Im engeren Sinne die Kollektivierung der Institute, im weiteren Sinne die Überführung aller Einrichtungen auf dem Finanzmarkt in Gemeineigentum. – In Zusammenhang mit der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise wurde der Ruf nach Verstaatlichung (claim for government ownership and control) des Finanzsektors auch in Deutschland allenthalben laut. Eine solche Massnahme wäre zu begrüssen (should be appreciated), wenn dadurch der Volkswohlstand (national wealth) erhöht würde. Die Erfahrung in vielen Staaten der Welt hat indessen gezeigt, dass das Gegenteil eintritt (the reverse is true): die Funktionsfähigkeit des Finanzmarktes erleidet starke Einbussen bis hin zum völligen Zusammenbruch. – Viele entsprechende Untersuchungen sehen einhellig den Grund darin, dass statt leistungsmotivierter Mitarbeiter nunmehr bestenfalls (at best) schwerfällig arbeitende, jedem Wettbewerb abholde Beamte, in aller Regel (as a general rule) aber unbedarfte Parteifunktionäre (functionaries of the party) und Parteigenossen (party comrades) die Geschäfte bestimmen. “Den Staat” im Sinne eines verantwortlich handelnden Einzelnen gibt es nämlich nur in der Vorstellung weltfremder Ideologen (ideologists: visionary, quixotic, ivory-tower theorists). – Siehe Bankenschelte, Gewerkschaftsbank, Shitstorm, Währungsbehörde, zentrale.

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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