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Verzerrte Weltsicht

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Eine Ermahnung zu konfessioneller Duldsamkeit unter Christen, insonders zwischen Protestanten und Katholiken, gelegentlich einer Begegnung in Salzburg durch den hochgelehrten, friedfertigen und einfühlsamen Herrn

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817),
der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,
seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsübertragung ab 1803 Badischer Hofrat,

lebzeitig bis 1803 Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Marburg/Lahn, dort auch Lehrbeauftragter für Ophthalmo-Chirurgie an der Medizinischen Fakultät; davor bis 1787 Professor für angewandte Ökonomik – mit Einschluss der Tiermedizin – an der Universität Heidelberg und vorher seit 1778 in gleicher Bestellung an der Kameral Hohen Schule zu Kaiserslautern;

ehedem Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld (heute Teil der Stadt Wuppertal), dort auch Arzt für Allgemeinmedizin, Geburtshilfe, Augenkrankheiten und seit 1775 behördlich bestellter Brunnenarzt sowie Lehrender in Physiologie; der Kurpfälzischen Ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Königlichen Sozietät der Wissenschaften in Frankfurt/Oder, der Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste in Kassel, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch bis zum Verbot der Geheimgesellschaften im kurpfälzisch-bayrischen Territorium durch Erlass aus München vom 22. Juni 1784 der erlauchten
Loge \“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied

Aufgezeichnet, in Vers und Reim gebracht, mit zweckdienlichen Anmerkungen geflissen ausgeziert sowie aus aufhabender Fürsorglichkeit ins World Wide Net gestellt, dabei die Leser allzumal erspriesslicher zeitlicher und ewiger Wohlfahrt sowie – zur Erreichung dessen – gÖttlichen gnadenreichen Vorschubs und Beförderung sowie getreulichen englischen Schutzes inständig empfehlend

durch

Seizu Jedemnett
in Salen, Grafschaft Leisenburg*

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Markus-Gilde, Siegen

Copyright zuletzt 2012 by Markus-Gilde e. V., Postfach 10 03 33, 57004 Siegen (Deutschland).
Die gewerbliche Verwertung des Textes bedarf der schriftlichen Einwilligung der löblichen Markus-Gilde.

mailto: merk@vwl.wiwi.uni-siegen.de


Begegnung mit Stilling am Hauptbahnhof Salzburg


Von Linz1 zurück gen München kam
Ich über Salzburg mit der Bahn.
Dort musste wechseln ich den Zug:
Zwei Stunden schier die Rast betrug.

Sehr grossen Hunger ich verspürte,
Der mich zum Restaurant hin führte,
Das in dem Bahnhof ist gelegen;
Ich wollte dahin mich begeben.

Beim Gang nach dort durch viel Gewühl
Jäh überkam mich das Gefühl,
Dass irgendwer mich starrte an:
Ich spürte fester Blicke Bann.
Sondierend werde ich gewahr
Jung-Stilling2, fesch gekleidet gar!

Sofort nahm andre Richtung ich
Und näherte Jung-Stilling mich,
Der auch begann sich zu bewegen:
Gesetzten Schritts kam mir entgegen.

\“Mein Stillings-Freund\“3, sprach er zu mir,
\“Lasst gehen uns vom Bahnhof hier
Hinein in diese schmucke Stadt,
Die soviel Kostbarkeiten hat.
Das Wetter selten schön ist heut;
Auch habt ihr ja genügend Zeit.\“


Bestürzung ob des Angebots von Jung-Stilling


\“Herr Hofrat4 Jung! Ich bin entsetzt
Vom dem, was wünschten sie zuletzt!
Wie könnten wir als treue Christen,
Als reformierte Pietisten5
Betreten diese arge Stadt,
In der verflucht ein jeder Pfad?

(1) In der man niemals Duldung kannte,
Die Freunde Gottes roh verbrannte?

(2) Wo fromme Knappen, die aus Sachsen,
Im JEsus-Glauben tief gewachsen,
An Leib und Leben man bedrohte,
Gar folterte und schlug zu Tode?6

(3) In der ein Roll und Firmian7
Ermuntert durch den Vatikan
Verfassungswidrig trieben aus
Fast zwanzig Tausend von zu Haus?

(4) Die jetzt sich ‚Alpen-Rom‘ noch nennt,
Der Ungeist Babels ist präsent,
Von dem, Herr Hofrat, sie geschrieben,
Dass bass vom Satan er getrieben?8

(5) Die ganz barock ist zugebaut,
Dass es dem Calvinisten graut;
Barock heisst: Jesuiten-Stil:
In Bau gesetztes Gaukelspiel!

(6) In der seit jeher hat Gedeih
Fast jede Brut der Möncherei:9
Herz-Jesu-Priester, Pallottiner
Sowie Konvent der Kapuziner,
Sodalen und Dominikaner,
Auch Theatiner, Franziskaner:
Von diesen sie, Herr Hofrat, reden:
Wie Fanatismus sie vertreten;11
Der Söhne Benedikts Abtei,
(Sankt Rupert gab ihr einst die Weih‘),
Auch Jesuiten, Vinzentiner,
Johannes-Brüder, Augustiner;
Ein ganzer Schwarm von Kloster-Schwestern,
Die reinen Glauben rundaus lästern,
Wie sie, Herr Hofrat Jung, bezeugen
Und nur auf Aberglauben äugen.12

(7) In der an allen Ecken stehen
Figuren, die in sich schon schmähen
Des HErren reine, lautre Lehre
Wie ihr Calvin19 gab wieder Ehre?\“


Jung-Stilling ist bestürzt ob der zu Tage getretenen Voreingenommenheiten


\“Mein Stillings-Freund: macht einen Punkt!
Ihr wie ein Dämon schimpft und unkt.
Berührungs-Angst mit Katholiken
Lässt Vorurteile in euch ticken!

Was wider Salzburg ihr gesagt,
Beweist, dass Hetzgeist ihr erlagt.
Ich gräme mich, dass ich nicht frei
Von dieser argen Teufelei
In meinen Schriften bin gewesen:
Im Jenseits tat ich dran genesen,
Weil dort der Blick wird völlig klar
Auf das, was heilig, recht und wahr.


Defizite an Rücksicht und Verständnis


(1) Ich stimme bei, dass Salzburg ganz
Es fehlen liess an Toleranz.
So schlimm fast wie der Satan schien
Den Menschen Luther und Calvin.

(2) Doch, lieber Stillings-Freund, es war
Der Duldsamkeit vollkommen bar
Zu jener Zeit auch unser Lager,
Erweckt selbst of Leuteplager.

Nicht nur man Katholiken bannte:
Voll Grimm auch Konfessions-Verwandte.
Was Reformierte Übles taten
An Lutheranern, die vertraten
Doch rein die Ausgburg-Konfession13
Spricht jeder Nächstenliebe Hohn.
Auch wie das Luthertum erbost
Voll Ingrimm gegen uns getost,
Die treu wir folgten Calvins Lehre,
Gereichte denen nicht zur Ehre.
Wie selbst sogar der Pietist
Verpönte Brüder, ihr ja wisst.14

Drum sollte man es sich versagen,
Bloss Katholiken anzuklagen,
Die ganz zuletzt erst Duldung fanden
In England und den Niederlanden;15
Ja, die man plagte teufelsgleich
Zuletzt im deutschen Bismarck-Reich.16
Ein Defizit an Toleranz
Hat jeder drum in der Bilanz!

(3) Ihr legt zu Last dem Vatikan
Die Meintat eines Firmian.
Doch stets die Päpste streng verdammten
Dass man von dort, wo sie entstammten,
Die Menschen treibt gewaltsam aus,
So raubend ihnen ihr Zuhaus.17
Den Papst mit Schmähung ihr befrachtet,
Weil sein Gebot ward grob missachtet.
Dies, Seizu, doch ein Falsch-Schluss ist:
Man Logik hier bei euch vermisst!

(4) Ach wüsstet ihr, wie ich bereut,
Dass fuchtig habe ich gestreut
Gleich einem giftig-bösen Gnom
Verleumdung, Schimpf und Fluch auf Rom!

Befangen war ich ganz im Wahn,
Im Abgrund-Tier sei kundgetan
Der Papst, die römsche Hierarchie,
Die deshalb ich des Satans zieh.18
Im Jenseits war mir dann schnell klar,
Wie sehr ich doch im Irrtum war.
Denn Babel nimmer liegt in Rom:
Ist nicht der Papst und Peters-Dom!

Drum, lieber Seizu, lasst es sein
In diesen Spalt zu hauen ein:
Auf Salzburg nun zu übertragen,
Was ich verzerrt von Rom tat sagen.

(5 Dass sie in reformierten Landen
Den Jesuiten-Stil verbannten:
Barock zu bauen man verpönte,
So seiner Vorurteile frönte,
Hat bitter, Seizu, sich gerächt:
Den Geistes-Schwung aus Genf geschwächt.
Der Griesgram, die Verdriesslichkeit,
Die Düsternis und Sprödigkeit,
Die unwirsch, rüde, schroffe Art
Mit Mangel an Humor verpaart:

Der finster-missgestimmte Drall,
Das Grämlich-Barsche überall
Wo sprosste Hoch des Genfers Lehre19
So stark wohl nie gediehen wäre,
Wenn man dem Jesuiten-Stil
Bei uns verschafft hätt‘ Domizil.

Fürst Johann Moritz steht allein:
Man tat ihn drum als Prasser zeihn.20
Statt über Salzburg zu erschauern,
Sollt‘ unsre Städte ihr betrauern!

(6) Nie habe ich reinweg verdammt
Das Klosterleben insgesamt!
Nur Aberglauben21 tat ich rügen,
Der daraus quoll in vollen Zügen.

Drum bitte, Seizu, merkt genau:
Ich griff an weder Mann noch Frau,
Die sich das Ordensleben wählten,
Mit JEsus geistig sich vermählten!

Bedauert habe ich vielmehr,
Dass es bei uns an Klöstern leer.22
Aus Klöstern kommt dann reicher Segen,
Wenn treulich sie Wort GOttes hegen,
Woraus erwächst in hohem Grad
Auch Antrieb zu sozialer Tat.
Für Kirchen sind sie so ein Born,
Der frisches Wasser schwemmt nach vorn.

(6) Zum letzten noch ein kurzes Wort:
Figuren hier an diesem Ort.
Nur gegen Götzendienst ich stritt,
Der oft verbunden war damit!

Ein Missbrauch daraus quillt bloss dann,
Wenn betet man die Heilgen an,
Stellt Opfer-Kerzen vor die Büsten,
Tut so, als ob sie alles wüssten:
Als wären gar sie angestellt
Zu Mittlern nach der andren Welt.
Hier klärlich Zauber-Sünde funkelt,
Die JEsu Einzigkeit verdunkelt.
Ihr, Seizu, sehr genau ja wisst,
Wie wichtig hier der Scharblick ist.\“


Dank für die Unterweisung


\“Herr Hofrat Jung: voll Dank bin ich,
Dass sie so klar belehrten mich!
Ich will an ihnen Beispiel nehmen:
Nicht steckenbleiben in Problemen,
Die Vorurteile bloss verdichten,
Statt solche gründlich zu vernichten.
Nun schreite ich mit ihnen gern
Durch Salzburg, durch der Hauptstadt Kern!\“


Jung-Stilling wird abberufen


\“Mein Stillings-Freund! Seid mir nicht böse,
Wenn gleich von euch ich mich nun löse.
Denn just erhielt ich einen Ruf,
Dass walte ich im Arzt-Beruf23
Weit weg von hier in Norddeutschland,
Ganz oben an der Küste Strand.

Gehabt euch wohl! Pflegt das Gebet,
Das GOttes Huld auf Erden fleht.24
Des Herren Gnade Kraft verleiht
Euch durch die Zeit in Ewigkeit!\“

Ich sehe bei den letzten Wort
Noch deutlich Stilling stehen dort.
Doch plötzlich löst er sich jetzt auf:
Entzieht sich so dem Erdenlauf.
Sein Körper hell beginnt zu flimmern,
Um dann allmählich zu verschimmern.

Der Platz, an dem er stand vorher,
Verlassen zeigt sich nun und leer.
Zuvor fiel zuckend mehrmals ein
Auf diesen Ort noch bleicher Schein,
Wie er sich zeigt, wenn voller Mond
Nachts über glattem Wasser thront;
Auch wie er gläsern reflektiert
Auf Flächen, die der Schnee noch ziert.


Text der Belehrung wird aufgeschrieben und durch Geisterhand in Vers und Reim gebracht


Ins Bahnhofs-Innre ich nun schritt.
Damit mir nichts von dem entglitt,
Was Stilling sagte mir zu Hauf,
Schrieb ich es gleich in Kurzschrift auf.

Als ich zwei Wochen später dann
Die Blätter holte mir heran,
Um mit der Reinschrift anzufangen,
Mir Verse in die Augen sprangen!
Ein Geist hat Dienst erwiesen mir:
Getan, was liest man nunmehr hier.


Dankbarkeit ist nicht zu erwarten


Im Geist hör ich auch dieses Mal,
Was ja inzwischen schon normal:
Von Glaubensfegern das Gemurre,
Von Besserwissern das Geknurre:

Es könne gar nicht möglich sein,
Dass Geistes-Wesen treten ein
In diese Welt: drum sei Humbug,
Erdichtung, Schwindel, Schmu, Betrug;
Verdummung, Scharlatanerie,
Ergüsse kranker Phantasie,
Wenn hier davon berichtet werde,
Dass Stilling kam zurück zur Erde;
Vielleicht ist wirr auch schon komplett:
Ein Spinner Seizu Jedemnett.

Ihr Lieben: denkt darüber nach,
Ob das, was Stilling oben sprach,
Für euch nicht irgendwie von Nutzen?
Warum vermessen es beschmutzen?
Glaubt ihr, dass ihr nur alles wisst
Und Seizu klar ein Spiritist?

Mit euch will keinerlei Gefrett
Zu Salen Seizu Jedemnett.
Drum bleibt in diesem Vorurteil!
Nehmt Stillings Botschaft hin derweil
Als rein Erdachtes eben nur:
Als Poesie, Literatur.


Hinweise, Anmerkungen und Erläuterungen


* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen); –  durch Erbfolge ab 1743 Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg, heute Stadt im Bundesland Hessen); –  im Zuge der territorialen Neuordnung Deutschlands durch den Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); –  nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 an bis heute Bestandteil im Kreis Siegen-Wittgenstein des Regierungsbezirks Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf). – Über 70 Prozent der Kreisfläche sind Wälder; Siegen-Wittgenstein steht damit an der Spitze der Bewaldungsdichte in Deutschland.

Salen = bei Jung-Stilling die ehemalige fürstliche Residenzstadt Siegen, heute Universitätsstadt mit etwa 110’000 Bewohnern, am Oberlauf der Sieg (dort 240 Meter über dem Meeresspiegel) gelegen. Die Sieg ist ein 155,2 Kilometer langer, rechter Nebenfluss des Rheins. – Die nächst grösseren Städte von Siegen sind, in der Luftlinie gemessen, im Norden Hagen (83 Kilometer), im Südosten Frankfurt am Main (125 Kilometer), im Südwesten Koblenz (105 Kilometer) und im Westen Köln (93 Kilometer).

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den Entwicklungsverlauf; leider auch in der Zweitauflage ohne Register).

Im wirtschaftsgeschichtlich bemerkenswerten Siegerland ist der hochintelligente und vielseitig begabte Jung-Stilling (siehe Anmerkung 2) geboren, herangewachsen und hat auch seine ersten beruflichen Erfahrungen als Köhlergehilfe, Schneider, Knopfmacher, Vermessungs-Assistent, Landarbeiter, Dorfschulmeister und Privatlehrer gesammelt.

1 Linz an der Donau; Hauptstadt des Bundeslandes Oberösterreich der Republik Österreich und Europäische Kultur-Hauptstadt des Jahres 2009.

2 Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit (Philosophie) und Arzneigelehrtheit (manchmal findet sich auch geschrieben: Arzneikunde = Medizin) Doktor. – Siehe über ihn ausführlich Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen, hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992 sowie kurz zusammenfassend Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988. Mehr die innere Entwicklung von Jung-Stilling schildert Otto W. Hahn: \“Selig sind, die das Heimweh haben\“. Johann Heinrich Jung-Stilling: Patriarch der Erweckung. Giessen, Basel (Brunnen) 1999 (Geistliche Klassiker, Bd. 4).

3 Stillings-Freund meint zunächst –  Gönner und Förderer von Jung-Stilling und später dann –  Verehrer oder –  zumindest dem Autor gegenüber wohlwollender Leser der Schriften von Jung-Stilling. Der Begriff wurde in diesen beiden Bedeutungen von ihm selbst eingeführt. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 3), S. 213, S. 441, S. 513, S. 536, S. 566.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch  \“Stillings-Feinde\“, siehe ebendort S. 316 sowie die Jung-Stilling von Grund auf verkennende, mit einer Überfülle sachlicher Fehler und falscher Werturteile [nebenbei: es gibt wissenschaftstheoretisch gesehen durchaus \“richtige\“ Werturteile!] durchsetze Studie von Hans R. G. Günther: Jung-Stilling. Ein Beitrag zur Psychologie des Pietismus, 2. Aufl. München (Federmann) 1948 (Ernst Reinhardt Bücherreihe). – Siehe Rainer Vinke: Jung-Stilling und die Aufklärung. Die polemischen Schriften Johann Heinrich Jung-Stillings gegen Friedrich Nicolai (1775/76). Stuttgart (Franz Steiner Verlag) 1987, S. 40 f., S. 51 f., S. 71 f. (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Bd. 129). – Zurecht bezeichnet Vinke das Buch von Günther als eine \“unglaubliche Mischung von einfachen Fehlern, bösartigen Verzeichnungen der Fakten, krassen Fehlurteilen, absolutem Unverständnis für die pietistische Fragestellung und einigen wenigen genialen Einsichten\“ (S. 40; in Anm. 82 auch über die verhängnisvolle Wirkungsgeschichte des Buches von Günther).

4 Jung-Stilling erhielt als Professor für ökonomische Wissenschaften in kurpfälzischen Diensten (Hauptstadt zu jener Zeit: Mannheim, am Einfluss des Neckars in den Rhein gelegen) durch Erlass seines Landesherrn, des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724/1742-1799) vom 31. März 1785 die Ernennung zum \“Kurpfälzischen Hofrat\“.

Das mit dem Hofrats-Titel verbundene gesellschaftliche Ansehen war zu jener Zeit beträchtlich. Es gewährte dem Träger manche Bevorzugungen, so auch (was Jung-Stilling als reisenden Augenarzt besonders zum Vorteil gereichte) an Posten, Schildwachen, Stadttoren, Übergängen, Fähren, Brücken sowie an den zu jener Zeit auch innerlands zahlreichen Schlagbäumen, Post-, Maut- und Grenzstationen.

Der Friedensvertrag von Campo Formio (7 km südwestlich von Udine in Venetien) vom 17. Oktober 1797 zwischen Napoléon und Kaiser Franz II., bestimmte in Artikel 20 den Rhein als die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Dies wurde im Frieden von Lunéville (südöstlich von Nanzig [französisch: Nancy] gelegen; ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen) am 9. Februar 1801 bestätigt.

In Artikel 6 des Vertrags heisst es genauer: \“S. M. l’Empereur et Roi, tant en Son nom qu’en celui de l’Empire Germanique, consent à ce que la République française possède désormais (= von nun an) en toute souveraineté et propriété, les pays et domaines situés à la rive gauche du Rhin, … le Thalweg (= die Fahr-Rinne für die Schiffahrt) du Rhin soit désormais la limite entre la République française et l’Empire Germanique, savoir (= und zwar) depuis l’endroit (= von der Stelle an) où le Rhin quitte le territoire helvétique, jusqu’à celui où il entre dans le territoire batave.\“

Eine ausserordentliche Reichsdeputation, eingesetzt am 7. November 1801, beriet daraufhin zu Regensburg (seit 1663 der Tagungsort des Immerwährenden Reichstags) über die Entschädigung an deutsche Fürsten, die (links der neuen Staatsgrenze zu Frankreich gelegene) Gebiete an Frankreich abtreten mussten.

Durch besondere günstige Umstände (verwandtschaftliche Beziehungen zu Frankreich: sein Enkel und Thronfolger Karl [1786/1811–1818] heiratete am 7./8. April 1806 zu Paris Stéphanie de Beauharnais [1789–1860], die 17jährige Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte) vergrösserte Karl Friedrich von Baden (1728/1746–1811) bei dieser Gelegenheit sein Gebiet um mehr das Vierfache; die Bevölkerung stieg von ungefähr 175’000 auf fast 1 Million Bewohner. Die pfälzische Kurwürde (das Recht, den Kaiser mitzuwählen) ging auf ihn über; Karl Friedrich wurde damit 1803 vom Markgrafen zum Kurfürsten erhoben. – Wenig später rückte er durch den Rheinbundvertrag vom 12. Juli 1806 nach Artikel 5 gar zum Grossherzog (Grand-Duc) mit dem Titel \“Königliche Hoheit\“ auf.

Mit dem Besitzwechsel der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (so auch der alten Residenz- und Universitätsstadt Heidelberg, der neuen [seit 1720] Residenzstadt Mannheim [mit dem grössten Barockschloss in Deutschland] und der Sommerresidenz Schwetzingen [mit dem kurfürstlichen Lustschloss samt 76 Hektar grossen Schlossgarten, Moschee, Badehaus und Theater]) an das Haus Baden durch den Regensburger Reichsdeputations-Hauptschluss vom 25. Februar 1803 wurde gemäss § 59, Abs. 1 (\“Unabgekürzter lebenslänglicher Fortgenuß des bisherigen Rangs\“) der \“kurpfälzische\“ Hofrat DE JURE PUBLICO automatisch nunmehr zum \“badischen\“ Hofrat.

Im April des Jahres 1808 wird Jung-Stilling dann als Berater des Grossherzogs Karl Friedrich in Karlsruhe (\“ohne mein Suchen\“, wie er selbst hervorhebt) zum \“Geheimen Hofrat in Geistlichen Sachen\“ ernannt. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 404.

Beim Eintritt von Jung-Stilling in den Himmel kommt ihm Karl Friedrich von Baden freudig entgegen und heisst ihn in der Seligkeit als Bruder herzlich willkommen. – Siehe hierzu und überhaupt zum Übergang von Jung-Stilling in das Jenseits des näheren (unbekannte Verfasserin): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergeßlichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 27.

Zum Verhältnis von Jung-Stilling zu seinem Gönner Karl Friedrich siehe sehr ausführlich in einem eigenen Kapitel Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 237 ff. (Basler Studien zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 1) sowie Gerhard Schwinge: Jung-Stilling am Hofe Karl Friedrichs in Karlsruhe, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins, Bd. 135 (1987)), S. 183.

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Karl Friedrich (1728/1746-1811) galt in Karlsruhe gleichsam als Übermensch. Nachdem gelegentlich eines Trauergottesdienstes am 1. Juli 1811 der hochgelehrte katholische Stadtpfarrer und (seit 1805) Grossherzoglich Badische Geistliche Rat Dr. Thaddäus Anton Dereser (1757-1827) nicht in den übertriebenen Lobgesang für den Verstorbenen einstimmen wollte, sondern am Rande einer Predigt die teilweise rohe und schamlose Ausplünderung der katholischen Einrichtungen unter seiner Herrschaft beiläufig ansprach, musste er Karlsruhe unverzüglich verlassen.

Siehe zur Person von Dereser kurz die Broschüre von Joseph Gass: Der Exeget Dereser. Eine geschichtliche Studie. Strassburg (Le Roux) 1915 (mit einem Portrait von Dereser) sowie Franz Xaver Münch: Der äußere Lebensgang des Aufklärungstheologen Thaddäus Anton Dereser. Bonn (Dissertation der Katholisch-Theologischen Fakultät) 1929 (auszugsweise im Druck) sowie Bartolomé Xiberta: Artikel \“Dereser, Thaddaeus a Sancto Adamo\“, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 3. Berlin (Duncker & Humblot) 1967, S. 605.

Siehe zu den unterdrückenden obrigkeitlichen Massnahmen gegen die katholische Kirche unter der Regierungsgewalt der badischen Grossherzöge näherhin (Franz Joseph Mone [1796-1871]): Die katholischen Zustände in Baden, 2 Bde. Mit urkundlichen Beilagen. Regensburg (Manz) 1841/1843 sowie Carl Bader: Die katholische Kirche im Großherzogthum Baden. Freiburg (Herder) 1860. – Sehr einseitig und unsachlich zur Predigt von Dereser auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen) 2002, S. 485.

Als Beispiel der bei Hofe zu Karlsruhe genehmen Trauerreden katholischer Geistlicher seien erwähnt –  Bernhard Boll: Trauerrede bey der kirchlichen Todten-Feyer seiner königlichen Hoheit Karl Friedrichs, Großherzogs zu Baden, Herzogs zu Zähringen, gehalten in der Haupt- und Münsterpfarrkirche zu Freyburg den 1. July 1811. Freiburg (Wagner) 1811 (der Zisterzienser und Münsterpfarrer zu Freiburg Bernhard Boll (1756-1836) wurde 1827 erster Erzbischof von Freiburg); –  [Gerhard Anton Holdermann]: Beschreibung der am 30ten Juny und 1ten July 1811 zu Ratsatt Statt gehabten Trauer-Feyerlichkeit nach dem Hintritte unsers (so!) höchstseligen Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Rastatt (Sprinzing) 1811. Holdermann (1772–1843) war katholischer Pfarrer zunächst in Heidelberg und bis 1829 in Rastatt.

Als elektronische Ressource im Rahmen der \“Freiburger historischen Bestände–digitalisiert\“ ist einsehbar –  die in lateinischer Sprache vorgetragene, an Lobpreisungen überladen-theatralische Rede von Johann Kaspar Adam Ruef (1748-1825): JUSTA FUNEBRIA SERENISSIMO DUM VIVERET AC CELSISSIMO PRINCIPI DIVO CAROLO FRIDERICO MAGNO DUCI BADARUM … DIE 22 JULII 1811 IN TEMPLO ACADEMICO PIISSIMA ET GRATISSIMA MENTE PERSOLVENDA INDICIT JOANNES CASPARUS RUEF. Freiburg (Herder) 1811. – Ruef war Professor des katholischen Kirchenrechts an der Universität Freiburg, Oberbibliothekar und (wie Jung-Stilling seit 1806) Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat. Gleichsam als Heiligen sehen den Verstorbenen –  Aloys Wilhelm Schreiber: Lebensbeschreibung Karl Friedrichs Großherzog von Baden, 1728–1811. Heidelberg (Engelmann) 1811 (Schreiber [1761–1841]) war seit 1805 Professor für Ästhetik in Heidelberg und ab 1813 bis zu seiner Pensionierung Hofgeschichtsschreiber in Karlsruhe)

Vgl. auch –  Gedächtnißreden bey dem Tode Sr. K. Hoheit des Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Gehalten von den Pfarrern der drey christlichen Confessionen zu Mannheim. Mannheim (Schwan) 1811 (Brochure), in der sich der reformierte, lutherische und katholische Geistliche an Lob auf den verstorbenen Karl Friedrich offenkundig überbieten.

Geradezu bescheiden wirken demgegenüber andere Predigten, wie etwa –  [Christian Emanuel Hauber]: Kurze Abschilderung Sr. Königlichen Hoheit Carl Friedrichs Grosherzogs (so!) von Baden. Karlsruhe (Macklot) 1811 (Brochure); –  Theodor Friedrich Volz: Gedächtnißpredigt auf den Höchstseeligen Großherzog von Baden Karl Friedrich, gehalten den 30. Junius 1811 in der Stadtkirche zu Karlsruhe. Karlsruhe (Müller) 1811 (Brochure). Volz [1759-1813]), in Jena 1778 bereits promoviert, bemüht sich erkennbar um die im Rahmen des Anlasses mögliche Sachlichkeit.

Aufgebläht, schwulstig und völlig kritiklos sind auch viele der zahlreichen Zentariums-Reden auf Karl Friedrich von Baden, wie –  Karl Joseph Beck: Rede bei der akademischen Feier des hundertsten Geburtsfestes des Hochseligen Großherzogs Karl Friedrich zu Baden … Gehalten von dem derzeitigen Prorector der Albert-Ludwigs-Hochschule. Freiburg im Breisgau (Wagner) 1828. Karl Joseph Beck (1794-1838) war Mediziner und Stifter des \“Corps Rhenania\“ in Freiburg.

Überspannt auch –  Friedrich Junker: Lobrede auf Carl Friedrich, ersten Großherzog von Baden. bei der Säcularfeier der Geburt des unvergleichlichen Fürsten den 22. November 1828 gesprochen in Mannheim / Mannheim (Schwan & Götz) 1829 (Brochure); Junker hatte sich als Interpret des Philosophen Epiktet sowie als Schriftausleger einen Namen gemacht.

Geradezu als Heiligen stellt den badischen Herrscher dar –  Karl Wilhelm Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn: Gemälde über Karl Friedrich den Markgrafen, Kurfürsten und Großherzog von Baden. Ein Beitrag zur Säkular-Feier der Geburt des unvergeßlichen Fürsten Mannheim (Schwan und Götz) 1828 (Drais [1761–1851] ist der Erfinder des Fahrrads (Laufrads, \“Draisine\“); sein Vater war badischer Oberhofrichter und Karl Friedrich sein Taufpate).

Weithin unkritisch gegenüber den augenfälligen Schattenseiten der Regierung von Karl Friedrich neuerdings auch Annette Borchardt-Wenzel: Karl Friedrich von Baden. Mensch und Legende. Gernsbach (Katz) 2006. Dasselbe gilt für Gerald Maria Landgraf: \“Moderate et prudenter\“. Studien zur aufgeklärten Reformpolitik Karl Friedrichs von Baden (1728-1811), als Download-File bei dem URL <http://epub.uni-regensburg.de/10710/>. Für die Schikanen gegen die katholische Bevölkerung und das dadurch hervorgerufene Leid vieler Menschen hat Landgraf kein Wort übrig.

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5 Pietist = Anhänger des Pietismus = eine im 17. Jahrhundert entstandene religiöse Seelenhaltung und Geistesströmung im Protestantismus. Mit der –  Rechtfertigung aus dem Glauben allein wollten sich die Pietisten nicht begnügen. Sie strebten vielmehr nach dem –  Erlebnis der Bekehrung und Wiedergeburt und –  versuchten, das Wort Gottes in praktischer Frömmigkeit und werktätigem Glauben auszuwerten.

Aus dem Pietismus entstanden innert der evangelischen Kirchen teilweise Sondergemeinschaften, die vereinzelt zu Schwarmgeisterei und sogar zu sittlichen Verirrungen führten. Übertrieben strenge Sittlichkeit steigerte sich andererseits auch vielfach zu puritanischer Weltflucht, unfroher Ablehnung volkstümlicher Vergnügungen und Bräuche sowie zu selbstgerechtem Hochmut gegenüber den \“Unbekehrten\“.

Der Pietismus ist weder ein geschlossenes Ideengebilde noch eine einheitliche Bewegung geworden. Es gibt sehr viel ältere und neuere Literatur über den Pietismus und sein Geschichte. Zum Kennenlernen eignet sich noch immer gut Werner Mahrholz: Der deutsche Pietismus. Eine Auswahl von Zeugnissen, Urkunden und Bekenntnissen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Berlin (Furche-Verlag) 1921.

Über die Frage, ob und inwieweit Jung-Stilling als \“Pietist\“ zu bezeichnen ist, finden sich viele Auslassungen. Sicher hat er in früher Jugend durch die Lektüre entsprechender Werke die pietistische Weltsicht kennengelernt; siehe zu diesem Lesestoff näher Gerhard Schwinge: Jung-Stillings Lektüre, in: Pietismus und Neuzeit. Ein Jahrbuch zur Geschichte des neueren Protestantismus, Bd. 28 (2002), S. 238 ff. Auch fühlte er sich als Schneidergeselle im Herzogtum Berg im pietistischen Umfeld zeitweise sehr wohl; siehe Rainer Vinke: Jung-Stilling und die Aufklärung. Die polemischen Schriften Johann Heinrich Jung-Stillings gegen Friedrich Nicolai (1775/76). Stuttgart, (Franz Steiner) 1987, S. 68 ff., S. 73 f. (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Bd. 129).

Jedoch war Jung-Stilling nie Pietist im engeren Sinne. Siehe ausführlich dazu Otto W. Hahn: Jung-Stilling zwischen Pietismus und Aufklärung. Sein Leben und sein literarisches Werk 1778 bis 1787. Frankfurt, Bern, New York, Paris (Peter Lang) 1988, S. 432 ff. (Europäische Hochschulschriften, Reihe XXIII: Theologie, Bd. 344) sowie auch viele Zeugnisse aus seiner Feder bei Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und herausgegeben von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 631 (Register, Stichwort Pietisten). Vgl. dazu zusammenhängend auch Gerhard Schwinge: Jung-Stilling und seine Beziehungen zur Basler Christentumsgesellschaft, in: Theologische Zeitschrift, herausgegeben von der Theologischen Fakultät der Universität Basel, Bd. 44 (1988), S. 47 f.

Zu \“wir … als reformierte Pietisten\“. Im Siegerland wurde 1534 die lutherische Reformation endgültig eingeführt und jede katholische Religionsausübung verboten. Aber 44 Jahre später, im Juli 1678, hatten alle Geistlichen auf Befehl des Landesherrn dem Luthertum abzuschwören und sich zum Calvinismus zu bekennen. Der Konfessionsstand des Siegerlandes ist bis heute im wesentlichen auf die Reformation à la facon de Genève ausgerichtet; die Gemeinden nennen sich \“evangelisch-reformiert\“. Die lutherischen Christen haben ein eigenes Gotteshaus mit Pfarrer. – Siehe hierzu ausführlich mit vielen Quellen Gerhard Specht: Johann VIII. von Nassau-Siegen und die katholische Restauration in der Grafschaft Siegen. Paderborn (Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens) 1964, S. 8 ff.

6 Siehe zur Geschichte der Intoleranz in Salzburg das Literatur-Verzeichnis vor dem Artikel: \“Salzburger, die evangelischen\“ in: Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 17. Leipzig (Hinrichs) 1906, S. 408 f. sowie auch Georg Loesche: Geschichte des Protestantismus im vormaligen und im neuen Österreich, 3. Aufl. Wien (Manz) und Leipzig (Klinkhardt) 1930.

7 Fürstbischof Leopold Anton Eleutherius Freiherr von Firmian (1679-1744) und sein \“eiserner Kanzler\“ Christian von Roll (1698-1751) trieben 1771/32 etwa 20 000 Bürger evangelischer Konfession aus Stadt und Land Salzburg aus. – Siehe mehr zu beiden Persönlichkeiten auch bei Franz Ortner: Salzburgs Bischöfe in der Geschichte des Landes (696-2005). Frankfurt am Main (Peter Lang) 2005 und dort auch das Literatur-Verzeichnis, S. 378 ff. (Reihe: Wissenschaft und Religion, Bd. 12).

Siehe aus der reichhaltigen Literatur zur Vertreibung der Protestanten mit Quellen belegt Josef Karl Mayr: Die Emigration der Salzburger Protestanten von 1731/1732. Das Spiel der politischen Kräfte. Salzburg (Gesellschaft für Salzburger Landeskunde) 1931 sowie auch Gerhard Florey: Der Protestantismus im Lande Salzburg. Ein Stück evangelischer Kirchengeschichte. Leipzig (Sächsische Verlagsanstalt) 1927.

Gelegentlich seines Besuchs in Salzburg Ende Juni 1988 bat Papst Johannes Paul II. die Salzburger Protestanten öffentlich um Verzeihung für das Unrecht, das an ihren Vorfahren geschah. Zuvor schon (anlässlich der Erinnerungsfeier der Vertreibung 1981) hatte der Erzbischof von Salzburg, Dr. Karl Berg, Abbitte getan.

8 Siehe hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis. Nürnberg (Raw) 1799, S. 66 f., S. 377 ff., S. 503 f. (\“So wie nun der israelitische König Ahab die heidnische Jesabel heirathete, die dann den Götzendienst des Baals neben dem Dienst des Jehovah einführte: gerade so machte es auch die römische Kirche, die borgte den Heiden beinahe alles ab, und bildete ein christliches Heidenthum oder heidnisches Christenthum daraus\“, S. 66).

Für die (in den schriftlichen Zeugnissen des Neuen Testaments [allein schon durch die Sprache!] bereits vollzogene hellenistische) Akkulturation der (zunächst ja nur im jüdischen Umfeld kundgemachten) Botschaft Jesu waren und sind die meisten der –  Wider-Rom-Streiter, –  der kleinlichen, scheinheiligen Splitterrichter und ist vor allem auch –  die Masse der sowohl naiv-verbohrten als auch der hemmungslos-fanatischen \“Bibelgläubigen\“ bis heute völlig blind!

9 Siehe zu den einzelnen hier genannten Orden und Kongregationen Max Josef Heimbucher: Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, 5. Aufl. Paderborn (Schöningh) 1987.

10 Siehe hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis (Anm. 8), S. 272 f. (\“Wenn wir uns nun nach solch einer Macht im vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen umsehen, so entdecken wir alsofort einen großen, mächtigen, durch die ganze Christenheit und so weit diese nur Geschäfte hat, thätig wirkenden Ordensgeist – dieser ist unstreitig das Thier aus der Erden: ein Geist, der sich immer mehr als die dritte Person der satanischen Dreieinigkeit legitimiren wird\“).

11 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, mit Anmerkungen herausgegeben von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992, S. 375 (\“…die Franziskaner hatten die Pfarrbedienung und Seelsorge ihrer Gemeinde; diesen Geistlichen war also dran gelegen, daß Dummheit und Aberglauben immer unterhalten werden möchte…\“).

12 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis (Anm. 8), S. 400.

13 Augsburger Konfession (auch: Augsburg(i)sches Bekenntnis, lateinisch CONFESSIO AUGUSTANA), von Phillip Melanchthon für den Reichstag zu Augsburg 1530 verfasste Schrift, die zur wichtigsten Bekenntnisschrift der lutherischen Kirche wurde. Sie gliedert sich in zwei Teile: 21 Artikel unter der Überschrift \“Artikel des Glaubens und der Lehre\“ sowie sieben Artikel über abgestellte Missbräuche. Für die Zugehörigkeit zum Lutherischen Weltbund ist die Bindung an die unveränderte Augsburger Konfession auch heute noch Bedingung. – Siehe aus der Fülle der Literatur Max Lackmann: Katholische Einheit und Augsburger Konfession. Graz, Wien, Köln (Styria) 1959 sowie auch Angelika Marsch: Bilder zur Augsburger Konfession und ihren Jubiläen, Weißenhorn (Konrad) 1980 (mit vielen Quellenangaben, S. 165 ff.).

Zu einer regelrechten Verfolgung der Altlutheraner kam es zwischen 1830 und 1841 in Preussen. Eine zwar zahlenmässig kleine, aber einflussreiche Schar der Augsburger Konfession treu Gebliebene lehnten die königlich verfügte Union zwischen Lutheranern und Calvinisten ab. Aufgrund der Verfolgungs-Massnahmen kam es zur Auswanderung in die USA, Kanada und Australien. – Siehe aus der ausgiebigen Literatur hierzu Friedrich H. Brandes. Geschichte der kirchlichen Politik des Hauses Brandenburg, Bd. 1: Geschichte der evangelischen Union in Preußen. Gotha (Perthes). Hofprediger Brandes befürwortet freilich einen gewissen staatlichen Zwang zur Einheit; siehe auch derselbe: Die Einigung der Evangelischen Kirchen ein Befehl des Herrn. Ihre Nothwendigkeit und Möglichkeit im Deutschen Reich. Berlin (Frobeen) 1902.

14 Jung-Stilling sieht bei Pietisten durchweg den Fehler, dass sie anderen Menschen gegenüber unempfindsam und lieblos seien. Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 7. Aufl. Bietigheim (Karl Rohm Verlag) 1999, S. 198 ff. – Zu den zahlreichen Ausgaben dieses Werkes vgl. Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie. Siegen (J. G. Herder Bibliothek) 1993, S. 102 (Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 28).

\“Es ist erschrecklich! Noch immer ekelt den Teerstegianer vor dem Herrnhuter, den Mystiker vor jedem anderen, und der Herrnhuter zuckt die Schultern vor jenen; der Inspirierte hebt sich über alle hinaus, und der Separatist bedauert alle, die nur in die Kirche gehen, auch dann, wenn der Prediger echtes Evangelium predigt. Jede Gesellschaft, die eine Erbauungsstunde hält, hält jeden, der sie nicht besucht, für nicht ganz richtig\“, klagt Jung-Stilling in einem Brief vom April 1811 aus Karlsruhe an seinen Freund Wilhelm Berger in Kleve. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe (Anm.4), S. 482.

15 In Grossbritannien wurde die Römisch-Katholische Kirche erst ab 1829 wieder teilweise geduldet; siehe Augustin Theiner (Hrsg.): Sammlung einiger wichtigen offiziellen Aktenstücke zur Geschichte der Emancipation der Katholiken in England Mainz (Kupferberg) 1835. Bis dahin wurde die Teilnahme an einem katholischen Gottesdienst (Messe) mit Einzug der Güter, Verbannung und gar mit dem Tod bestraft; vgl. Denis R. Gwynn: A hundred years of Catholic emancipation (1829-1929). London, New York (Longmans) 1929 (mit Register).

In den Niederlanden war seit 1567 (Genter Pazifikation) der Calvinismus Staatsreligion und die katholische Religionsausübung strengstens untersagt. 1798 setze die französische Besatzungsmacht formell die allgemeine Bekenntnisfreiheit durch; es dauerte aber bis 1853, ehe auch den Katholiken die volle Freiheit zugestanden wurde. – Siehe Paulus Wilhelmus F. M. Hamans: Geschiedenis van de katholieke kerk in Nederland. Van missionering tot herstel van de hiërarchie in 1853. Brugge (Tabor) 1992 (mit Literatur-Verzeichnis und Register) sowie Erik Sengers: \“All zijn wij katholiek, wij zijn Nederlanders\“. Opkomst en verval van de katholieke kerk in Nederland sinds 1795; vanuit rational-choice perspectief. Delft (Eburon) 2003 (mit ausführlichem Literaturverzeichnis, S. 205 ff.).

16 Siehe hierzu Heinrich Brück: Geschichte der katholischen Kirche im neunzehnten Jahrhundert, Bd. 4. Mainz (Kirchheim) 1901, S. 155 ff. (aus katholischer Sicht; gilt bis heute als Standardwerk) sowie aus kritischem mit Abstand betrachtet Jürgen Strötz: Der Katholizismus im deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Strukturen eines problematischen Verhältnisses zwischen Widerstand und Integration. Hamburg (Kovac) 2005 (Studien zu Religionspädagogik und Pastoralgeschichte, Bd. 6). In beiden genannten Werken viele Literaturhinweise.

17 Im beginnenden Zeitalter des Kolonialismus hatte Papst Eugen IV (1431-1447) in seinen beiden Bullen \“CREATOR OMNIUM\“ (1433) und \“DUDUM NOSTRAS\“ (1435) jederlei Art gewaltsame Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat auf das schärfste verurteilt und mit den strengsten Kirchenstrafen belegt. – Siehe hierzu Arthur F. Utz und Brigitta von Galen (Hrsg.): Die katholische Sozialdoktrin in ihrer geschichtlichen Entfaltung. Eine Sammlung päpstlicher Dokumente vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart (Originaltexte mit Übersetzung), Bd. 1. Aachen (Scientia Humana Institut) 1976, S. 381.

18 \“Daß unter dem Bild dieses drachenähnlichen Thiers das römische Pabstthum … verstanden werde, ist längst ausgemacht\“, schreibt Johann Heinrich Jung-Stilling: Die Siegsgeschichte der christlichen Religion in einer gemeinnüzigen Erklärung der Offenbarung Johannis (Anm. 8), S. 326. Davon blieb Jung-Stilling zeitlebens überzeugt; siehe auch Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. 118 ff. mit vielen Zeugnissen aus seinen Schriften.

Im November 1812 meint Jung-Stilling \“Vor erst kommt alles darauf an, ob denn würklich das Römische Papstthum das Thier aus dem Meer sey? – mir dünkt wenigstens, wie so vielen verständigen christlichen Männern aller Zeiten, daß diese Behauptung keinem Zweifel unterworfen sey\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe (Anm. 5), S. 517. – Die römisch-katholische Kirche besteht grösstenteils aus \“falsch aufgeklärten Deisten, Atheisten oder Volterianern … und schlagen sich zur Partei des Antichristen\“ meint Jung-Stilling im März 1811; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe (Anm. 5), S. 477.

\“Es war eine Beschränktheit, aus der Rohigkeit einer nur religiös hochgebildeten Zeit, wie aus dem gegenseitigen Fanatismus des Streits zu erklären, dass unsre orthodoxen Vorfahren allen Ernstes den Papst für den Antichrist oder Endchrist hielten, der sich im Tempel Gottes anbeten lasse, wie daß er in den Bekenntnißschriften des Lutherthums gelegentlich titulirt wird ein Epikuräer und Judas, ein Haupt von Spitzbuben und des Teufels Apostel\“, meint einschränkend Karl von Hase: Handbuch der Protestantischen Polemik gegen die Römisch-Katholische Kirche, 7. Aufl. Leipzig (Breitkopf und Härtel) 1900, S. 182 (Orthographie und Interpunktion wie im Original).

19 Johann(es) Calvin (Jean Cauvin, 1509-1564) war von Geburt zwar Franzose. Aber er wird aufgrund seines Wirkens in Genf als Bürger dieser Stadt geehrt. – Siehe aus der Fülle der Literatur Alister E. MacGrath: Johann Calvin. Eine Biographie, deutsche Ausgabe. Zürich (Benziger) 1991 und mit Schwerpunkt auf seiner Theologie Willem van t’Spijker: Calvin. Biographie und Theologie. Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2001 (Die Kirche in ihrer Geschichte, 3, Lieferung J 2).

20 Jung-Stilling bezieht sich hier auf den Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679). Unter der Bauleistung seines Patensohns Mauritius Post (1645-1677) aus Den Haag liess sich der Fürst in Siegen ein Schloss in schlicht barockem Stil bauen; das heutige Untere Schloss in der Innenstadt von Siegen.

Gegen diesen Bau wurde seitens der calvinistischen Bürgerschaft und der Prädikanten der Einwand erhoben, es sei eines reformierten Fürsten unwürdig, weil im Jesuiten-Stil gestaltet. – Siehe hierzu Hans Kruse: Das Untere Schloss zu Siegen, in: Siegerland, Bd. 4 (1919-1922), S. 148 ff.

Heute findet sich das Schloss von vorn zugebaut, und aus dem ehemals gärtnerisch künstlich gestalteten Schlosshof hat man einen Auto-Abstellplatz gemacht. Gelegentlich einer Erscheinung des Fürsten nannte dieser das Asphaltieren seines Schloss-Hofes eine \“barbaarsheid\“ (Johann Moritz war General-Statthalter der Niederlanden und sprach niederländisch). – Siehe Treugott Stillingsfreund: Erscheinungen im Siegerland. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1987, S. 70.

21 \“Aberglauben nennt man, wenn man entweder eingebildete oder wirkliche Erscheinungen in der Körperwelt, als Beziehungen mit der Geisterwelt ansieht, ohne daß sie es seyn können, und sie dann aus diesem Gesichtspunkt zum Bestimmungsgrund seiner Handlungen gebraucht\“, definiert Johann Heinrich Jung-Stilling: Die Grundlehre der Staatswirthschaft. Marburg (neue academische Buchhandlung) 1792, Reprint Königstein/Ts (Scriptor) 1978, 709.

22 Jung-Stilling bedauert, \“daß man zur Zeit der Reformation in den mehresten protestantischen Ländern alle Klöster und Stifter ganz und gar aufgehoben hat. Es giebt Manns- und Weibspersonen, denen eine solche engere gesellschaftliche Verbindung, und Leitung nach gewissen Regeln ein wahres Bedürfniß ist\“ (Johann Heinrich Jung-Stilling: Lehrbuch der Staats-Polizey-Wissenschaft. Leipzig [Weidmannische Buchhandlung] 1788, S. 424).

23 Jung-Stilling hatte in Strassburg Medizin studiert und war danach sieben Jahre als Arzt und Geburtshelfer im heutigen Wuppertal tätig. Bald wurde er zu einem der berühmtesten Augenärzte seiner Zeit. Er befreite an die 3 000 Menschen durch Operation aus der Blindheit; etwa 25 000 Menschen dürfte er ophthalmologischen Rat angedient haben. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Geschichte meiner Staar Curen und Heylung anderer Augenkrankheiten, herausgegeben sowie mit einer Einführung und Anmerkungen versehen von Gerhard Berneaud-Kötz. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1992.

Siehe hierzu auch Gerhard Berneaud-Kötz: Jung-Stilling als Arztpersönlichkeit, in: Michael Frost (Hrsg.): Blicke auf Jung-Stilling. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1991, S. 19 ff., Gerhard Berneaud-Kötz: Kausaltheorien zur Starentstehung vor 250 Jahren. Eine Auswertung der Krankengeschichten und Operationsprotokolle von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995, Klaus Pfeifer (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Medizin. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996, S. 9 ff. sowie Gerd Propach: Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817) als Arzt. Köln (Institut der Geschichte der Medizin) 1983 (Kölner medizinhistorische Beiträge, Bd. 27).

24 \“Wir können gewiß versichert seyn, daß der Herr jedes gläubige Gebet erhört, wir erlangen immer etwas dadurch, das wir ohne unser Gebet nicht erlangt haben würden, und zwar das, was für uns das beste ist\“, versichert Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 2), S. 474.


Lord, give thine angels every day
Command to guide us on our way,
And bid them every evening keep
Their watch around us while we sleep



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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