Allgemein ein organisierter Markt, auf dem vertretbare Gegenstände nach feststehenden Usancen regelmässig gehandelt werden. Man unterscheidet nach dem Gegenstand der gehandelten Güter – Wertpapierbörsen oder Effektenbörsen, – Warenbörsen oder Produktbörsen, – Devisenbörsen – Versicherungsbörsen, – Frachtbörsen und – Energiebörsen, wie Strombörsen, Gasbörsen; der Handel in Rohöl gehört zur Warenbörse. Wenn nicht anders gesagt, ist in Zusammenhang mit dem Finanzmarkt in aller Regel die Wertpapierbörse gemeint. – Eine genaue Definition des Begriffs “Börse” gibt es in der deutschen Rechtssprache nicht, wiewohl dies – vor allem angesichts der verstärkt aufgetretenen alternativen Transaktions- und Inhouse-Systeme der Grossbanken – als dringend notwendig gefordert wurde. – § 1 des Börsengesetzes definiert rein formal und dazu sprachlich mangelhaft: “Börsen sind teilrechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts, die nach Massgabe dieses Gesetzes multilaterale Systeme regeln und überwachen, welche die Interessen einer Vielzahl von Personen am Kauf und Verkauf von dort zum Handel zugelassenen Wirtschaftsgütern und Rechten innerhalb des Systems nach festgelegten Bestimmungen in einer Weisezusammenbringen oder das Zusammenbringen fördern, die zu einem Vertrag über den Kauf dieser Handelsobjekte führt.” – Siehe Algorithmic Trading, Börsen-Arbeitskabinen, Börsenfunktionen, Broker, Devisenhandel, computerisierter, Disintermediation, Dual Listing, Dual Trading, Ferienkalender, Glockenschlag-Geschäft, Hochfrequenzhandel, Inhouse-System, Kabinen, Knotenpunkt, Platzgebrauch, Ragionenbuch, Sanktionsausschuss, Sentiment, Strombörse, Taubengeld, Verbriefung, Vertretbarkeit. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom November 2007, S. 67 ff.
(Strukturelle Veränderungen am Aktienmarkt und Konsolidierung der Börsen; ausführliche Darstellung), Jahresbericht 2008 der BaFin, S. 47 (IOSCO-Bericht über Outsourcing bei Börsen).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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