Transmissionsmechanismus, monetärer (monetary transmission mechanism)
Die Art und Weise, wie sich geldpolitische Entscheidungen (monetary policy decisions) letztlich auf eine Volkswirtschaft bzw. auf ein Währungsgebiet auswirken, und hier wieder vor allem auf die Produktion und auf die Preise. Die Übertragungswege entsprechender Massnahmen (impulses; Impulse) nennt man Transmissionskanäle (transmission channels). Geldpolitische Impulse werden über Zinskanal, Kreditkanal, Wechselkurskanal und Vermögenskanal übertragen. – Die in Modellen abgeschätzten und in Statistiken im nachhinein errechneten Zusammenhänge sind zu einem Spezialgebiet der Geldtheorie geworden. Für den Euroraum scheint festzustehen, dass unter gewöhnlichen Umständen (under normal circumstances) ein Anstieg der kurzfristigen Zinssätze CETERIS PARIBUS zu einer vorübergehenden Verringerung der Produktion führt. Diese Schrumpfung erreicht bei gewöhnlichen wirtschaftlichen Verhältnissen etwa zwei Jahre nach dem eigentlichen Impuls ihre Spitze, um dann wieder auf den ursprünglichen Stand zurückzukehren. Gleichzeitig sinken die Preise schrittweise (gradual) auf ein dauerhaft niedrigeres Niveau. – Siehe Bremsweg, geldpolitischer, Erdölpreis-Schocks, Hurrikan-Schocks, Long-Lag-Theorie, Modellunsicherheit, Sparsamkeitsregel, Strukturunsicherheit, Systematomanie, TaylorRegel, Unsicherheit, Wort Case Szenario. – Vgl. Monatsbericht der EZB vom August 2005, S. 26 ff. (es lässt sich keine Übertragung der Volatilität des Tagesgeldsatzes auf die längerfristigen Zinssätze nachweisen), Monatsbericht der EZB vom August 2008, S. 93 ff. (breite, lehrbuchmässige Darstellung; viele Übersichten; wichtige Literaturhinweise), Monatsbericht der EZB vom Oktober 2009, S. 69 ff. (Geldpolitik und Geldangebot im Euroraum; viele Übersichten; Literaturverweise), Monatsbericht der EZB vom November 2011, S. 95 ff. (grundsätzliche Feststellungen zum Transmissionsmechanismus), S. 97 ff. (Auswirkungen der Regulierung auf den Transmissionsmechanismus).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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