Kreditklemme (credit crunch, credit stringency)
Zustand, bei dem – ein einzelnes Unternehmen oder – die Wirtschaft gesamthaft von den Banken – nur noch sehr zögerlich (quite hesitant) oder – gar nicht mehr mit Darlehn versorgt wird (a general economic situation in which loans are harder to obtain). – Erfahrungsgemäss (as experience teaches) werden die Banken in konjunkturellen Abschwungsphasen (cyclical decline stage) in der Kreditvergabe, besonders an heikle Branchen (vulnerable sectors), vorsichtiger und verschärfen ihre Bedingungen, weil auch die Ausfallrisiken für die Institute steigen. – Um eine Kreditklemme zu lösen, könnte die Zentralbank notfalls Wertpapiere (wie etwa Commercial Papers) privater Unternehmen ankaufen: ein Weg, den die US-Zentralbank sowie die Bank of England im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise beschritten. Freilich würde das nur den grösseren Unternehmen nützen. Die Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen finanziert sich in erster Linie über Bankkredite. – Siehe Bankbasierung, Dotcom-Blase, Dreijahrestender, Insolvenzfälle, Kreditbeschränkungs-Karussell,
Kreditersatzgeschäft, Kreditmediator, Quantitative Easing, Tarnkappen-Politik, VerlustDarlehn-Beziehung, Vollzuteilung. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom September 2009, S. 22 ff. (Kreditklemme im Zuge der Finanzkrise kaum nachweisbar; S. 25: ökonometrische Schätzgleichung), Jahresbericht 2009 der EZB, S. 39 ff. (Erklärung der Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe; Übersichten). Monatsbericht der EZB vom März 2010, S. 46 ff. (ausführliche Darstellung in Hinblick auf KMUs und das Jahr 2009), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Mai 2010, S. 42 f. (Auswirkungen der Finanzkrise bei Unternehmen, Haushalten und dem Staat), Monatsbericht der EZB vom August 2010, S. 29 f. (Meldungen der Banken über ihre Verhalten bei der Kreditvergabe), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Oktober 2010, S. 40 ff. (Kreditvergabe-Bedingungen deutscher Banken im Spiegel der Finanzkrise; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom November 2010, S. 39 ff. (Zugang von KMUs zu Krediten gemäss einer Sonderbefragung; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Februar 2012, S. 35 (Sonderumfrage der Deutschen Bundesbank; Ergebnisse in Übersicht), Monatsbericht der EZB vom Mai 2011, S. 41 ff. (Zugang vom KMUs zu Finanzmitteln seit
2009; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Dezember 2011, S. 59 ff. (ausführliche Darstellung der Entwicklung seit 2009; Übersichten; Ergebnisse von Umfragen), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 2012, S. 15 (in Anmerkung 10 [sprachlich unschöne] Definition der Kreditklemme), Monatsbericht der EZB vom April 2012, S. 22 ff. (Einflussfaktoren der Kreditvergabe an Privathaushalte seit 1999; Übersichten), Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 32 (Kreditvergabe der Banken in der Finanzkrise blieb stabil), Monatsbericht der EZB vom Mai 2013, S. 44 ff. (ausführliche Statistiken in Bezug aufs KMUs), Monatsbericht der EZB vom Juli 2013, S. 44 ff. (Finanzierungsbedingungen von KMUs; viele Übersichten), Monatsbericht der EZB vom November 2013, S. 49 ff. (Zugang vor allem der KMUs zu Darlehn; Übersichten), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Mai 2014, S. 41 ff. (Finanzierungsbedingungen von KMUs im Eurogebiet; Übersichten), Monatsbericht der EZB vom Juli 2014, S. 87 ff. (Grundsätzliches zum Zugang von KMUs auf Kredite; Übersichten; Literaturverweise).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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