Zinssenkungs-Politik (easy money policy)

Die immer wieder und selbst von Politikern in den allerhöchsten Ämtern vorgetragene Forderung an die Zentralbank, durch niedrige Zinsen Arbeitsplätze zu schaffen. – Eine Niedrigzinspolitik würde jedoch nur in dem (Ausnahme)Fall zu mehr Beschäftigung anregen, wenn die Aussichten auf Gewinn der Firmen gut wären. Sonst führt die Verbilligung des Kapitals nämlich dazu, dass die Unternehmen Arbeit vor allem im Niedriglohnsektor durch Kapital ersetzen; die Arbeitslosigkeit wird auf diese Weise tendenziell erhöht. – Aufgabe der Zentralbank ist es, die Masstab-Eigenschaft des Geldes zu gewährleisten. Sache der Staatsführung ist es, die Zukunftsaussichten der Unternehmen (expectations; Erwartungen) günstig zu beeinflussen. Geschieht dies, dann werden auch “normale”, von Gewinnerwartungen bestimmte Investitionen getätigt. – Siehe Blase, spekulative, Carry Trades, Fragmentierung, Geld, billiges, Geldüberversorgung, Immobilienblase, Krise, zentralbankbewirkte, Negativzins, Niedrigzinspolitik, Nullzins, Phillips-Theorem, Repression, finanzielle, Subprime-Krise, Tarnkappen-Politik, Zins, natürlicher, Zinsallokations-Funktion, Zinsdifferenzgeschäft. – Vgl. Finanzstabilitätsbericht 2012, S. 42 ff. (Niedrigzinspolitik führt zum Eingehen höherer Risiken).

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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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