Enteignung, kalte (silent expropriation)

Allgemein der (Teil)Verlust eines Vermögensgegenstandes nicht durch Preisänderungen auf dem Markt (price changes in the market), sondern durch Eingriffe des Staates, und hier wiederum in erster Linie durch sehr hohe Besteuerung (confiscatory taxation) auf den betreffenden Vermögenswert. – Im besonderen auch gesagt in Bezug auf die Politik der EZB im Zuge der Staatsschuldenkrise. Sehr niedrige Zinsen sollten den überschuldeten Mitgliedern der EWU helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Das führte dazu, dass Sparer auch in Deutschland auf ihr Konto bei der Bank auf eine Verzinsung verzichten mussten, und diese damit ungefragt die zweifelhaften Hilfe (ambiguous aid: denn das von der EZB geschaffene billige Geld führt erfahrungsgemäss auch in Europa – wie zuvor schon in Japan und den USA – dazu, dass Schulden nicht abgebaut und nunmehr die notwendigen Strukturreformen auf die lange Bank geschoben werden) für die Schuldnerstaaten bezahlen mussten. Darüber hinaus wurde auch noch das angesparte Kapital (saved capital) der Lebensversicherten (life policy holders) und Sparer angenagt. – Siehe Angst, perverse, Anmassung, zentralbankliche, Aufkäufe, zentralbankliche, Bail-out, Bilanzbereinigung, Blame game, Blutzoll, Diätrendite, Euro-Bonds, Euro-Krise, Europäische Währungsunion, Grundfehler, Eventualschuld, EWU-Sprengsatz, EZB-Bilanz, EZB-Sündenfall, Finanzsodomit, Finanzstabilität, Goldopfer, Grexit, Gruppendruck, Haushaltskonsolidierung, Kaldor-Hicks-Kriterium, Kindergarten-Argument, Krise, zentralbankbewirkte, Lug-und-Trug-These, Neuro, Nullzinspolitik, Politikklammer, Politikverzug, Repatriierungs-Effekt, Repression, finanzielle, Schuldendroge, Solidarität, finanzielle, Staatsverschuldungs-Druck, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Grundfehler, Steuerungsrahmen, Transferunion, Vertragstreue, Zwangsenteignung.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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