Credit Default Swap-Verflechtungen (CDS interrelation)
Zu Jahresende 2011 hatten Banken in der EWU Kreditausfall-Versicherungen in Höhe vom 178 Mia EUR auf Staatsanleihen der fünf schwachen EWU-Mitglieder Portugal, Italien, Irland Griechenland und Spanien ausgegeben. Die einzelnen Institute sicherten sich indessen gegen diese Risiken ab, indem sie ihrerseits Kreditausfall-Versicherungen im Wert von 169 Mia EUR kauften, und zwar grösstenteils bei anderen Banken in der EWU. Als Folge entstand ein kaum durchschaubares Netz von Forderungen und Gegenforderungen, das die tatsächliche Risikoposition der einzelnen Institute verschleiert. – Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde stellte bei der Deutschen Bank verkaufte CDSs in Höhe von 37,4 Mia EUR und gekauften Kreditausfall-Versicherungen von 34,5 Mia EUR fest; bei der Landesbank BadenWürttemberg standen 5,4 Mia EUR gegen 4,1 Mia EUR. Die Zahlen der EBA geben freilich keinen Aufschluss darüber, welche Banken untereinander Verpflichtungen eingegangen sind. Käme es zum Ausfall zunächst nur griechischer Staatsanleihen, so würde dies eine Kettenreaktion auslösen mit unabsehbaren Folgen für die Finanzstabilität in der EWU. Diese Befürchtung wurde als mitentscheidend dafür angesehen, dass alle europäischen Institutionen einschliesslich der EZB alles unternahmen, um einen Staatsbankrott in Griechenland zu verhindern. – Siehe Europäischer Stabilisierungsmechanismus, EZBSündenfall.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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