Kreditversicherung (credit insurance)
Das Abtreten des Adressen-Risikos an einen Versicherer gegen Zahlung einer Prämie. – Weltweit ist die Anzahl entsprechender Policen minim, weil – die Assekuranzbranche, also Versicherungen und Rückversicherungen, gerade in dieser Sparte eine äusserst strenge Annahmepolitik (underwriting policy) betreibt und – die Prämien verhältnismässig hoch sind (insurance companies specialising in appraising default risk guarantee companies reimbursement of a debt in exchange for a premium equivalent to at least 0,3 percent of the nominal). – Hinzu tritt: in der Kredit-
versicherung besteht beim Abschluss von Mantelverträgen – im Gegensatz zur Einzelforderungs-Absicherung und Einzeldebitoren-Absicherung – der Grundsatz, dass der Versicherungsnehmer seine gesamthaften Forderungen gegen alle seine gegenwärtigen und zukünftigen Abnehmer dem Kreditversicherer anzubieten hat (Anbietungspflicht; offering obligation). – Ferner hat der Versicherungsnehmer alle ihm bei Beantragung des Versicherungsschutzes bekannten sowie die ihm anschliessend bekannt werdenden Umstände, welche für die Übernahme des Versicherungsschutzes – insbesondere für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit seiner einzelnen Kunden – erheblich sein können, der Versicherung anzuzeigen, wie etwa die Nichteinlösung eines Schecks. – Schliesslich enthalten die Verträge regelmässig die Klausel, dass jederart gefahrerhöhende Umstände (risk-aggravating factors) gegenüber der Versicherung unverzüglich anzeigepflichtig sind. – Meistens von Bausparkassen vertragsgemäss geforderte Versicherung eines Bausparers für den Fall, dass dieser vor der Rückzahlung des Bauspardarlehns stirbt oder arbeitsunfähig (disabled) wird (insurance designed to pay the balance due on a loan if the building society saver dies before the loan is repaid; an optional disability insurance often is added to cover the insured portion of the periodic mortgage payments for as long as the insured building society saver remains disabled). – Siehe Anbietungsgrenze, Ausfallwahrscheinlichkeit, Bonitätsrisiko, Borgkraft, Default, Einzug, Factoring, Franchise, Kredit, notleidender, Kreditlinie, Kreditqualität, Mietausfall-Versicherung, Monoliner, PortfolioVersicherung, Probability of Default, Rating, Reintermediation, Schulden, notleidende, Übermut. – Vgl. für Deutschland Statistiken und Beschreibungen im jeweiligen Jahresbericht der BaFin.
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Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Dipl.rer.pol., Dipl.rer.oec.
Professor Dr. Eckehard Krah, Dipl.rer.pol.
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