Die Annahme, dass ein vom Staat ausgegebener Geldbetrag ein Vielfaches an privater Wirtschaftsleistung anregt, weil die Bürger das Geld weiter im Kreislauf rollen lassen. – Es hat sich aber vielfach gezeigt, dass der Multiplikator häufig sehr klein ist, ja sogar unter eins liegt. Das heisst genauer, dass die staatlichen Ausgabenprogramme (government stimulus programmes) mehr kosten als einbringen. Denn nur dann, wenn die Wirtschaftssubjekte auch günstige Erwartungen hegen, werden sie das ihnen vom Staat zugeflossenes Geld auch entsprechend im Inland verausgaben, also Güter aus heimischer Erzeugung und nicht Warmen und Dienstleistungen aus dem Ausland nachfragen. – Siehe Konjunkturprogramm, Opel-Druck. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom Dezember 2012, S. 90 ff.(Modell und Realität beim Multiplikator-Modell; zahlreiche Übersichten; Literaturverweise).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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