Sachvermögen (material assets, tangible assets, fixed assets)
In der Volkswirtschaftslehre die von Natur aus gegebenen, also nicht-produzierten Dinge wie Grund und Boden, Bodenschätze, freie Tier- und Pflanzenbestände oder Wasserreserven. – Die genaue Definition bereitet deshalb Schwierigkeiten, weil der gewöhnlich in der Wirtschaftstheorie zugrunde gelegte Begriffsinhalt mit dem der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht übereinstimmt. – Auf der Ebene des Unternehmens die Summe aller betriebsnotwendigen Wirtschaftsgüter (assets necessary for operation) ohne die eine Ausübung der betrieblichen Tätigkeit nicht möglich wäre, wie Grundstücke, Fabrikgebäude, Maschinen und Fahrzeuge. – Freilich ist auch hier die Abgrenzung nicht einheitlich. Häufig werden auch eingelagerte und hergestellte Güter – also die Vorräte in einem Unternehmen – dem Sachvermögen (im Englischen dann: current assets) beigezählt. Selbst wenn also der Einkaufsleiter (purchase manager) nicht verarbeitungsfähiges Material gestapelt hat, und auch wenn die im Unternehmen produzierten Waren nicht am Markt absetzbar sind, ja am Ende vielleicht gar noch kostspielig entsorgt werden müssen, dann werden sie dem Sachvermögen beigezählt. Das widerspricht grundsätzlich (fundamentally contradicts) der in der Wirtschaftslehre üblichen Bedeutung von Vermögen. – Bei Privathaushalten in der Statistik der Household Finance and Consumption Survey die Posten – selbst genutztes Haus- und Wohnungseigentum, – anderer Haus- und Grundbesitz, – eingerichteter Gewerbebetrieb – es werden in der Statistik den Privathaushalten auch Einpersonenunternehmen und Freiberufler zugezählt -sowie – Fahrzeuge, Sammlungen und Schmuck. – Siehe Anlagevermögen, Infrastrukturkapital, Kapitalstock, Privathaushalt, Abgrenzung, Sachkapital, Vermögen, Vermögenswert. – Vgl. Monatsbericht der Deutschen Bundesbank vom Januar 212, S. 31 (Aufzählung Sachvermögen der Privathaushalte), Vgl. Monatsbericht der EZB vom April 2013, S. 85 ff. (ausführliche und tiefgehende Darstellung der Haushaltsbefragung des Eurosystems; Übersichten; Literaturverweise; wichtige Ergebnisse).
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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