) im Geist der Erweckung, was bei den in religiösen Dingen sehr leichtfertigen, flatterhaften Mannheimern schlecht ankam. Sein Grossvater Jung-Stilling kannte bereits \“kein frivoleres, gegen alle Religion leichtsinnigeres Volk\“ als die Pfälzer; siehe Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. 122.

Dieses Urteil gilt, wie viele Seelsorger bis heute bestätigen, offenbar für die Mannheimer im besonderen.

Ins Gerede kam aber Wilhelm Heinrich Elias Schwarz, weil er sich von seiner 1819 in den Ehestand geführten ersten Frau Amalie Bechthold (1801 in Darmstadt geboren) 1833 scheiden liess (sie war angeblich geisteskrank; zeigte sich aber später wieder kerngesund und putzmunter), um noch im selben Jahr deren Stiefschwester Henriette Hug, 1811 in Mannheim geboren, zu heiraten. Als diese 1844 starb, verehelichte er sich 1845 mit der Dritten der Schwestern, mit Sophie Wilhelmine Hug. – Während die dritte Ehe kinderlos blieb, hatte er aus der ersten Ehe drei Söhne und aus der zweiten Ehe ebenfalls drei Söhne.

Wilhelm Heinrich Elias Schwarz starb als Großherzoglich Badischer Kirchenrath 80jährig 1873 in Mannheim. – Siehe Udo Wennemuth: Geschichte der evangelischen Kirche in Mannheim. Sigmaringen (Thorbecke) 1996, S. 82 ff. (Quellen und Darstellungen zur Mannheimer Stadtgeschichte, hrsg. vom Stadtarchiv Mannheim, Bd. 4).

16 Die in Mannheim lebenden Jung-Stilling-Töchter Amalie Jung und Christine Heddäus-Jung.

17 Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so!) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so, also mit Eszett!). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987 und öfters), S. 220 ff.

Dieses Werk von Jung-Stilling wurde seit seinem Erstdruck in vielen Ausgaben veröffentlicht und auch 1812 ins Schwedische, 1815 ins Niederländische (durch Joan Petrus Kleyn, 1760–1805), 1834 ins Englische (durch Samuel Jackson aus Tulse Hill, heute der Stadt London eingemeindet) sowie 1851 ins Amerikanische (durch Pfarrer George Bush) und noch 1862 ins Französische übersetzt; siehe die Zusammenstellung bei Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie Siegen (J. G. Herder-Bibliothek) 1993 (Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 28).

Vgl. zu diesem Themenkreis auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades. Wahre und falsche Ansichten, hrsg. und eingel. von Gerhard Merk. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Studien, Bd. 2). sowie Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling. Eine ausdeutende Untersuchung. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995. Diese Schrift ist auch unentgeltlich als Download-File unter der Adresse <http://www.uni-siegen.de/~stilling> abrufbar.

18 Siehe: Abgefordertes Gutachten einer ehrwürdigen Geistlichkeit der Stadt Basel über Herrn Dr. Jung’s genannt Stilling Theorie der Geisterkunde. Basel (Samuel Flick) 1809 sowie Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades (Anm. 17), S. 30 (Titelblatt dieser Schrift; im folgenden Titelblätter weiterer derartiger Veröffentlichungen gegen Jung-Stilling und weitere Literaturhinweise).

19 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Apologie der Theorie der Geisterkunde veranlasst durch ein gegen dieselbe abgefasstes Gutachten des Hochwürdigen (so, mit grossem Ha) geistlichen Ministeriums zu Basel. Als Erster (so, mit grossem E) Nachtrag zur Theorie der Geisterkunde\“ (Geisterkunde im Gegensatz zum Hauptwerk hier ohne [Doppel]Bindestrich geschrieben) Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung 1809, Zweitauflage ebendort 1830.

20 Siehe hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 17), S. 371 sowie Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 7. Aufl. Bietigheim (Rohm) 1999, S. 138, S. 245.

21 Denn \“der Raum und die Zeit entstehen also blos in unserer Seele; außer uns im Wesen der Natur selbst, ist keins von Beyden. Da nun alle Bewegungen in der ganzen Schöpfung in Raum und Zeit geschehen, ohne beyde keine Bewegung möglich ist, so sind auch alle Bewegungen in der ganzen Schöpfung blos Vorstellungsformen in unserer (so!) Seelen, die aber in der Natur selbst nicht statt finden (Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde [Anm. 17], S. 31). Mithin gibt es auch keine Nachzeitigkeit!

22 Grossherzog Karl Friedrich von Baden (1728/1746–1811), der Freund und Gönner von Jung-Stilling, mit dem er jedoch erstmals 1801 in persönlichen Kontakt kam. – Siehe darüber ein eigenes Kapitel bei Max Geiger: Aufklärung und Erweckung (Anm. 11), S. 237 ff. sowie Gerhard Schwinge: Jung-Stilling als Erbauungsschriftsteller der Erweckung (Anm. 14), S. 364 (Register) und Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und eingeleitet von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 619 f. (Stichwort „Baden, Karl Friedrich von“).

23 Gemeint ist wohl Markgraf Maximilian von Baden, Herzog von Zähringen. Er ist ein ächter Stillings-Freund; siehe das Widmungsblatt im Jung-Stilling-Lexikon Religion (Anm. 15).

24 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Antwort durch Wahrheit in Liebe auf die an mich gerichteten Briefe des Herrn Professor Sulzers in Konstanz über Katholicismus und Protestantismus. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1811, S. 137 f., S. 193, S. 197.

25 Siehe Jung-Stilling-Lexikon Religion (Anm. 15), S. 81 ff.

26 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm. 17), S. 175 f. sowie Jung-Stilling-Lexikon Religion, S. 52 ff.

27 In der protestantischen Theologie dieser Tage werden Engel durchgängig als \“depotenzierte\“ (= entmachtete) Götter\“ der alten Völker begriffen, die auf Schleichwegen in die Bibel eingedrungen sind, siehe auch Anmerkung 29. – Siehe hierzu Herbert Vorgrimler: Wiederkehr der Engel? Ein altes Thema neu durchdacht, 3. Aufl. Kevelaer (Butzon & Bercker) 1999 (Topos plus-Taschenbücher) sowie Paola Giovetti: Engel, die unsichtbaren Helfer der Menschen, 8. Aufl. Kreuzlingen (Kailash) 2003 und im Internet <http://www.himmelsboten.de>

28 Nur (im Sinne von ganz alleinig, einzig, ausschliesslich) die Bibel – also nicht auch die Vernunft – darf Grundlage des Glaubens sein. Diesem schroffen Grund-Satz der Hauptströmung reformatorischer Theologie folgt Jung-Stilling nicht.

\“Es ist für Jung-Stillings Position bezeichnend, dass an den entscheidenden theologischen Stellen (Offenbarungsverständnis, Gottesbild, Menschenbild, Erlösungslehre), wo bei Luther und den anderen Reformatoren die für ihre Theologie charakteristische PARTICULA EXCLUSIVA ‚allein‘ steht, bei Jung-Stilling die PARTICULA COPULATIVA ‚und‘ oder eine entsprechende Apposition steht\“, bemerkt Otto W. Hahn: Jung-Stilling zwischen Pietismus und Aufklärung. Sein Leben und sein Literarisches Werk 1778 bis 1787. Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris (Peter Lang) 1988, S. 744. (Europäische Hochschulschriften, Bd. 344).

So gelten für Jung-Stilling jeweils Bibel und Vernunft, Natur und Offenbarung, fromm und vernünftig, Christ und Menschenfreund, usw.

29 Es besteht heute kein Zweifel mehr daran, dass viele Schriften der Bibel nicht von denjenigen verfasst wurden, die als Autoren angegeben sind.

Grundsätzlich nämlich wurde die Verfasserschaft in der Antike anders gesehen und bewertet, als wir es heutzutage tun.

In biblischen Zeiten war es die Regel, dass sich Autoren in ihren Werken nicht zu erkennen geben. Der Einzelne sah sich selbstredend als Teil eines grösseren Ganzen, als \“zoon politikon\“. Das Individuum, die Privatperson, war gewissermassen noch nicht hervorgetreten. Die Persönlichkeit des Schreibenden trat so hinter das Werk zurück.

Man signierte seine Werke auch nicht. Eher verbarg man sich hinter dem Namen eines anderen, eines Bekannteren. Ausnahmsweise bloss treten einzelne Schriftsteller so klar hinter ihren Texten hervor, dass man mit Bestimmtheit sagen: diese oder jene Passage der Heiligen Schrift stammt eindeutig von dieser oder jener Person.

Ganz sicher haben viele Texte des Alten Testaments eine überaus lange mündliche Weitergabe im Volk Israel oder in seinen Nachbarvölkern hinter sich. Erst dann, oft nach Jahrhunderten, wurden die Überlieferung gezielt gesammelt und aufgeschrieben. \“Verfasser unbekannt\“, \“mündlich überliefert\“ oder \“Volksweise\“ müsste die einschlägige Herkunftsangabe nach unseren heutigen Zitierregeln lauten.

Auch die Sammler sind weitgehend unbekannt. Man stellt sie sich vor wie heutige Herausgeber, die reichlich nachgelassenes Schriftgut sichten, sinnvoll anordnen und in eigenen Zwischentexten erläutern. Man spricht in Bezug auf die Bibel auch von \“Redaktoren\“. Ein Redaktor bezeichnet in den historischen Textwissenschaften eine namentlich häufig nicht bekannte, nur aus dem Textbefund erschlossene Person, die dem untersuchten Text seine derzeitige (Endredaktor) oder eine vorläufige (Zwischenredaktor) Fassung zukommen liess.

Die Redaktoren halten sich ebenfalls vornehm im Hintergrund. Nur manche sind bis heute an einem charakteristischen Sprachstil oder einer jeweils besonderen Theologie zu erkennen. Manche Sammlungen sind vermutlich nicht von einzelnen Personen, sondern von bestimmten theologischen Schulen bearbeitet worden. Für den Forscher ist es wichtig zu erfahren, welche Stoffauswahl die einzelnen Schulen treffen und wie diese die überlieferten Texte miteinander verbinden.

Am Beispiel der fünf Bücher Mose sie dies erläutert. Umherziehendes Leben (Nomadentum) und schreibende Kultur passen hier nicht zusammen. Aber Mose als beherrschende Persönlichkeit eines ganzen Zeitalters gibt seinen Namen für die gesammelten Überlieferungen dieser Epoche. So erkennt man in den fünf Büchern Mose verschiedene unbekannte, namenlose Sammler, Redaktoren und Schulen. Die Forschung unterscheidet so den \“Jahwisten\“, den \“Elohisten\“, die \“Priesterschrift\“ und den \“Deuteronomisten\“, die sich unter anderem darin voneinander abgrenzen lassen, mit welcher Bezeichnung sie Gott in ihren Texten benennen.

Mehr persönliche Eigenart, einen höheren Grad an Individualität, zeigen beispielsweise die grossen Propheten Jesaja und Jeremia. Unter dem Namen \“Jesaja\“ scheinen mindestens drei grosse Persönlichkeiten zu schreiben, die man üblicherweise als \“Protojesaja\“, \“Deuterojesaja\“ und \“Tritojesaja\“ benennt. Der Prophet Jeremia scheint einen eigenen Schreiber namens Baruch angestellt zu haben, der mit Sorgfalt aufzeichnet, was ihm sein Meister als Gottesrede zu Niederschrift gibt.

Im Neuen Testament sind die Evangelien in dem auf uns gekommenen griechischen Urtext überschrieben \“kata matthaion\“, \“kata markov\“, \“kata loukav\“, \“kata joanneiv\“, also \“gemäss Matthäus\“, \“gemäss Markus\“ und so weiter. Das trifft sich gut mit der heutigen Erkenntnis, dass Evangelien nicht von den genannten Personen verfasst, sondern \“in der Überlieferung des Matthäus\“, \“in der Überlieferung des Markus\“ und so weiter entstanden sind.

Das Evangelium des Johannes, die drei Johannesbriefe und die Offenbarung des Johannes (Apokalypse) weisen zwar sprachliche Ähnlichkeiten auf. Sie sind einander dennoch nicht verwandt genug, um sie deutlich ein und demselben Verfasser zuzuordnen. Was die Apostelgeschichte des Lukas betrifft, so gibt es durchaus stilistische Ähnlichkeiten zum Evangelium des Lukas. Der Verfasser bzw. Redaktor beider Schriften dürfte wohl derselbe \“in der Überlieferung des Lukas\“ sein.

Hingegen ist hinter den Paulusbriefen sehr wohl eine eigene, ganz bestimmte Persönlichkeit zu erkennen. Es besteht heute auch unter kritischen Forschern kein Zweifel daran, dass der Römerbrief, die beiden Korintherbriefe, der Galaterbrief, der Philipperbrief, der 1. Thessalonicherbrief sowie auch der Philemonbrief aus der Feder der historischen Person Paulus aus Tarsus und aus der Zeit der Urgemeinde stammen.

Umstritten ist die Herkunft der Briefe (des Paulus) an die Epheser, an die Kolosser und sein zweiter Brief an die Thessalonicher. Sie sind bei näherem Hinsehen geprägt von einer anderen Theologie als jener des Paulus. Ähnlich verhält es sich mit den Briefen (des Paulus) an Timotheus und Titus. Sie sprechen deutlich hinein in die Lebenslage einer Generation nach Paulus und verweisen in eine Zeit, in der sich die junge Kirche einen Platz in der Gesellschaft suchen muss.

Die beiden Petrusbriefe sind mit Sicherheit nicht vom gleichnamigen Jünger Petrus verfasst. Sie entsprechen keineswegs der Sprachwelt des Fischers vom See Genezareth. Deutlich genug zielen sie inhaltlich auf die seit den irdischen Tagen Jesu merklich veränderte Verhältnisse. Ähnliches gilt vom Brief des Jakobus und des Judas sowie vom Brief (des Paulus) an die Hebräer.

Leicht erkennbar ist, dass geschichtlich gesicherte Verfasser oder Schriftsteller und theologische Schulen, die unter Pseudonym schreiben, ihr menschliches (manchmal allzu menschliches) Wort sowie ihre zeitgebundenen Vorstellungen einbringen (\“transportieren\“, wie man hier zu sagen beliebt). Im Kern jedoch verkündigen sie allemal das göttliche Wort, das freilich immer neu inmitten des menschlichen entdeckt werden muss.

30 Engeln und Geistern kommt keine Ubiquität zu: sie können in der Regel nur an einem einzigen Ort sein. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde (Anm.17), S. 366.

31 Jung-Stilling entstammt dem Siegerland; siehe die einleitende Bemerkung. Er kommt aus einer mit vielfältigen Talenten ausgestatteten Familie der \“Stillen\“ im Dorf Grund, heute Teil der Stadt Hilchenbach, Kreis Siegen-Wittgenstein im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Jung-Stilling war im Siegerland als Köhlerjunge (bei seinem Grossvater), als Schneider und Knopfmacher (bei seinem Vater), als Schulmeister (in verschiedenen Orten seiner Heimat) und als Vermessungsgehilfe (bei seinem Patenonkel) tätig. Dazu musste der in der häuslichen Landwirtschaft mithelfen.

Siehe Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. 4–35 sowie Otto W. Hahn: Selig sind, die das Heimweh haben. Johann Heinrich Jung Stilling, Patriarch der Erweckung. Giessen, Basel (Brunnen) 1999, S. 11–15. – Vgl. zum religiösen Hintergrund dieser Gegend Jakob Schmitt: Die Gnade bricht durch. Aus der Geschichte der Erweckungsbewegung im Siegerland, in Wittgenstein und den angrenzenden Gebieten, 3. Aufl. Giessen (Brunnen Verlag) 1984. Über Jung-Stilling siehe dort S. 168 ff.

32 Schutzengel von Johann Heinrich Jung-Stilling. Er zeigte sich diesem zu dessen irdischer Zeit, nahm ihn von dort ins Jenseits mit und schrieb auch für ihn. – Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 8. Aufl. Bietigheim (Rohm) 1999, S. 220 ff. (S. 279: \“Siona hat mir Lavaters Verklärung in die Feder diktiert\“).

Der Name Siona bedeutet letztlich \“die Himmlische\“; siehe die genauere, weitläufige Erklärung dieses Namens bei Philipp Paul Merz: THESAURI BIBLICI PARS SECUNDA, NEMPE ONOMASTICON BIBLICUM SEU INDEX AC DICTIONARIUM HISTORICO-ETYMOLOGICUM. Augsburg (Veith) 1738, S. 1161 ff. (ein bis heute kaum übertroffenes Standardwerk, das viele Nachdrucke und Übersetzungen erfuhr) oder auch bei Petrus Ravanellus: BIBLIOTHECA SACRA, SEU THESAURUS SCRIPTURAE CANONICAE AMPLISSIMUS, Bd. 2. Genf (Chouët) 1650, S. 627 (ein gleichfalls bewährtes und häufig nachgedrucktes Werk).

Jung-Stilling spricht Siona an als –  \“unaussprechlich erhabene Tochter der Ewigkeit\“ (Szenen aus dem Geisterreich, S. 219), –  \“göttliche Freundin\“ (ebenda, S. 223), dankt der –  \“erhabenen Dolmetscherin\“ (ebenda, S. 241), die ihm –  als Engel – oft ungesehen – \“immer liebvoll zur Seite ist\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Chrysäon oder das goldene Zeitalter in vier Gesängen. Nürnberg [Raw’sche Buchhandlung] 1818, 1. Gesang, Versabschnitt 3), –  den Gedankengang leitet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 282), sowie

 auch vom Jenseits berichtet (Szenen aus dem Geisterreich, S. 308) und –  Jung-Stilling (der im Chrysäon Selmar heisst) auf einer \“Himmels-Leiter\“ zum Sehen führt (Chrysäon, Prolog, Versabschnitt 2; siehe auch Versabschnitt 8) sowie –  zu seiner verstorbenen Tochter Elisabeth (Lisette, 1786–1802) und zu deren Mutter (Jung-Stillings zweiter Ehefrau Selma von St. George, 1760–1790) geleitet (Chrysäon, 4. Gesang, Versabschnitt 2 ff.), –  ihn aber auch von himmlischen Höhen \“in müdes Weltgewühle\“ zurückbringt (Chrysäon, 3. Gesang, Versabschnitt 87).

Siehe zum Verständnis der Engel im religiösen Denken von Jung-Stilling auch Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. XX f., S. 30 ff. sowie Gotthold Untermschloß: Vom Handeln im Diesseits und von Wesen im Jenseits. Johann Heinrich Jung-Stilling gibt Antwort. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, S. 16 ff.

33 In Form von Jamben, nämlich der dem Sechsachteltakt entsprechenden metrischen Grundform mit Wechsel einer kurzen und einer langen Silbe (––).

34 Ein jeder Christ, der in die Seligkeit eingeht, erhält von GOtt einen neuen Namen, siehe Offb 2, 17 sowie (Johann Heinrich Jung-Stilling:) Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen (so!) Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1799, S. 89. – Der besondere Name, mit dem Jung-Stilling im Jenseits beschenkt wurde, ist Ohephiah (= der GOtt liebt). – Siehe hierzu [Christian Gottlieb Barth:] Stillings Siegesfeyer. Eine Scene aus der Geisterwelt. Seinen Freunden und Verehrern. Von ….r…Stuttgart (Steinkopf) 1817, S. 12.


Ye servants of GOd, your Master proclaim,
And publish abroad HIs wonderful name:
The name all-victorious of JEsus extol;
HIs kingdom is glorious, and rules over all.

Charles Wesley (1707-1788)



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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