Die weltweite Nachfrage der Anleger richtet sich auf Papiere in einer bestimmten Währung, auf deren Kaufkrafterhalt (conservation of value and purchasing power) man vertraut. Das führt dazu, dass die bezielte Währung teuer wird, und das betreffende Land preisliche Wettbewerbsnachteile erleidet (loses price competitiveness). – Vor Eintritt in die Europäische Währungsunion 1999 waren Zeiten der Dollarschwäche – wie etwa beim Verfall des Kurses des USD in der Zeit zwischen 1985 und 1990 und während der Mexiko-Krise um 1995 – wiederholt mit PortfolioUmschichtungen zugunsten der DEM verbunden. Die so bedingte Aufwertung der DEM bremste den deutschen Export. – Im Zuge der auf die Subprime-Krise folgenden Finanzkrise wurde der CHF stark nachgefragt. Die Zentralbank der Schweiz versuchte daraufhin, durch Verkäufe von CHF am Devisenmarkt den Kursanstieg zu bremsen, was ihr offenbar nur ungenügend gelang. Denn wenn der CHF weltweit als sicherer Hafen gilt, so kann die Zentralbank eines kleinen Landes wie die Schweiz diese Vorliebe kaum beeinflussen. – Siehe Aufwertung, Aufwertungseffekt, Finanzinsel, Unit-Value-Relation, Zinsinsel. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Dezember 2008, S. 36 (die Währungsunion entlastet die DEM vom Aufwertungsdruck), Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Juli 2010, S. 56 (Schweizerische Nationalbank versucht den Aufwertungsdruck vom CHF zu mindern), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2011, S. 19 f. (Wechselkurs CHF und EUR seit 1999).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
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