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Jung-Stillings Berufe

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Bericht über eine nachtodliche Begegnung zu Frankfurt am Main mit dem hochgelehrten, lebenserfahrenen und bis anhin unvergessenen Herrn

Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817),

der Weltweisheit und Arzneikunde Doktor,

seit 1785 Kurpfälzischer, durch Rechtsübergang ab 1803 Badischer Hofrat, durch Verleihung ab 1808 Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat

bis 1803 Professor für ökonomische Wissenschaften sowie Lehrbeauftragter für operative Augenheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Marburg/Lahn; davor bis 1787 Professor für angewandte Ökonomik – mit Einschluss der Veterinär-Medizin – an der Universität zu Heidelberg und vordem seit 1778 mit gleichem Lehrauftrag an der Kameral Hohen Schule zu Kaiserslautern,


weiland Gründungsmitglied der Geschlossenen Lesegesellschaft zu Elberfeld, dortselbst auch praktischer Arzt, Geburtshelfer und behördlich bestellter Brunnenarzt sowie Dozent in Physiologie; der Kurpfälzischen ökonomischen Gesellschaft in Heidelberg, der Kurfürstlichen deutschen Gesellschaft in Mannheim, der Gesellschaft des Ackerbaues und der Künste in Kassel, der Leipziger ökonomischen Sozietät sowie auch von 1781 bis zum Verbot der Geheimgesellschaften im kurpfälzisch-bayrischen Herrschaftsgebiet durch Erlass von 22. Juni 1784 aus München der erlauchten Loge \“Karl August zu den drei flammenden Herzen\“ in Kaiserslautern Mitglied.

Nach vonstatten gegangener Vernehmlassung bei passender Gelegenheit zur Mehrung gemeinen Nutzens sowie zur Befrohlockung der Stillings-Freunde nah und fern, nieden und droben behörig kundgemacht,. Hernächst allerfüglichst in Vers und Reim gegossen, hinfüran zu diesem Zweck ins World Wide Web gestellt, dabei alle Leser mit freundwilligem Gruss, gÖttlicher beständiger Obhut und Verwahrung sowie getreulichen englischen Schutzes innigst empfehlend von

Glaubrecht Andersieg

in Salen, Grafschaft Leisenburg*

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Markus-Gilde, Siegen

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Jung-Stilling in Riesengestalt auf der Zeil

Ich traute meinen Augen nicht!
Da schritt bei hellem Tageslicht
Jung-Stilling1 wie von ungefähr
Durch Frankfurts Zeil2 gemach daher.

Gekleidet wie zu alten Tagen,
Sah ich ihn aus der Menge ragen,
Die dort in wieselflinker Hatz
Dahinschwirrt flugs von Platz zu Platz.3

Obzwar er riesig – gut vier Meter! –
Ging teilnahmslos vorbei einjeder.
Die Menschen nahmen offenbar
Jung-Stilling überhaupt nicht wahr!

Verblüfft bloss kurz, ich mich besann,
Ging auf ihn zu und sprach ihn an.
\“Herr Hofrat!4 Warum seh ich sie
In dieser Zeit denn noch allhie?\“ –

\“Herr Glaubrecht\“, gab zur Antwort er,
\“Ich komme just vom Maintor her.
Bei einer Niederkunft half ich:
Verzwickt war diese sonderlich.5

Der Mutter Ahnen baten mich,
Dass möge Dienste leisten ich.
So wirkte ich in Geist-Gestalt:
Stand bei dem Arzt im Hinterhalt.\“ –

\“Herr Hofrat\“, sagte ich darauf,
\“Rief nieden man im Lebenslauf
Als Helfer bei Geburten sie?
Ich hörte davon bislang nie.\“ –

Frühe berufliche Erfahrungen und Fertigkeiten

\“Ich wusste schon als kleines Kind,
Wie Kohlen herzustellen sind.
Dem Opa eignete ein Meiler
Im tiefen Wald nächst einem Weiler.6

Mein Vater brachte mir dann bei
Das Nähen und die Schneiderei.
Als Kleidermacher zog ich lang
Durchs Land in frohem Schaffensdrang.7

Bis in mein hohes Alter war
Für mich es selbstverständlich klar,
Zu nähn – zu flicken auch nicht minder –
Die Kleidung für die Frau und Kinder.

Ich fertigte nebstdem sodann
Für mich auch die Gewandung an.
Stets sah man mich schick angezogen:
In Form und Farbton ausgewogen.

Betonen möchte dieses ich,
Weil es empört und aufregt mich,
Wie heut gar manchen Kirchenmann
Im Gammler-Look ich sehen kann.

Selbst Stillings-Freunde muss ich sehen
In schludriger Gewandung gehen.
Es sind meist Männer, kaum auch Frauen,
Die so sich unter Menschen trauen.

Beim Paten-Onkel lernte ich
Geodäsie beflissentlich.
Er Praxis wies und Theorie:
Gern half ich ihm bald dort, bald hie.8

Berufswunsch war für mich selbst später
Vermessungs-Fachmann: Geometer;
Zumal ich ein Gerät erfand,
Das man bis dahin nicht gekannt.9

Lehrberuf in der Heimat und Ferne

Dazwischen ich auch Lehrer war
In meiner Heimat manches Jahr.10
Ich prägte Kindern sorgsam ein,
Was brauchten sie zum Glücklichsein.

Präzeptor11 war dann mein Metier
Bei Kindern aus der Hautevolee.12
Es galt, gebührend sie zu lehren,
Im Christenglauben auch zu nähren.

Kaufmännische Tätigkeit im Bergischen Land

Für sieben Jahre stand ich dann
Als Ökonom auch meinen Mann.
Befasst war ich mit allen Sparten:
Sah den Beruf aus vielen Warten.13

Zu jener Zeit mein Prinzipal
Entschied geschäftlich schon global.
Wohl kaum ein Markt sich damals fand,
Der nicht von Grund auf ihm bekannt.

So lernte gleichsam ich im Spiel
Von Wirtschaft und der Technik viel.
Mein Chef sich meist mit mir beriet,
Bevor geschäftlich er entschied.

Auch trug er mir den Rohstoff-Kauf
Von Anfang an zum Gutteil auf.14
Die Rechnungsführung hatte ich
Besorgt dazu geflissentlich.15

Studienzeit und erste Berufsjahre als Arzt

In Strassburg für das Fach Chemie
Man mir ein Lektorat verlieh.16
Ich lehrte auch die Weltweisheit
Als Repetitor seinerzeit.17

Nachdem ich Medizin studiert,
Als Doktor war examiniert,18
Begann zu praktizieren ich
Als Arzt, der redlich mühte sich.19

Daneben ich auch schon begann
Mit Schreiben, was mir später dann
Wohl meist zustatten kommen sollte:
Bald mehr man von mir lesen wollte.

Entbindungs-Beistand dazumal
Ward ich als Arzt zu Wuppertal;
Erwarb das nötige Patent
Zu Düsseldorf mir konsequent.20

Wenn alle es zu zählen gält,
Die traten hier in diese Welt
Durch meine Hilfe dann seither,
Ergäbe dies ein halbes Heer!

Lehrkurse für Laienärzte in Elberfeld

Bei Heilern war es schlecht bestellt
Zu meiner Zeit in Elberfeld:
Nur dünnes Wissen hatten sie
Im Fache Physiologie.

So richtete ich Kurse ein,
In denen auch bald obendrein
Ich vortrug die Anatomie,
Die Diätetik und Chemie. 21

Chirurgen, Schöpfer, Bader kamen,
Die nun bei mir zumeist vernahmen
Das erste Mal die Lehrdoktrin
Der schulgerechten Medizin.

Ophthalmo-chirurgische Tätigkeit

Es trat oft auf zu meiner Zeit
Ein damals weit beklagtes Leid:
Die Linsentrübung, grauer Star;
Er galt weithin als unheilbar.

Den Augenarzt man noch nicht kannte.22
Bloss eine Handvoll war im Stande,
Den grauen Star zu operieren:
Doch ungern tat man dies riskieren.

Von einem Pfarrer lernte ich
Die Art, wie durch präzisen Stich
Der Star zu operieren war,
So dass der Blick nun wieder klar.23

Als Augenarzt mein Leben lang
Mir manche Heilung wohl gelang.
Wohin ich kam, wohin ich ging.
Ein Kreis von Kranken mich umfing.

Wen zählt man alle, die befreit
Durch mich aus ihrer Blindheit Leid,
So sind das dreimal Tausend gar,
Die heilte ich vom grauen Star!

Ausgaben für Reisekosten, Nächtigung und Verbandsmaterial standen meistens offen

Dem Priester, der mich regte an,
Dass ich als Augenarzt begann,
Versprach ich, nie um Honorar
Zu bieten meine Leistung dar.

Einjeder sollte zahlen das,
Was deuchte recht ihm und zupass.
Wer unvermögend, mittellos,
Der sollte sich bedanken bloss.

Doch anders, als dies wäre heute,
Vergassen meist just reiche Leute,
Dass man mir wenigstens erstatte,
Was ich an Reise-Aufwand hatte.

Bedenkt, dass früher der Verkehr
Auf Strassen brachte viel Beschwer!
Ein Blinder konnte kaum hinaus:
Der Arzt kam drum zu ihm nach Haus.

Zurück gab ich ihr Augenlicht:
Vergüten wollten sie mich nicht!
Statt zu verdienen ein paar Gulden,
Vermehrten sich bei mir die Schulden.24

Doch wie gesagt: dies damals war.
Ganz sicher gäben heute dar
Geheilte mir des Gelds genug –
Dies ist doch nicht ein frommer Trug??

Ratgeber und Briefseelsorger

In Schreiben man mich täglich bat,
Dass diene an ich manchen Rat.
Gesamthaft schrieb ich, nimmer pausend,
An Briefen über zwanzig Tausend.25

Die Antwort war meist gar nicht leicht!
Dass diese ihren Zweck erreicht,
War Not oft, lang zu überlegen,
Mit Freunden auch Beratung pflegen.

Man frug bei schwerer Krankheit mich,
Bei Schwierigkeiten innerlich;
Ja: selbst in finanziellen Dingen
Die hilfesuchend an mir hingen.

Professsuren in Kaiserslautern, Heidelberg und Marburg

Professor nachmals war ich dann.26
In Kaiserslautern ich begann
Mit Vieharznei, Technologie
Des weiteren Agronomie.27

Betriebswirtschaft und Polizei
Las ich in Lautern nebenbei.
In Marburg man mir drauf verlieh
Den Lehrstuhl für Ökonomie.28

Dazu dozierte ich mit Kraft
Auch die Finanz- und Staatswirtschaft.29
Man fand besonders wohl gediehn
Mein Buch zur Nutztier-Medizin.30

Lehrauftrag für operative Augenheilkunde

In Marburg auch die Fakultät
Für Medizin bat mich beredt,
Dass Technik ich der Chirurgie
Des Auges möge lehren hie.

Ich tat dies gern und gab mein Wissen
An Männer weiter, die beflissen
In meinem Kurs, sich zu bereiten
Auf Heilung schlimmer Augenleiden.

Dass alles richtig die Studenten
Auch mitbekämen und verständen,
Gab einen Abriss ich heraus,
Der seinerzeit fand viel Applaus.31

Jung-Stilling schrieb elf ökonomische Lehrbücher

In Rechnungslegung und Bilanz
Belehrte ich aufs Breite ganz.
Ich schrieb dazu ein Textbuch auch,
Das lange war noch in Gebrauch.

Dass meine wirtschaftlichen Schriften
Zu dieser Zeit noch Nutzen stiften,
Erkennt man daraus, dass bis heute
Man mehrfach deren Druck erneute.32

Auch eine Sammlung mit Sentenzen
Aus diesen Schriften tat ergänzen
Das Wissen um mein Lehrgut, das
Zuvor man beinah ganz vergass.33

Forstwirtschaft aus Praxis und Theorie

Als Kind daheim ich viel erfuhr
Von Pflanzen, Tieren: der Natur.
So war es denn auch ganz natürlich,
Dass dies betrieb ich nun ausführlich.

Im Lehrbuch über Forstwirtschaft34
War ich bemüht mit aller Kraft,
Was bisher weithin noch erratisch
Zu fassen nunmehr systematisch.

Dass dies mir wohl gelungen ist,
Am besten daraus man ermisst,
Dass unlängst noch ein Lexikon
Erschien mit Auszügen hiervon.35

Theologische Schriften, meist zeitbedingt

Mein Leben lang fand ich stets Zeit
Auch für die Gott-Gelehrsamkeit.
Ich habe viel dazu geschrieben,
Von Tagesfragen meist getrieben.

Ein Freund, der heute in der Welt,
Dem Publikum hat vorgestellt
Daraus Zitate, wohl sortiert,
Nach Sachbegriffen licht gruppiert.36

Drei Stillings-Freunde trugen bei
Durch Spenden zu des Werks Gedeih.
Erzeigen darf ich meinen Dank
Vom Jenseits diesen frei und frank.

Man muss beachten wohl indes,
Dass vieles nicht mehr zeitgemäss,
Was einst zur Religion ich schrieb,
Wenngleich schon richtig im Prinzip.

Doch das Empfinden dieser Zeit
Von jenen Tagen ist sehr weit,
Als Hunger, Elend, Krieg und Tod
Die Menschen brachten arg in Not.

Wer weiss denn jetzig, heute schon,
Vom Leid der Revolution,
Das Frankreich über Deutschland brachte
Und jeden bald zum Armen machte?

Von dem ging aus ein Leidensstrom,
Ruht jetzt im Invaliden-Dom;
Ich will den Namen gar nicht nennen:
Ihr, Glaubrecht, werdet ihn ja kennen.37

Die Schutzpatronin von Paris
Erfüllt dies tief mit Bitternis.
Doch ist sie froh, dass kam davon
In diesem Fall das Panthéon:38

Ein Ort, zu ihrer Ehr vollendet,
Von Wichten frevlerisch geschändet,
Die so sich in den Hades brachten,
Wo sie in tiefer Reue schmachten.\“

Jung-Stilling entzieht sich plötzlich dem Blick

Ich sehe bei dem letzten Satz
Noch Stilling stehn auf seinem Platz.
Doch plötzlich löst er sich nun auf:
Entzieht sich so dem Erdenlauf.

Sein Körper hell beginnt zu flimmern,
Um dann allmählich zu verschimmern.
Zuvor fiel zuckend mehrmals ein
Auf diesen Ort noch bleicher Schein.

Vielleicht hat man gerufen ihn,
Dass andrenorts er jetzt erschien?
Ob ihn wohl jemand zu sich bat,
Dass Stilling helfe ihm mit Rat?

Womöglich kann es auch ja sein,
Dass Stilling greift verborgen ein
Bei andrer Operation:
Tritt dort als Beistand in Aktion.

Wirkt GOtt auch durch Engel und Geister in die Welt?

Jetzt drängt es viele wohl zu Glossen
Des Inhalts: es ist ausgeschlossen,
Dass Engel, Geister hier auf Erden
In GOttes Auftrag tätig werden.

Das darf nicht sein! Das ist Humbug!
Bloss Blendwerk, Aberglaube, Trug!
Indes: man lese die Befunde
In Stillings Werk zur Geister-Kunde.39

Auch sind an Sachverhalten reich
Die \“Szenen aus dem Geisterreich\“.40
Doch wer nicht will, der glaubt auch nicht,
Selbst wenn der HErr vom Himmel spricht.

Man lese hierzu einmal fleissig
Bei Lukas sechzehn einunddreissig:
Erkannt wird bloss als wirklich an,
Was man auch wägen, messen kann.

Dass diese Haltung, dümmlich, blöde,
Bezeugt auch Stillings Bruder Goethe,
Dem von Natur aus ward hierfür
Ein feines, deutliches Gespür.41

Die Zweifler sollten räumen ein,
Dass GOtt bestimmt SEin Tun allein.
In Gnaden GOtt den Starrsinn wende:
Drum bittet Glaubrecht hier am Ende.

Anmerkungen, Hinweise und Quellen

* Grafschaft Leisenburg = bei Jung-Stilling das ehemalige Fürstentum Nassau-Siegen (mit der Hauptstadt Siegen); –  durch Erbfolge ab 1743 Teil der Nassau-Oranischen Lande (mit Regierungssitz in Dillenburg, heute Stadt im Bundesland Hessen); –  im Zuge der territorialen Neuordnung Deutschlands durch den Wiener Kongress ab 1815 Bezirk in der preussischen Provinz Westfalen (mit der Provinzhauptstadt Münster); –  nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 an bis heute Bestandteil im Kreis Siegen-Wittgenstein des Regierungsbezirks Arnsberg im Bundesland Nordrhein-Westfalen in der Bundesrepublik Deutschland (mit der Landeshauptstadt Düsseldorf). – Über 70 Prozent der Kreisfläche sind Wälder; Siegen-Wittgenstein steht damit an der Spitze der Bewaldungsdichte in Deutschland.

Salen = bei Jung-Stilling die ehemalige fürstliche Residenzstadt Siegen, heute Universitätsstadt mit etwa 110 000 Bewohnern, am Oberlauf der Sieg (dort 240 Meter über dem Meeresspiegel) gelegen. Die Sieg ist ein 155,2 Kilometer langer, rechter Nebenfluss des Rheins. – Die nächst grösseren Städte von Siegen sind, in der Luftlinie gemessen, im Norden Hagen (83 Kilometer), im Südosten Frankfurt am Main (125 Kilometer), im Südwesten Koblenz (105 Kilometer) und im Westen Köln (93 Kilometer).

Siehe Karl Friedrich Schenck: Statistik des vormaligen Fürstenthums Siegen. Siegen (Vorländer) 1820, Reprint Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1981 sowie Theodor Kraus: Das Siegerland. Ein Industriegebiet im Rheinischen Schiefergebirge, 2. Aufl. Bad Godesberg (Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung) 1969 (Standardwerk mit vielen Karten, Übersichten und Rückblenden auf den Entwicklungsverlauf; leider auch in der Zweitauflage ohne Register).

Im wirtschaftsgeschichtlich bemerkenswerten Siegerland ist der hochintelligente und vielseitig begabte Jung-Stilling (siehe Anmerkung 1) geboren, herangewachsen und hat auch seine ersten beruflichen Erfahrungen als Köhlergehilfe, Schneider, Knopfmacher, Vermessungs-Assistent, Landarbeiter, Dorfschulmeister und Privatlehrer gesammelt.

1 Johann Heinrich Jung-Stilling (1740–1817), der Weltweisheit (Philosophie [Universität Heidelberg, ehrenhalber 1786]) und Arzneigelehrtheit (Medizin [Universität Strassburg, Promotion 1772]) Doktor. — Siehe kurz zusammenfassend Gustav Adolf Benrath: Artikel \“Jung-Stilling, Johann Heinrich\“, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 17. Berlin, New York (Walter de Gruyter) 1987, S. 467 ff. sowie Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte. Vollständige Ausgabe, hrsg. von Gustav Adolf Benrath, 3. Aufl. Darmstadt (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 1992, S. IX–XXXI (Einleitung) — Jung-Stilling wurde in der letzten Zeit wiederholt auf Erden gesehen.

(a) Siehe Grundsätzliches zum Wiedereintritt Verstorbener in diese Welt Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so!) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so, also mit Eszett). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987 und öfters), S. 220 ff.

(b) Vgl. zu Themenkreis der \“Theorie der Geister=Kunde\“ auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades. Wahre und falsche Ansichten, hrsg. und eingel. von Gerhard Merk. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Studien, Bd. 2) sowie Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling. Eine ausdeutende Untersuchung. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995. Diese Schrift ist auch unentgeltlich als Download-File bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling/> abrufbar.

(c) Siehe in diesem Zusammenhang die entsprechenden Erscheinungs-Berichte (soweit diese im Druck erschienen bzw. veröffentlicht sind) bei –  Treugott Stillingsfreund: Erscheinungen im Siegerland. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1987, –  S. 12 (zu Siegen, wo Jung-Stilling als junger Mann bei dortigen Unterbehörden mehrfach zu tun hatte), –  S. 18 (wie bei der hier geschilderten Vernehmlassung ebenfalls zu Frankfurt am Main, wo Jung-Stilling zu Lebzeiten öfters weilte und dort Augenkranke operierte), –  S. 34 (zu Marburg an der Lahn, wo Jung-Stilling von 1787 bis 1803 als Lehrer für Ökonomik wirkte, daneben aber auch ophthalmologische Lehrveranstaltungen an der medizinischen Fakultät abhielt), –  S. 41 (zu Hilchenbach-Müsen im heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen; Jung-Stilling besuchte in Hilchenbach von Michaeli [= 29. VIIber] 1750 bis Michaeli 1755 die Lateinschule), –  S. 48 (im Zentrum der Stadt Siegen), –  S. 88 (zu Rom in recht verzweifelter und äusserst beschämender Lage).

(d) Weitere Nachrichten finden sich bei –  Gotthold Untermschloß: Begegnungen mit Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Kalliope Verlag) 1988,–  S. 9 (zu Wuppertal, dort praktizierte Jung-Stilling zu Lebzeiten sieben Jahre als Arzt, Geburtshelfer und Augenarzt im heutigen Stadtteil Elberfeld), –  S. 16 (zu Heidelberg, allwo Jung-Stilling von 1784 bis 1787 als Professor an der Universität lehrte, und wo er später noch einmal von 1803 bis 1806 wohnte), –  S. 22 (zu Braunschweig, wo Jung-Stilling zu seiner Zeit hienieden 1801 weilte und mehrere Augen-Operationen vornahm), –  S. 31 (zu Lausanne am Genfer See), –  S. 40 (zu Salzburg), –  S. 50 (zu Lahr, wo der mit Stilling befreundete Oberamtsrat Wilhelm Bausch wohnte, der auch dessen Tochter Caroline [1787–1821, aus zweiter Ehe] 1808 als Feriengast aufnahm), –  S. 56 (zu Burgdorf im Kanton Bern, wo Jung-Stilling auf drei Reisen Starblinde operierte), –  S. 79 (zu Mannheim, wo Jung-Stilling zu seiner irdischen Zeit den regierenden Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern, den Statthalter der Kurpfalz Franz Albert von Oberndorff sowie einige einflussreiche Hofbeamte persönlich kannte, und wo er Mitglied der [literarischen] \“Teutschen Gesellschaft\“ war; auch seine Tochter Amalie [1796–1860] wirkte in Mannheim als Schulleiterin; siehe unbekannte Verfasserin: Amalie Jung und das Großherzogliche Fräulein=Institut in Mannheim. Ein Lebens= und Charakter=Bild. Weimar [Böhlau] 1873; schliesslich war sein erstgeborener Enkel Wilhelm Heinrich Elias Schwarz Stadtpfarrer in Mannheim), –  S. 90 (im Herzen der alten Reichshauptstadt Wien), –  S. 101 (zu Stuttgart, wo Jung-Stilling zu Lebzeiten 1801 und 1802 Augenkranke operierte und zahlreiche Freunde hatte), und auch an anderen Orten, sowie bei –  Glaubrecht Andersieg: Allerhand vom Siegerland. Siegen (Höpner Verlag) 1989, –  S. 41 (auf einem Wanderweg im Siegerland), –  S. 188 (zu Neunkirchen/Siegerland).

(e) Erscheinungs-Rapporte sind fernerhin aufgezeichnet bei –  Christlieb Himmelfroh: Jung-Stilling belehrt. Kirchhundem (AK-Verlag) 1991, –  S. 11 (zu Siegen), –  S. 75 (zu Kreuztal-Krombach am Grabe von Jung-Stillings Patenonkel, dem fürstlich-oranischen Oberbergmeister Johann Heinrich Jung [1711–1786], der prägend auf ihn einwirkte; siehe hierzu Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung. Ein Lebensbild. Kreuztal [verlag die wielandschmiede] 1989), –  S. 100 (an einem Autobahn-Rastplatz), –  S. 117 (zu Berlin), –  S. 134 (zu Essen), –  S. 146 (zu Wien) und –  S. 158 (zu Marburg an der Lahn) sowie bei —  Haltaus Unverzagt: Hat Jung-Stilling Recht? Protokolle nachtodlicher Belehrungen. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Schriften, Bd. 2), –  S. 7 (im Hochgebirge), –  S. 47 (zu Leipzig, wo Jung-Stilling zu Lebzeiten 1803 und 1804 auf Operationsreisen weilte), –  S. 91 (im Eisenbahnzug); der Text dieser drei Belehrungen ist zum Download für nichtgewerbliche Nutzung eingestellt bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

(f) Weitere veröffentlichte Niederschriften von neueren Gesprächen mit Jung-Stilling kann man unter anderem lesen bei –  Gotthold Untermschloß: Von Leistung, Mühe und Entgelt in dieser unsrer Arbeitswelt. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993, bei Frommherz Siegmann: Das Herzstück richtiger Wirtschaftslehre. Eine nachtodliche Unterweisung von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1994, bei –  Glaubrecht Andersieg: Vom Sinn des Leides. Eine nachtodliche Belehrung von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 (Erscheinung im Zug von Basel nach Frankfurt am Main).

(g) Schliesslich sei hingewiesen auf –  Treugott Stillingsfreund: Zur Verschuldung der Entwicklungsländer. Ein Gespräch zwischen Johann Heinrich Jung-Stilling und Treugott Stillingsfreund vom Frühjahr 1987, 2. Aufl. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 (Begegnung im Zug von Köln nach Trier; Broschüre, nicht im Buchhandel; als Download-File unentgeltlich bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> abrufbar), –  Freimund Biederwacker: Springflut der Lügengeister? Illic (Siona-Verlag) 1991 (an der Autobahn nahe Siegen; Broschüre, nicht im Buchhandel) sowie –  Treugott Stillingsfreund: Teuflisches Wirken heute. Zur Definition der Ungüter. Zwei nachtodliche Gespräche mit Hofrat Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995 (Zusammentreffen in Olpe/Biggesee und in der Altstadt von Bern; Broschüre, nicht im Buchhandel).

(h) Letzthin erschien aus der Feder von –  Freimund Biederwacker: Vom folgenschweren Auto-Wahn. Protokoll einer nachtodlichen Belehrung von Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996. Dieses Protokoll (sowie einige weitere Erscheinungs-Berichte) sind auch als Download-Files kostenlos abrufbar unter der Adresse —  Ganz aktuell berichtet über eine nachtodliche Begegnung in einem Spital auch Liebmunde Kirchentreu: Johann Heinrich Jung-Stilling und der Agnostizismus. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1999. Darin wird die (zumindest anfängliche) Begeisterung von Jung-Stilling für die Lehren des Philosophen Immanuel Kant kritisch hinterfragt. —  Schlussendlich kam in gleichen Verlag 2000 die Schrift \“Wundersame Begegnung an der Sal\“ heraus, in welcher Jung-Stilling \“sein innigliches Wohlgefallen ob der ämsigen Sorge um das fruchtbare Erspriessen des Andenkens an Stilling zum Ausdruck bringt, dem mit behendigster Geflissenheit und mitan unter grosser Beifreude der Stillings-Freunde nieden und droben sein Nachfahre, Herr Bundesminister a. D. Dr. Dr. h. c. Christian Schwarz-Schilling in absichtsmässiger Benehmung sowie zu gemeinen Nutzens Zweck beförderlichen Vorschub leistet und darob allenthalben innige Befrohlockung auslöste.\“ Als Vermittler dieser Botschaft zeichnet Bleibfest Stillingtreu.

2 Zeil = Hauptgeschäftsstrasse in Frankfurt am Main, heute Teil der innerstädtischen Fussgängerzone. Die Zeil galt lange Jahre hindurch als die umsatzstärkste und belebteste Einkaufs-Strasse Europas. – Siehe auch Helmut Nordmeyer (Hrsg.): Die Zeil. Bilder einer Straße vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Frankfurt (Societätsverlag) 1997 sowie zur spannenden Baugeschichte dieser Strasse Jürgen Schwarz: Architektur und Kommerz. Studien zur deutschen Kauf- und Warenhausarchitektur vor dem Ersten Weltkrieg am Beispiel der Frankfurter Zeil. Frankfurt (Kunstgeschichtliches Institut) 1995 (Frankfurter Fundamente der Kunstgeschichte, Bd. 12).

3 Platz zu Platz = von der Konstablerwache zur Hauptwache; das am dichtesten begangene Teilstück der Zeil.

4 Jung-Stilling erhielt als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Heidelberg durch Erlass seines Landesherrn, des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz-Bayern (1724/1742-1799) vom 31. März 1785 die Ernennung zum \“Kurpfälzischen Hofrat\“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 427, S. 688 (\“Der Kurfürst liebte mich sehr und wollte mir dadurch eine Gnade erzeigen\“).

(a) Jung-Stilling hatte dem Wittelsbacher Kurfürsten 1772 seine an der Universität Strassburg eingereichte medizinische Doktorarbeit gewidmet. Diese trägt die Aufschrift \“SPECIMEN DE HISTORIA MARTIS NASSOVICO-SIEGENENSIS\“; sie beschäftigt sich mit der Geschichte des Eisenerzeugung im Fürstentum Nassau-Siegen. – Mars = hier: FERRUM, QUIA ROMANIS OLIM FERREUS MARS FUIT; siehe zur älteren Metall-Lehre übersichtlich, in drei Thesen geordnet Anton Lütgens: METALLORUM NATURAM ET DIFFERENTIAS EXPLICANS DISSERTATIO PHYSICA. Kiel (Barthold Reuther) 1707.

(b) Das mit dem Hofrats-Titel verbundene gesellschaftliche Ansehen war zu jener Zeit beträchtlich. Es gewährte dem Träger dazu mancherlei Vergünstigungen, so auch (was Jung-Stilling als reisenden Augenarzt insonders zum Vorteil gereichte) an Wegschranken, Posten, Schildwachen, Schlagbäumen, Stadttoren, Fähren, Übergängen, Brücken sowie an den seinerzeit auch innerlands sehr zahlreichen Post-, Maut- und Grenzstationen.

(c) Der Friedensvertrag von Campo Formio (7 km südwestlich von Udine in Venetien) vom 17. Oktober 1797 zwischen Napoléon und Kaiser Franz II. bestimmte in Artikel 20 den Rhein als die dauernde Staatsgrenze zwischen Frankreich und Deutschland. Dies wurde im Frieden von Lunéville (südöstlich von Nanzig [französisch: Nancy] gelegen; ehemalige Residenz der Herzöge von Lothringen) am 9. Februar 1801 bestätigt.

(d) In Artikel 6 heisst es im einzelnen genauer: \“S. M. l’Empereur et Roi (nämlich Franz II, der letzte Kaiser des alten Reichs; er legte nach Bildung des Rheinbundes am 6. August 1808 die deutsche Kaiserkrone nieder), tant en Son nom qu’en celui de l’Empire Germanique, consent à ce que la République française possède désormais (= von nun an) en toute souveraineté et propriété, les pays et domaines situés à la rive gauche du Rhin, … le Thalweg du Rhin (= die Schiffahrts-Rinne) soit désormais la limite entre la République française et l’Empire Germanique, savoir (= und zwar) depuis l’endroit (= von der Stelle an) où le Rhin quitte le territoire helvétique, jusqu’à celui où il entre dans le territoire batave.\“

(e) Eine ausserordentliche Reichsdeputation, eingesetzt am 7. November 1801, beriet daraufhin zu Regensburg (seit 1663 der Tagungsort des Immerwährenden Reichstags) über die Entschädigung an deutsche Fürsten, die (links der neuen Staatsgrenze zu Frankreich gelegene) Gebiete an Frankreich abtreten mussten.

(f) Durch besondere günstige Umstände (späterhin traten auch noch verwandtschaftliche Beziehungen mit Frankreich hinzu: sein Enkel und Thronfolger Karl [1786/1811–1818] heiratete am 7./8. April 1806 zu Paris Stéphanie Louise Adrienne de Beauharnais [1789–1860], die knapp 17jährige Adoptivtochter von Napoléon Bonaparte, dem Kaiser der Franzosen) vergrösserte Karl Friedrich von Baden (1728/1746–1811) bei dieser Gelegenheit sein Gebiet um mehr das Vierfache; die Bevölkerung seines Landes stieg von 175 000 auf fast 1 Million Bewohner. Die pfälzische Kurwürde ging auf ihn über; Karl Friedrich wurde damit 1803 vom Markgrafen zum Kurfürsten erhoben.

(g) Wenig später rückte Karl Friedrich von Baden durch den Rheinbundvertrag vom 12. Juli 1806 nach Artikel 5 gar zum Grossherzog mit dem Titel \“Königliche Hoheit\“ auf. – Die 1818 zur Witwe gewordene Grossherzogin Stéphanie nahm übrigens später wieder den Titel \“Kaiserliche Hoheit“ an, wiewohl sich ihr Stiefvater Napoléon (1769-1821) völkerrechtswidrig zum \“Kaiser der Franzosen\“ ernannte und inzwischen in Verbannung und Schande auf der Insel St. Helena (im Südatlantik) gestorben war. – Siehe Rudolf Haas: Stephanie Napoleon Grossherzogin von Baden. Ein Leben zwischen Frankreich und Deutschland 1789-1860, 2. Aufl. Mannheim (Südwestdeutsche Verlagsanstalt) 1978 (dort S. 133 ff. auch Literatur-Verzeichnis).

(h) Mit dem durch den Reichsdeputations-Hauptschluss vom 25. Februar 1803 veranlassten Übergang der rechtsrheinischen Gebiete der Kurpfalz (so auch der alten Residenz- und Universitätsstadt Heidelberg, der neuen [seit 1720] Residenzstadt Mannheim [mit dem grössten Barockschloss in Deutschland] und der Sommer-Residenz Schwetzingen [mit dem kurpfälzischen Lustschloss samt 76 Hektar grossen Schlossgarten, Moschee, Badehaus und Theater]) an das Haus Baden durch den Regensburger Reichsdeputationsschluss vom 25. Februar 1803 wurde gemäss § 59, Abs. 1 (\“Unabgekürzter lebenslänglicher Fortgenuss des bisherigen Rangs\“) der \“kurpfälzische\“ DE JURE PUBLICO automatisch nunmehr zum \“badischen\“ Hofrat.

(i) Zu Beginn des Jahres 1808 wird Jung-Stilling als Berater des Grossherzogs von Baden in Karlsruhe dann (\“ohne mein Suchen\“, wie er selbst hervorhebt) zum \“Geheimen Hofrat in Geistlichen Sachen\“ ernannt; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen Verlag) 2002, S. 404 (Anm. 10).

(j) Beim Eintritt von Jung-Stilling in den Himmel kommt ihm Karl Friedrich von Baden im Zustand des Geheiligten freudig entgegen und heisst ihn in der Seligkeit als Bruder herzlich willkommen. – Siehe hierzu und überhaupt zum Übergang von Jung-Stilling in das Jenseits des näheren (unbekannte Verfasserin): Sieg des Getreuen. Eine Blüthe hingeweht auf das ferne Grab meines unvergeßlichen väterlichen Freundes Jung=Stilling. Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1820, S. 27.

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(k) Karl Friedrich galt in Karlsruhe gleichsam als Übermensch. Als gelegentlich eines Trauer-Gottesdienstes der katholische Stadtpfarrer Dr. Thaddäus Anton Dereser (1757-1827) nicht in den übertriebenen Lobgesang für den Verstorbenen einstimmen wollte, sondern am Rande einer Predigt auch die teilweise rohe und schamlose Ausplünderung der katholischen Einrichtungen unter seiner Herrschaft ansprach, musste er Karlsruhe unverzüglich verlassen.

Siehe zu den unterdrückenden obrigkeitlichen Massnahmen gegen die katholischen Bürger unter der Regierungsgewalt der badischen Grossherzöge auch (Franz Joseph Mone [1796-1871]): Die katholischen Zustände in Baden, 2 Bde. Mit urkundlichen Beilagen. Regensburg (Manz) 1841/1843 sowie Carl Bader: Die katholische Kirche im Großherzogthum Baden. Freiburg (Herder) 1860. – Sehr einseitig und unsachlich zur Predigt von Dereser auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Briefe. Ausgewählt und hrsg. von Gerhard Schwinge. Giessen, Basel (Brunnen) 2002, S. 485.

Als Beispiel der bei Hofe zu Karlsruhe genehmen Trauerreden katholischer Geistlicher seien erwähnt –  Bernhard Boll: Trauerrede bey der kirchlichen Todten-Feyer seiner königlichen Hoheit Karl Friedrichs, Großherzogs zu Baden, Herzogs zu Zähringen, gehalten in der Haupt- und Münsterpfarrkirche zu Freyburg den 1. July 1811. Freiburg (Wagner) 1811 (der Zisterzienser und Münsterpfarrer zu Freiburg Bernhard Boll (1756-1836) wurde 1827 erster Erzbischof von Freiburg); –  [Gerhard Anton Holdermann]: Beschreibung der am 30ten Juny und 1ten July 1811 zu Ratsatt Statt gehabten Trauer-Feyerlichkeit nach dem Hintritte unsers (so!) höchstseligen Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Rastatt (Sprinzing) 1811. Holdermann (1772–1843) war katholischer Pfarrer zunächst in Heidelberg und bis 1829 in Rastatt.

Als elektronische Ressource im Rahmen der \“Freiburger historischen Bestände–digitalisiert\“ ist einsehbar –  die in lateinischer Sprache vorgetragene, an Lobpreisungen überladen-theatralische Rede von Johann Kaspar Adam Ruef (1748-1825): JUSTA FUNEBRIA SERENISSIMO DUM VIVERET AC CELSISSIMO PRINCIPI DIVO CAROLO FRIDERICO MAGNO DUCI BADARUM … DIE 22 JULII 1811 IN TEMPLO ACADEMICO PIISSIMA ET GRATISSIMA MENTE PERSOLVENDA INDICIT JOANNES CASPARUS RUEF. Freiburg (Herder) 1811. – Ruef war Professor des katholischen Kirchenrechts an der Universität Freiburg, Oberbibliothekar und (wie Jung-Stilling seit 1806) Grossherzoglich Badischer Geheimer Hofrat.

Gleichsam als Übermenschen sehen den Verstorbenen –  Aloys Wilhelm Schreiber: Lebensbeschreibung Karl Friedrichs Großherzog von Baden, 1728–1811. Heidelberg (Engelmann) 1811 (Schreiber [1761–1841]) war seit 1805 Professor für Ästhetik in Heidelberg und ab 1813 bis zu seiner Pensionierung Hofgeschichtsschreiber in Karlsruhe)

Vgl. auch –  Gedächtnißreden bey dem Tode Sr. K. Hoheit des Großherzogs Carl Friedrich von Baden. Gehalten von den Pfarrern der drey christlichen Confessionen zu Mannheim. Mannheim (Schwan) 1811 (Brochure), in der sich der reformierte, lutherische und katholische Geistliche an Lob auf den verstorbenen Karl Friedrich offenkundig überbieten.

Geradezu bescheiden wirken demgegenüber andere Predigten, wie etwa –  [Christian Emanuel Hauber]: Kurze Abschilderung Sr. Königlichen Hoheit Carl Friedrichs Grosherzogs (so!) von Baden. Karlsruhe (Macklot) 1811 (Brochure); –  Theodor Friedrich Volz: Gedächtnißpredigt auf den Höchstseeligen Großherzog von Baden Karl Friedrich, gehalten den 30. Junius 1811 in der Stadtkirche zu Karlsruhe. Karlsruhe (Müller) 1811 (Brochure). Volz [1759-1813]), in Jena 1778 bereits promoviert, bemüht sich erkennbar um die im Rahmen des Anlasses mögliche Sachlichkeit.

Aufgebläht, schwulstig und völlig kritiklos sind auch viele der zahlreichen Zentariums-Reden auf Karl Friedrich von Baden, wie –  Karl Joseph Beck: Rede bei der akademischen Feier des hundertsten Geburtsfestes des Hochseligen Großherzogs Karl Friedrich zu Baden … Gehalten von dem derzeitigen Prorector der Albert-Ludwigs-Hochschule. Freiburg im Breisgau (Wagner) 1828. Karl Joseph Beck (1794-1838) war Mediziner und Stifter des \“Corps Rhenania\“ in Freiburg.

Überspannt auch –  Friedrich Junker: Lobrede auf Carl Friedrich, ersten Großherzog von Baden. Bei der Säcularfeier der Geburt des unvergleichlichen Fürsten den 22. November 1828 gesprochen in Mannheim. Mannheim (Schwan & Götz) 1829 (Brochure); Junker hatte sich als Interpret des Philosophen Epiktet sowie als Schriftausleger einen Namen gemacht.

Geradezu als Halbgott stellt den badischen Herrscher dar –  Karl Wilhelm Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn: Gemälde über Karl Friedrich den Markgrafen, Kurfürsten und Großherzog von Baden. Ein Beitrag zur Säkular-Feier der Geburt des unvergeßlichen Fürsten. Mannheim (Schwan und Götz) 1828 (Drais [1761–1851] gilt als der Erfinder des Fahrrads (Laufrads, \“Draisine\“); sein Vater war badischer Oberhofrichter und Karl Friedrich sein Taufpate).

Weithin unkritisch gegenüber den augenfälligen Schattenseiten der Regierung von Karl Friedrich neuerdings auch Annette Borchardt-Wenzel: Karl Friedrich von Baden. Mensch und Legende. Gernsbach (Katz) 2006. Dasselbe gilt für Gerald M. Landgraf: Moderate und Prudenter. Studien zur aufgeklärten Reformpolitik Karl-Friedrichs von Banden (1728-1811). Dissertation, Regensburg 2008 und als elektronische Ressource verfügbar bei dem URL <http://epub.uni-regensburg.de/10710>

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5 Jung-Stilling hielt sich zu Lebzeiten mehrmals in Frankfurt auf und nahm dort Augenoperationen vor. Er wohnte in der Regel im Haus seines Strassburger Studienfreundes Johann Wolfgang Goethe im Grossen Hirschgraben 23 (heute Goethe-Museum). Auch hatte Jung-Stilling in Frankfurt einen weitläufigen Freundeskreis. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 770 f. (Register, Stichwort \“Frankfurt\“). — Vgl. zur obstetrizischen ärztlichen Tätigkeit von Jung-Stilling im besonderen Gerhard Berneaud-Kötz und Horst Pletzer: Neue medizinhistorische Dokumente zum geburtshilflichen Wirken von Jung-Stilling (1740–1817). Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996.

Zum Verhältnis der beiden Freunde siehe auch Achtnicht Ihrenhohn: J. H. Jung-Stilling und J. W. Goethe. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 2001; als Download-File unter dem Titel \“Achje Goethe\“ kostenlos für den nichtgewerblichen Gebrauch abrufbar bei der Adresse <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>.

6 Jung-Stilling, mit zwei Jahren bereits mutterlos, begleitete den das Köhlerhandwerk betreibenden Grossvater Johann Eberhard Jung (1680–1751) schon im frühen Kindesalter in den Meiler; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 2 ff., S. 668 ff. sowie Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1988, S. 9 ff.

7 Jung-Stilling lernte das Schneider-Handwerk sowie die Knopfmacherei von seinem Vater Johann Helmann Jung (1716–1802) und zog einige Zeit als Wandergeselle durch das Land. Bis ins hohe Alter nähte er sich seine Garderobe selbst. – Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 45 ff., S. 187 ff. (Wanderschaft) sowie S. 667 f. (Kurzschilderung der häuslichen Verhältnisse).

8 Siehe zur Bedeutung des Paten-Onkels, des fürstlich-oranischen Oberbergmeisters Johann Heinrich Jung auch Gerhard Merk: Oberbergmeister Johann Heinrich Jung (1711–1786). Ein Lebensbild. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989.

9 Jung-Stilling erfand ein wenn nicht neues, so doch neuartiges Gerät, das die vermessungstechnische Aufnahme der Landschaft verbesserte und erleichterte. Im Auftrag der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften zu Mannheim wurde es vom Universitäts-Mechanikus nach den Plänen und unter Anleitung von Jung-Stilling gebaut; es sollte zur Landesvermessung der Kurpfalz eingesetzt werden. Beim Transport von Strassburg nach Mannheim ging das Gerät in die Brüche.

10 Bereits als Vierzehnjähriger wurde Jung-Stilling erstmals Lehrer (Schulmeister) in Gemeinden seiner engeren Heimat (dem heutigen Kreis Siegen-Wittgenstein, Land Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland), und zwar in –  Lützel (S. 90 ff.), in –  Kredenbach (S. 114 ff.), in –  Dreis-Tiefenbach (S. 118 ff.) sowie in –  Geisweid (Klafeld, S. 141 ff.). Die in Klammern gesetzten Seitenzahlen beziehen sich auf die Schilderung der jeweiligen Umstände bei Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1); siehe dort auch S. 670 f. sowie S. 685.

Vgl. zu dieser Lebensphase von Jung-Stilling auch die sehr tiefgehende, kritische Darlegung bei Rainer Vinke: Jung-Stilling und die Aufklärung. Die Polemischen Schriften Johann Heinrich Jung-Stillings gegen Friedrich Nikolai (1775/76). Stuttgart (Franz Steiner) 1987, S. 48 ff. (Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Bd. 129) sowie Markus Schmeck: Ökonomischer Fortschritt durch bessere Bildung. Wirtschaftsberufliche Vorschläge bei Johann Heinrich Jung-Stilling. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 2003 (Jung-Stilling-Schriften, Bd. 8).

11 Präzeptor = Hauslehrer, Privaterzieher.

12 Nachdem Jung-Stilling für kurze Zeit Privaterzieher in –  Hilchenbach (S. 173 ff.) und in –  Hückeswagen (S. 200 ff.) war, kam er in –  das Haus Flender; siehe Anm. 12 (die in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich auch hier wieder auf die in Anm. 1 vorgestellte Lebensgeschichte).

13 Jung-Stilling war von 1763 bis 1770 die rechte Hand des landwirtschaftlichen Gutsbesitzers, Viehzüchters, Eisenwarenfabrikanten und Fernhandelskaufmanns (in erster Linie Export von Schiffszubehör an die Küstenwerften der Nordsee sowie Import von Kolonialwaren [Reis, Zucker, Tee, Kaffee, Gewürze, Baumwolle, Farbhölzer] aus den niederländischen Kolonien) Peter Johannes Flender (1727–1807) in Krähwinkerbrücke, heute zur Stadt Remscheid gehörend.

Siehe hierzu Rainer Vinke: Jung-Stilling bei Flender. Ein Abschnitt auf dem Weg zu seiner \“Bestimmung\“, in: Theologische Zeitschrift Bd. 41 (1985), S. 359 ff. sowie zur Person und der Geschäftstätigkeit von Flender sehr gründlich anhand seiner Briefschaften Ernst Arden Jung: Briefe zum Stand der Eisenindustrie des Siegerlandes und des Bergischen Landes im 18. Jahrhundert. Siegen (Forschungsstelle Siegerland) 1983 (mit einem farbigen Portrait von Peter Johannes Flender).

14 Vgl. hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 230 f., S. 651 f., S. 673 (Verwaltung von Landgütern im Eigentum von Flender). – Wie dort zu lesen ist, oblag Jung-Stilling neben dem Einkauf zum Teil auch die Organisation des Absatzes der Fertigwaren samt aller damit verbundenen Arbeiten.

15 Der äusserst gewiefte Peter Johannes Flender hatte Jung-Stilling angewiesen, \“einen Theil seiner Fabrik zu verwalten\“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 230. Die 1786 bei Weidmann in Leipzig erschienene \“Anleitung zur Cameral=Rechnungs=Wissenschaft nach einer neun Methode des doppelten Buchhaltens, zum Gebrauch der akademischen Vorlesungen\“ von Jung-Stilling zeigt – ebenso wie auch andere Veröffentlichungen – seine Vertrautheit mit der Praxis der Rechnungslegung; vgl. hierzu auch Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft. Berlin (Duncker & Humblot) 1987, S 15 ff. und programmatisch auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Versuch einer Grundlehre sämmtlicher Kameralwissenschaften. Lautern 1779 (Reprint Kaiserslautern [Technische Universität Kaiserslautern] 2003), S. 42 ff.

Wohl zurecht nennt Jung-Stilling daher das Unternehmen Flender seine \“Akademie, wo ich Oeconomie, Landwirthschaft und das Commerzienwesen aufs dem Grund zu studiren Gelegenheit hatte\“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 231.

16 Jung-Stilling übernahm im Sommer-Semester 1772 auf Bitte seines Doktorvaters Professor Jakob Reinbold (so, also mit einem Be geschrieben!) Spielmann (1722–1783) dessen öffentliche Vorlesung in Chemie. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 286, S. 674. – Vgl. auch Gerhard Merk: Jung-Stilling. Ein Umriß seines Lebens. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1989, S. 58 ff.

17 Gratis hielt Jung-Stilling als Studierender in Strassburg ein Repetitorium in Philosophie, \“er bekam Zuhörer die Menge, und durch diese Gelegenheit viele Bekannte und Freunde\“; siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 270. – Freilich blieb Jung-Stilling gerade in diesem Fach letztlich unsicher. Vgl. hierzu Liebmunde Kirchentreu: Johann Heinrich Jung-Stilling und der Agnostizismus. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1999, als Download-File kostenlos abrufbar unter

18 Nach bloss fünfviertel Jahren Studiums (allerdings nach vorausgegangenen langjährigen gründlichen Selbststudien) promovierte Jung-Stilling an der Universität Strassburg über das Siegerländer Berg- und Hüttenwesen im Jahre 1772 zum Doktor der Medizin. Seine Dissertation ist für die Geschichte des Siegerländer Metallgewerbes höchst aufschlussreich. Die theoretischen und angewandten Naturwissenschaften waren zu dieser Zeit auch in Strassburg noch an der medizinischen Fakultät beheimatet; eigene naturwissenschaftliche Fakultäten und Technische Hochschulen entstanden erst etwa 50 Jahre später. – Bei der Diplom-Verleihung sagte der Dekan: \“ daß er lange niemand die Licenz freudiger gegeben habe, als gegenwärtigem Candidaten, denn er habe mehr in so kurzer Zeit gethan, als viele in fünf bis sechs Jahren\“ (Lebensgeschichte [Anm. 1], S. 286; siehe auch S. 674 f.)

19 Jung-Stilling wirkte von 1772 bis 1778 als praktischer Arzt, Augenarzt, Geburtshelfer und ab 1775 auch als behördlich bestellter Brunnenarzt in Wuppertal-Elberfeld. – Siehe hierzu ausführlich Gerhard Berneaud-Kötz: Das ärztliche Wirken Jung-Stillings in Alt-Elberfeld, in: Jahresberichte des Naturwissenschaftlichen Vereins in Wuppertal, Heft 45 (1992), S. 149 ff. (mit zahlreichen Abbildungen).

20 Jung-Stilling hatte mit dem (für die Amtseinsetzung und Aufsicht über das Gesundheitswesen im Herzogtum Berg zuständigen) Medizinal-Kollegium in Düsseldorf ziemlichen Verdruss: man schikanierte ihn hinterhältig. Daher erhielt er die Bestallung als Geburtshelfer (Accoucheur, Obstretiker) bloss für ausserordentliche Fälle. – Siehe des näheren (mit Abdruck der entsprechenden Dokumente) Gerhard Berneaud-Kötz und Horst Pletzer: Neue medizinhistorische Dokumente zum geburtshilflichen Wirken von Jung-Stilling (1740–1817) (Anm. 5), S. 13 ff.

21 Siehe hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 296. – Zwar erhielt Jung-Stilling dafür keine Bezahlung; aber \“wenn er öffentlich redete, dann war er in seinem Element, über dem Sprechen entwickelten sich seine Begriffe so, daß er oft nicht Worte genug finden konnte, um alles auszudrücken, seine ganze Existenz heiterte sich auf und ward zu lauter Leben und Darstellung\“ (ebenda).

22 Zu Jung-Stillings Zeiten lag die Augenheilkunde (Ophthalmologie) noch weithin in den Händen von \“Quacksalbern\“, und bis etwa 1850 wurde Deutschland von unstudierten \“Okulisten\“ durchzogen. Diese besassen gar keine oder bestenfalls eine mässige medizinische Bildung. – Siehe zu dieser hervorragenden Seite des Wirkens von Jung-Stilling ausführlich Johann Heinrich Jung-Stilling: Geschichte meiner Staar Curen und Heylung anderer Augenkrankheiten, hrsg. von Gerhard Berneaud-Kötz. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1992 sowie auch die entsprechenden Artikel im Jung-Stilling-Lexikon Medizin, hrsg. von Klaus Pfeifer. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1996.

23 Vgl. hierzu Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 240 ff. (über den vielseitigen katholischen Pfarrer Johann Baptist Molitor in Attendorn) und S. 308 ff. (erste Operation). – Siehe auch Gerhard Berneaud-Kötz: Jung-Stilling als Arztpersönlichkeit, in: Blicke auf Jung-Stilling, hrsg. von Michael Frost. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1991, S. 19 ff.

24 Fast bis an sein Lebensende drückten hohe Schulden das eh nicht gerade heitere Gemüt von Jung-Stilling. – Siehe hierzu Gustav Adolf Benrath: Johann Heinrich Jung-Stilling, in: Karl Corino (Hrsg.): Genie und Geld. Vom Auskommen deutscher Schriftsteller. Nördlichen (Greno) 1987, S. 129 ff.

25 Anlässlich seiner Übersiedlung von Heidelberg nach Karlsruhe im Herbst 1807 hatte Jung-Stilling mühevoll und arbeitsaufwendig zwanzig Tausend Briefe durchgesehen und \“gegen 15 000 vernichtigt\“; siehe Max Geiger: Aufklärung und Erweckung. Beiträge zur Erforschung Johann Heinrich Jung-Stillings und der Erweckungstheologie. Zürich (EVZ-Verlag) 1963, S. 71. In den letzten zehn Lebensjahren dürfte Jung-Stilling nochmals gut fünftausend Briefe geschrieben haben.

(a) Jung-Stilling führte über die eingehende und ausgehende Korrespondenz zumindest teilweise Buch. Seine Tagebücher finden sich in einer Geheimschrift geschrieben. – Siehe hierzu Max Geiger: Aufklärung und Erweckung, S. 93 ff. sowie Erich Hüttenhain: Zur Geheimschrift Jung-Stillings, in: Siegerland, Bd. 48 (1971), S. 37 ff. und Helmut Jochems: Zwei Geheimschriften. Das doppelte Geheimnis der Tagebücher Johann Heinrich Jung-Stillings, in: Diagonal. Zeitschrift der Universität Gesamthochschule Siegen, Jahrg. 1993, Heft 1, S. 95–108. – Für Erich Hüttenhains Vermutung, Jung-Stillings Geheimschrift beruhe in ihrem Zeichenbestand auf einer englischen altgeometrischen Kurzschrift, versucht Helmut Jochems den Beweis anzutreten. Offenbar handelt es sich um eine Kurzschrift nach Thomas Shelton: Tachygraphy. The most exact and compendious method of short und swift writing that hath ever yet been published. London 1626 und öfters (ursprünglich \“Short Writing\“, 1638 umbenannt in \“Tachygraphy\“). Die Methode Sheltons fand in Deutschland Eingang durch Karl Alois Ramsay: Tacheographia, oder geschwinde Schreibe-Kunst, vermittelst welcher Ein jedweder die teutsche Sprache so geschwinde schreiben kan, als selbe mag geredet werden. Allen Kunst-begierigen zuliebe aufs Kürtzeste verfasset und an den Tag gegeben. Frankfurt 1678 und öfters. Weit verbreitet war zur Zeit von Jung-Stilling Chrysostomus E. Schröter: Allzeitfertiger und auf allerley Fälle gerichteter Briefsteller, Welcher der Jugend, nach zuförderst festgesetzter Orthographie und Stilographie, So wohl allerley Arten Briefe, Wechsel, Obligationen, Contracte, Abschiede… und was sonst im gemeinen Leben, und insonderheit bey der löbl. Kaufmannschaft erforderlich ist. Leipzig (Geßner) 1745 und öfters (auch bei anderen Verlagen und unter Titeländerungen erschienen). Jung-Stilling dürfte diesen beliebten Korrespondenz-Helfer spätestens bei seinem Patron Peter Johannes Flender kennengelernt haben. Schröter bringt nun auch einen Abriß der Kurzschrift nach Ramsay; und auf diesem Wege wurde Jung-Stilling wohl mit der Stenographie bekannt, wie Helmut Jochems vermutet.

(b) Die ausserordentlich starke Beanspruchung von Jung-Stilling durch seine Dienstgeschäfte, durch seine vielfältigen anderen Verpflichtungen, durch Besuche sowie durch Zuschriften an ihn und deren Beantwortung an die Absender gilt es zu bedenken, wenn man die sprachlich und stilistisch oft weniger schönen Veröffentlichungen vor allem seiner letzten Schaffensperiode beurteilt.

26 Jung-Stilling wurde im Jahre 1778 vom Kurfürsten Karl Theodor in Mannheim (dem er auch seine Dissertation gewidmet hatte) überraschend als Professor für praktische ökonomische Wissenschaften an die Kameral Hohe Schule nach (Kaisers)Lautern berufen. Im Jahre 1784 verlegte man diese nach Heidelberg und gliederte sie der Universität Heidelberg an. – Siehe hierzu auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Wirtschaftslehre und Landeswohlstand. Sechs akademische Festreden, hrsg. von Gerhard Merk. Berlin (Duncker & Humblot) 1988, S. 15 ff. (Antrittsrede in Kaiserslautern), S. 137 ff. (Antrittsrede Heidelberg) und S. 65 ff. (Jubelrede Heidelberg).

27 Jung-Stilling bekleidete in Kaiserslautern und Heidelberg die Professur für Forst- und Landwirtschaft, Technologie, Handlung und Vieharzneikunde. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 353 sowie S. 678 sowie Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft. Berlin (Duncker & Humblot) 1987, S IX ff. – Siehe auch Gustav Adolf Benrath: Jung-Stilling in Kaiserslautern 1778–1784, in: Pfälzer Heimat Bd. 41 (1991) S. 63 ff. sowie Michael Kesselring: Jung-Stilling und die Kameral Hohe Schule. Eine Betrachtung über ihre Gründung in Lautern und das Werk Jungs, in: Pfälzische Heimatblätter, Bd. 8 (1960), S. 37 ff.

28 Jung-Stilling wurde im Jahre 1787 von Heidelberg als Professor für Ökonomie- Finanz- und Kameralwissenschaften an die Universität Marburg berufen, wo er bis 1803 blieb. Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Lebensgeschichte (Anm. 1), S. 430 f. und S. 583. – Siehe auch Ernst Benz: Jung-Stilling in Marburg, 2. Aufl. Marburg (Elwert) 1971 (Marburger Reihe, Bd. 3).

29 Siehe zu den folgenden Lehrfächern die dazu von Jung-Stilling geschriebenen Lehrbücher, aufgeführt u. a. im Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft (Anm. 22), S. 181 ff. – Im Jahr 1995 erschien das Lehrbuch der Handlungswissenschaft im Neudruck, hrg. von Klaus Friedrich Pott (Wissenschaftsverlag Bachem, Köln) in der Reihe \“Schriften zur Geschichte der Betriebswirtschaftslehre\“ (leider ohne Register, das auch den Original-Ausgaben nie beigegeben war).

Zu den damaligen Bezeichnungen der einzelnen Lehrfächer der \“Kameralwissenschaften\“ bzw. (ab etwa 1785) \“Staatswirtschaftslehre\“ siehe erklärend Gerhard Merk: (nichtpaginiertes) Vorwort zum Neudruck der \“Grundlehre sämmtlicher Kameralwissenschaften\“ von Jung-Stilling (Anm. 15).

30 Das zweibändige \“Lehrbuch der Vieharzneykunde\“, 1785 (Bd. 1) und 1787 (Bd. 2) bei Pfähler in Heidelberg erschienen, erlebte noch eine Zweitauflage 1799/1800, bearbeitet durch Johann David Busch (1755–1833), den Nachfolger von Jung-Stilling (der ja 1787 nach Marburg berufen wurde) an der Universität Heidelberg .

Zu bedenken ist, dass zur Zeit von Jung-Stilling noch etwa 80 Prozent des Volkseinkommens aus der Landwirtschaft kamen. Der Viehbestand galt als Investitionsgut und war eine wichtige Quelle auch für Rohstoffe. Praktisch alle Teile des Schlachtviehs wurden in der Produktion verwendet und bearbeitet.

31 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Methode den grauen Staar auszuziehen und zu heilen, nebst einem Anhang von verschiedenen andern Augenkrankheiten und die Cur=Art derselben. Mit Kupfern. Marburg (neue akademische Buchhandlung) 1791. – Die Jung-Stilling-Gesellschaft hat einen Neudruck dieser für die Medizingeschichte wichtigen Schrift vorbereitet. Freilich konnte bis anhin das zur Herstellung notwendige Geld  nicht aufgebracht werden.

32 Seit der Gründung der Jung-Stilling-Gesellschaft im Jahre 1988 wurden zahlreiche Neudrucke der ökonomischen Schriften von Jung-Stilling veranstaltet: Allein in dem angesehenen, zu Jung-Stillings Zeiten begründeten Verlag Duncker & Humblot zu Berlin erschienen vier Auswahlbände mit kleineren ökonomischen Arbeiten von Jung-Stilling. Auch im eigenen Verlag der Jung-Stilling-Gesellschaft kamen mehrere Bücher heraus. Dieser Schwerpunkt ist wohl darauf zurückzuführen, dass der erste Präsident der Jung-Stilling-Gesellschaft, Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk (Siegen), Volkswirt war.

33 Im Verlag Duncker & Humblot (Berlin) erschien 1987 in \“Jung-Stilling-Lexikon Wirtschaft\“ mit etwa 800 Zitaten aus den bezüglichen Lehrbüchern von Jung-Stilling, die gut 200 Stichwörtern zugeordnet sind.

34 Das Lehrbuch der Forstwirtschaft von Jung-Stilling erschien in zwei Bänden 1781/1782 in erster Auflage und 1787/1789 in zweiter Auflage. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es sowohl die pflanzenkundliche, naturwissenschaftliche Seite als auch die betriebswirtschaftliche Seite (und diese an vielen Stellen neuartig) des Erkenntnisgegenstandes behandelt. Der ganze Lehrstoff wird sehr praxisnah dargeboten.

35 Siehe Reidmar Egidi (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Forsten. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1997.

36 Siehe Gerhard Merk (Hrsg.): Jung-Stilling-Lexikon Religion. Kreuztal (verlag die wielandschmiede) 1987.

37 Jung-Stilling meint hier den kriegeslüsternen Gewaltmenschen Napoléon Bonaparte (1769-1821). Dieser krönte sich selbst am 2. Dezember 1804 zum erblichen \“Kaiser der Franzosen\“ und am 26. Mai 1805 in Mailand auch zum König von Italien. Wiewohl er über Millionen Menschen im eigenen Land sowie vor allem in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, England, Russland und Ägypten unendlich viel Leid und bittere Armut brachte, gilt er im Andenken der Nachwelt (vor allem in Frankreich) als \“Grosser\“ und \“Held\“. – Ähnlich wird der preussische Kriegsherr Friedrich der Zweite (1712-1786) in vielen deutschen Veröffentlichungen als \“der Grosse\“ betitelt, wiewohl durch seine verwegenen Angriffskriege, wie bei Napoléon, Millionen zu Krüppeln wurden, und er den preussische Staat an den Rand des vollkommenen Ruins brachte.

38 Schutzpatronin von Paris ist die Heilige Genovefa (Geneviève; 422-512). Auf ihre Fürbitte bei Gott wurde Paris 451 von den Hunnen verschont. Ihr Fest feiert die Katholische Kirche am 3. Januar.

Zum Dank für die vielen Wunder, die sie Bewohnern von Paris vom Himmel aus durch die Jahrhunderte erzeigte, errichtete man ihr zu Ehren zwischen 1764 bis 1790 eine prachtvolle Kirche. Erbauer war der berühmte Baumeister Jacques-Germain Soufflot (1713-1781, der spätere Hofarchitekt Ludwigs XV. Im Jahr 1791 wurde dieses Gotteshaus profaniert und dient nun als \“Ruhmeshalle\“ für Christushasser wie Voltaire, Jean-Jacques Rousseau oder Émile Zola.

39 Siehe Johann Heinrich Jung-Stilling: Theorie der Geister=Kunde, in einer Natur= Vernunft= und Bibelmäsigen (so!) Beantwortung der Frage: Was von Ahnungen, Gesichten und Geistererscheinungen geglaubt und nicht geglaubt werden müße (so, also mit Eszett). Nürnberg (Raw’sche Buchhandlung) 1808 (Reprint Leipzig [Zentralantiquariat der DDR] 1987 und öfters), S. 220 ff.

(a) Die \“Theorie der Geister=Kunde\“ von Jung-Stilling wurde seither bis in unsere Tage in vielen Ausgaben veröffentlicht und auch –  1812 ins Schwedische (veranlasst durch Prinz Karl von Hessen-Kassel [1744–1836], mit dem Jung-Stilling zu jener Zeit in enger Verbindung stand), –  1814 ins Niederländische, –  1834 ins Englische (durch Samuel Jackson), –  1851 ins Amerikanische (durch Pfarrer George Bush) und –  1862 ins Französische (wahrscheinlich durch Pfarrer Gustave-Adolphe Rosselet aus Cortaillod im Kanton Neuenburg) übersetzt. — Für die deutschsprachigen Leser in den Vereinigten Staaten kam 1816 eine Ausgabe bei dem Verleger Heinrich B. Sage in Reading, Pennsylvania heraus; Jung-Stilling hatte dort eine ansehnliche Lesergemeinde, und Sage brachte auch andere Werke von Jung-Stilling dort zum Druck. Siehe hierzu und zur Jung-Stilling-Literatur gesamthaft die Zusammenstellung bei Klaus Pfeifer: Jung-Stilling-Bibliographie Siegen (J. G. Herder-Bibliothek) 1993 (Schriften der J. G. Herder-Bibliothek Siegerland, Bd. 28).

(b) Vgl. zu Themenkreis der \“Theorie der Geister=Kunde\“ auch Johann Heinrich Jung-Stilling: Geister, Gespenster und Hades. Wahre und falsche Ansichten, hrsg. und eingel. von Gerhard Merk. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1993 (Jung-Stilling-Studien, Bd. 2) sowie Martin Landmann: Ahnungen, Visionen und Geistererscheinungen nach Jung-Stilling. Eine ausdeutende Untersuchung. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 1995. Diese Schrift ist auch unentgeltlich als Download-File bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling> abrufbar.

40 Siehe Heinrich Jung-Stilling: Szenen aus dem Geisterreich, 7. Aufl. Bietigheim (Rohm) 1999.

41 \“Daran erkenn‘ ich die gelehrten Herrn:

Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern;
Was ihr nicht fasst, das fehlt euch ganz und gar;
Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr;
Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht;
Was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht,\“

schreibt Johann Wolfgang Goethe: Faust, der Tragödie zweiter Teil, Vers 305–310.

Siehe zum Verhältnis von Jung-Stilling zu Goethe feinfühlig nachzeichnend Gustav Adolf Benrath: Jung-Stilling, Goethes Freund, in: Siegerland, Bd. 76 (1999), S. 135 ff. und die dort angegebene Literatur sowie Achtnicht Ihrenhohn: J. H. Jung-Stilling und J. W. Goethe. Bericht über eine nachtodliche Vernehmlassung zu Frankfurt am Main. Siegen (Jung-Stilling-Gesellschaft) 2001; kostenlos downloadbar bei <http://www.uni-siegen.de/fb5/merk/stilling>

What greater calamity can fall upon a nation than
the lack of engaged clergymen and clergywomen!



Über Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk

Gerhard Merk (* 8. Mai 1931 in Mannheim) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Sozialethiker und Lehrbuchautor.

  • 1931 Geboren in Mannheim
  • 1955 Diplom-Volkswirt, Universität Heidelberg
  • 1956 Diplom-Handelslehrer, Universität Mannheim
  • 1957 Dr.rer.pol., Universität Heidelberg (Thema der Dissertation: „Die Investitionsfunktion“)
  • 1958 Konzernleitung Fried. Krupp, Essen, Zentralabteilung Verkauf, Fachabteilung Marktforschung
  • 1964 Dozent an der Staatlichen Höheren Wirtschaftsfachschule, Siegen
  • 1972 Professor an der Universität Siegen
  • 1996 Pensionierung; weiterhin in Lehre und Forschung an der Universität ohne Bezahlung tätig.

Verheiratet seit 1964 mit Dr.rer.nat. Martha Merk-Jansen, Apothekerin aus Aachen, verstorben am 30. Juni 2010.

Zwei Kinder: Irene (Diplom-Physikerin, Diplom-Informatikerin, Dr.rer.nat.), Judith (Industriekauffrau, Diplom-Kauffrau).

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